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Lange-Sonntag folgt Helling vom 03.09.2010 ![]() Personeller Wechsel im Arbeitsbereich \"Islam\" DORTMUND/SCHWERTE - Pfarrer Ralf Lange-Sonntag verstärkt vom 1. Februar 2011 an den Arbeitsbereich \"Islam\" der Evangelischen Kirche von Westfalen. Damit tritt er die Nachfolge von Pfarrer Eberhard Helling an, der seit August wieder mit vollem Stellenumfang der Evangelischen Kirchengemeinde Lübbecke zur Verfügung steht. Lange-Sonntag wird - anders als sein Vorgänger - nicht im Landeskirchenamt, sondern mit einer halben Stelle im Institut für Kirche und Gesellschaft in Haus Villigst arbeiten. Islamwissenschaften studiert Neben der Theologie hat Ralf Lange-Sonntag Judaistik in Jerusalem und Islamwissenschaften in Berlin und Birmingham studiert. Von 2001 bis 2004 war er Islambeauftragter des Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost. Neben seiner Referententätigkeit zu Themen des christlich-islamischen Gesprächs arbeitet er im Redaktionsteam für den interreligiösen Kalender mit, seit 2009 geschäftsführend. Seit 2008 ist Lange-Sonntag, der als Religionslehrer am Paul-Ehrlich-Berufskolleg in Dortmund-Hacheney arbeitet, Vorstandsmitglied der \"Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e.V.\". Lange-Sonntag ist verheiratet und Vater von drei Kindern. |
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Verantwortung für das Gemeinwesen in der Krise vom 03.09.2010 ![]() Politikertagung der Evangelischen Kirche von Westfalen am 3. und 4. September in Haus Villigst WESTFALEN/SCHWERTE - „Suchet der Stadt Bestes!\" - unter dieser biblischen Aufforderung steht die Begegnungstagung für Politikerinnen und Politiker, zu der die Evangelische Kirche von Westfalen am 3. und 4. September in die Tagungsstätte Haus Villigst einlädt. Thema ist in diesem Jahr die Verantwortung für das Gemeinwesen in der Krise. Auch wenn die Konjunktur wieder an Fahrt gewinnt - im laufenden Jahr werden die Kommunen das größte Defizit seit Gründung der Bundesrepublik verzeichnen. Trotz eines scharfen Sparkurses haben viele Städte keine Chance, sich aus ihrer Verschuldung zu befreien. Das hat Folgen für die Bereiche Schule, Kultur, Jugend und Familie, Soziales, Sport und Stadtentwicklung. Hauptreferat von Dr. Erhard Eppler Wenn ein steuerfinanziertes Gemeinwesen seine Aufgaben immer weniger erfüllen kann, wenn Bürger immer weniger erfahren, wofür sie Steuern zahlen, schwindet das Vertrauen in die staatliche Ordnung. Welchen Beitrag kann Kirche hier im Zusammenspiel mit der Politik leisten? Bundesminister a.D. Dr. Erhard Eppler wird am 3. September das Hauptreferat halten: „Schafft die Krise die Gemeinwesen oder schaffen die Gemeinwesen die Krise?\" Am folgenden Tag diskutieren u.a. Frank Baranowski, Oberbürgermeister von Gelsenkirchen, Thomas Kubendorff, Landrat des Kreises Steinfurt und Präsident des Landkreistages NRW, und Dietmar Heß, Bürgermeister von Finnentrop und Vizepräsident des Städte- und Gemeindebundes NRW. |
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Finale begeisterte mit fantastischem Niveau vom 16.08.2010 ![]() Iserlohn. Mit Geld- und Sachpreisen im Gesamtwert von 25 000 Euro gab es bei der 4. Auflage des Internationalen Gitarrenwettbewerbs Iserlohn, der auch bislang schon der höchstdotierte für die klassische Gitarre in Deutschland war, so viel zu gewinnen wie noch nie. Und das aber auch zu Recht: Denn ein solch hohes Niveau, wie es die fünf Finalisten am Samstagabend vor 180 begeisterten Zuschauern in der Obersten Stadtkirche boten, hat die Jury nach eigenen Angaben noch nie erlebt. „Das war schon beinahe wirklich beängstigend\", war auch Organisator Thomas Kirchhoff von den Leistungen mehr als angetan. Und trotzdem war sich die Jury so schnell einig wie noch nie: Nach nur zehn Minuten Beratung kürte sie mit dem 28-jährigen Russen Artyom Dervoed einen Musiker zum Sieger, von dem die Welt schon einiges gehört hat und mit Sicherheit noch viel hören wird. Denn für den in Rostow am Don Geborenen und heute in Moskau Lebenden war es bereits der elfte Sieg bei einem renommierten Wettbewerb in den vergangenen 15 Jahren. Aber dennoch sei es „ein wichtiger und toller Preis\", wie Artyom Dervoed im Gespräch mit der Heimatzeitung verriet. Denn neben dem Preisgeld von 3000 Euro, das wie auch die übrigen Geld- und Sachpreise von der Bürgerstiftung der Sparkasse Iserlohn kam, einer Konzertgitarre von Jan Jones (Wert 6000 Euro), einem Drei-Jahres-Vertrag für Gitarrensaiten und einer wertvollen Uhr bekommt der Sieger die Möglichkeit eines Solo-Konzertes in der Carnegie Hall in New York - „einer der wichtigsten Konzerthallen der Welt\", wie der Russe, der unter anderem drei Jahre lang bei Aniello Desiderio, einem der berühmtesten Gitarristen unserer Zeit, studierte, mit mächtig Stolz in der Stimme anmerkte. Auch die weiteren Platzierten hatten Grund zur Freude: So durfte der Zweite, Chia-Wei Lin aus Taiwan, ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro, eine Konzertgitarre von Constantin Dumitriu für 4600 Euro und eine Uhr mitnehmen. Gleich zwei davon bekam der Bulgare David Dyakov, der sich zwar mit dem Deutschen Fabian Freesen den 3. Platz und das Preisgeld von 1000 Euro teilen musste, dafür aber noch als bester Teilnehmer unter 20 Jahren ausgezeichnet wurde. Auch für die Fünfte, die Serbin Sabrina Vlaskalic, gab es noch einen Geldpreis von 250 Euro sowie jede Menge Saiten. Freuen konnte sich zudem der Brasilianer Mateus Dela Fonte, der zwar nicht ins Finale gekommen war, dafür aber bei der 2. Runde am Freitag im Haus Villigst die beste Bach-Interpretation geliefert hatte und dafür mit 1000 Euro belohnt wurde. 50 Gitarristen aus 32 Ländern waren seit Donnerstag angetreten, dabei sein wollten 138 aus 52 Ländern. Mit einem umjubelten Konzert des „Los Angeles Guitar Quartet\" im Parktheater begann dann am Sonntagabend offiziell das 19. Internationale Gitarren-Symposium. Um 20 Uhr gibt es am Montag in der Obersten Stadtkirche ein Konzert mit Vladislav Blaha und Eliot Fisk. Vielen Dank an Torsten Lehmann und die WAZ |
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Nervosität ausblenden und rein in die Höhle des Löwen vom 13.08.2010 ![]() Thomas Kirchhoff, Veranstalter des Int. Gitarrensymposiums Iserlohn/Schwerte. „Man muss versuchen, das einfach auszublenden und Spaß zu haben. Man darf auf keinen Fall der Nervosität freien Lauf lassen\", sagt Fabian Freesen und fügt hinzu, dass das aber leichter gesagt sei als getan. So sehr er sich auch bemüht, aufkommende Aufregung schon im Keim zu ersticken - so wie er rund eine Stunde, bevor er vor die Jury tritt, im Foyer von Haus Villigst umherschleicht, ist ihm eine gewisse Grundnervosität doch deutlich anzumerken. Der 26-Jährige Gitarrist, der gerade sein Studium im Maastricht abgeschlossen hat, ist einer von 47 Teilnehmern, die sich gestern in der ersten Runde des vierten Internationalen Gitarrenwettbewerbs Iserlohn im Acht-Minuten-Takt der Jury stellten. Es ist sein vierter großer Wettbewerb, und dass das eine ziemlich aufregende Sache istw, gibt er unumwunden zu. „Zumal das Niveau hier extrem hoch ist\", wie er sagt. Allein unter den ersten acht Teilnehmern seien schon einige „Weltbekannte\" dabei gewesen. Das bestätigt auch der Iserlohner Gitarrenlehrer Ulrich Stracke, der bisher bei allen vier Iserlohner Wettbewerben in der Jury saß, nach den ersten Beiträgen. Wenn das so weiter gehe, sei zu befürchten, dass schon heute in der zweiten Runde, für die sich mit 24 Teilnehmern die Hälfte der Starter qualifizieren kann, einige erstklassige Nachwuchs-Gitarristen, die in anderen Wettbewerben vorne mit dabei wären, nur zuschauen dürfen. „Wir haben mindestens 15 Anwärter auf den ersten Preis\", hatte Thomas Kirchhoff als Initiator des Festivals und des Wettbewerbs, der alle zwei Jahre vor dem Symposion stattfindet, schon im Vorfeld angekündigt. In der Tat ist die Teilnehmerliste gespickt mit Namen von jungen Virtuosen, die schon auf den internationalen Konzertbühnen und in der Szene bestens bekannt sind. „Das ist aber normal für einen derart hoch dotierten Wettbewerb\", freute sich Kirchhoff auch gestern über die große Unterstützung vor allem der Bürgerstiftung der Iserlohner Sparkasse, die den Iserlohner Wettbewerb zu einer der ersten Adressen dieser Art macht. 15 000 Euro, ein Auftritt in der Carnegie Hall, eine Luxus-Uhr und eine erstklassige Konzertgitarre eines Meisterbauers winken dem Gewinner - und das zieht die Creme de la Creme der Nachwuchs-Virtuosen aus der ganzen Welt an. Ebenso wie das anschließende Symposion, deren Meisterkurse und Konzerte von den größten Virtuosen der Gitarren-Welt gegeben werden. Am Samstag werden die fünf Finalisten die letzte Runde des Wettbewerbs öffentlich in der Obersten Stadtkirche in Iserlohn bestreiten. Danach, am Sonntag, startet das 19. Gitarren-Symposion, das auch gestern schon seine Schatten in Haus Villigst voraus warf. Die große Pinnwand mit den begleitenden Kursen und Angeboten von der Finger-Aerobic bis zu den professionellen Studioaufnahmen, die der Gitarrist Hans-Werner Huppertz anbietet, steht schon im Foyer. Die ersten Gitarren-Bauer bestücken bereits ihre Vitrinen ein und das ganze Haus richtet sich auf die tollen Tage mit den Gitarristen aus aller Welt ein. Auch Fabian Freesen studiert schon die vielen Angebote und das Festival-Programm. Vorher muss er aber noch rein in die Höhle des Löwen und sein Programm vor den feinen Ohren der siebenköpfigen Gitarristen-Elite unter anderem mit Dale Kavanagh zu Gehör zu bringen. „Mal sehen, das weiß man vorher nie\", antwortet er auf die Frage, ob er sich bei dieser Konkurrenz etwas ausrechnet. Fest steht aber, dass er noch mindestens zwei Jahre so weiter machen will, und in einem Mix aus Unterrichten, Konzertieren und Wettbewerben Teil der Gitarren-Szene zu sein. Und das wird ihn wohl auch im nächsten Jahr wieder nach Iserlohn führen. |
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Junge Gitarristen aus aller Welt treffen sich in Iserlohn und Haus Villigst vom 12.08.2010 ![]() ISERLOHN - SCHWERTE 13 Konzerte, mehr als 600 Einzel-, Duo- und Ensemblestunden, Vorträge und Ausstellungen: Nach monatelanger Vorbereitungszeit startet am Sonntag das mit Spannung erwartete 19. Internationale Gitarren-Symposion Iserlohn, das laut Veranstalter größte und bedeutendste Festival für klassische Gitarre in Europa. Mehr als 200 Gitarristen, Dozenten und Aussteller aus 50 Ländern werden sich auch in diesem Jahr wieder in Iserlohn und Schwerte treffen. Dort, im Haus Villigst, hat das Gitarren-Symposion eine neue Heimat gefunden, nachdem vor drei Jahren auf die Tagungsstätte Haus Ortlohn verzichtet werden musste. In dem historischen Rittergut werden in 18 Räumen parallel die Seminare stattfinden. Für die Kurse reisen die jungen Musiker aus aller Welt an, um in der intensiven Unterrichtsatmosphäre von und mit den namhaften Dozenten zu lernen. Die großen Konzerte finden nach wie vor in Iserlohn statt. Den Anfang macht das Los Angeles Guitar Quartet, das auf seiner 30-Jahre Jubiläumstour weltweit unterwegs ist. Offiziell eröffnet wird das Festival am Sonntag um 20 Uhr im Parktheater durch den Bürgermeister Dr. Peter-Paul Ahrens. Im Konzert des Los Angeles Guitar Quartets werden anschließend Werke für vier Gitarren aus der Zeit von Cervantes (Lautenmusik der Renaissance) und spanische Klänge zu hören sein. So spielt das Quartett unter anderem auch seine eigene berühmte Bearbeitung der „Carmen Suite\" von Georges Bizet. Das Quartett ist darüber hinaus bekannt für seine lockere Präsentation bei absoluter Beherrschung des Instruments. Die mehrfach mit dem „Grammy-Preis\" ausgezeichneten Amerikaner sind bereits zum dritten Mal beim Iserlohner Festival dabei. Die jeweils zweigeteilten Konzerte an den folgenden Abenden finden in der Obersten Stadtkirche statt. Am Montag, 16. August, spielen Vladislav Blaha und Eliot Fisk aus den USA ihre Soloprogramme. Am Dienstag versprechen die Veranstalter „sensationelle Technik und absolute Beherrschung des Instruments\" mit dem Tetra Quartet und den Katona Twins. Musiker aus New York und Rom sind am Mittwoch, 18. August zu Gast: das Newman & Oltman Guitar Duo und Carlo Marchione. Der Donnerstag gehört den Solisten Massimo delle Cese und Stephen Robinson, bevor am Freitag Jorgos Panetsos und Roland Dyens spielen. Die besten Teilnehmer des Kurses, das Festival-Ensemble mit Gerald Garcia, beenden am Samstag, 21. August, die Konzertreihe in der Obersten Stadtkirche. Karten für alle Konzerte gibt es auch noch an der Abendkasse jeweils ab 19 Uhr. |
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Evangelische Akademie wird 60 Jahre alt vom 12.08.2010 ![]() Fest-Symposium zum Geburtstag VILLIGST - Die Evangelische Akademie feiert 2010 ihr 60-jährliges Bestehen. 60 Jahre Evangelische Akademie, das heißt 60 Jahre streiten für Menschenrechte und Menschenwürde, um Gerechtigkeit und Frieden, um Solidarität und um den Abbau trennender Schranken. „Perspektiven für eine Neuverordnung Europas im Zeitalter der Globalisierung\" ist aus diesem Grund das Thema des Symposiums der Evangelischen Akademie Villigst am 1. und 2. Oktober 2010. Neben Präses Alfred Buß und dem Bürgermeister der Stadt Schwerte werden die grüne Europaabgeordnete Barbara Lochbihler und Sven Giegolt sowie die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Ueberschär., der Prälat der Katholischen Akademie Schwerte und Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft den Beitrag der Akademie zum europäischen Diskurs unterstützen und Schwerpunkte und Bausteine für ein gerechtes, nachhaltiges und zukunftsfähiges Europa diskutieren. Die Evangelischen Akademien seien von Beginn an Orte dieses Diskurses. Ziel der Evangelischen Akademie sei es, Gruppen und Meinungsführern der Gesellschaft Raum zur Diskussion konträrer Positionen zu bieten, hieß es. Dabei sollten konstruktive Wege der Verständigung gesucht werden. Die Akademie der westfälischen Kirche erhielt ab 1956 einen festen Sitz in Iserlohn. Seit dem 1. Januar 1999 gehört die Einrichtung zum neu gegründeten Institut für Kirche und Gesellschaft der westfälischen Kirche. Mit der Zusammenführung der Tagungshäuser der westfälischen Kirche im Jahr 2007 ist die Evangelische Akademie in Haus Villigst in Schwerte angesiedelt. |
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Im Dialog mit der Politik vom 03.08.2010 ![]() Theologischer Vizepräsident Albert Henz, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Präses Alfred Buß und Juristischer Vizepräsident Klaus Winterhoff (von links). Jahresempfang der Kirchenleitung in Haus Villigst Landeskirche - Die Evangelische Kirche von Westfalen ist im Dialog mit Politik, Wirtschaft, Kultur. Präses Alfred Buß lädt als Vorsitzender der Kirchenleitung Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ein, um sie über aktuelle Entwicklungen in der westfälischen Kirche zu informieren und ins Gespräch zu kommen. Am Montag (12. Juli) kamen über 200 Gäste zum Jahresempfang in die Tagungsstätte Haus Villigst in Schwerte. Unter ihnen waren Mitglieder der künftigen Landesregierung, weitere Landtags- sowie Bundestagsabgeordnete und Bundestagspräsident Norbert Lammert. |
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Kulturelle Vielfalt von Kindern vom 29.06.2010 ![]() 6. Kindergipfel der Ev. Jugend von Westfalen: Gelebte Beteiligung von Kindern als großes Kulturfest SCHWERTE - Vom 2. bis 4. Juli erwartet die Evangelische Jugend von Westfalen etwa 400 Kinder und Erwachsene zum diesjährigen Kindergipfel im Park von Haus Villigst. 16 Gruppen von Kindern mit ihren Begleitern aus neun Kirchenkreisen der westfälischen Landeskirche werden ab Freitag, 2. Juli, das Parkgelände der Tagungsstätte Haus Villigst in eine große Zeltstadt verwandeln. Bis Sonntag steht alles unter dem Motto der Veranstaltung \"Alle in einem Pott\". Damit knüpft der Gipfel eng an das Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 an, denn \"es geht darum, die regionale und kulturelle Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Kindern zu entdecken, zu schätzen und sichtbar zu machen\", so Elke Kaika, Projektleiterin des Kindergipfels im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen. Die Gruppen waren im Vorfeld aufgerufen, das Thema regional zu bearbeiten und ihre Beiträge auf dem Kindergipfeltreffen zu präsentieren. Kinderkultur So erwartet die Teilnehmenden ein buntes Programm mit einer Theatergruppe, die durch die Veranstaltung führt, Clowns und Zauberei, am Lagerfeuer sitzen und singen, 18 verschiedene Workshops am Samstagvormittag wie \"Kinder machen Zirkus\", \"Mit dem Einrad fahren\", \"Spontanes Theater spielen\", \"Einen Film produzieren\", \"In Bäumen klettern\", \"Eine Murmelbahn bauen\" und vieles mehr. Der Samstagnachmittag wird nicht weniger aktiv, denn dort entsteht die Kinder-Kulturmeile, auf der die mitgebrachten Beiträge der Gruppen dargeboten werden und die einzelnen Regionen sich vorstellen. Der Kirchliche Überwachungs-Verein (KÜV) Ein wiederkehrendes Element aller Gipfeltreffen findet dann schließlich am Sonntag statt. Vor dem abschließenden Kindergottesdienst verleiht der Kirchliche-Überwachungs-Verein (KÜV) Plaketten an Gemeinden, von denen die Kinder selbst sagen: \"Diese Gemeinde ist für Kinder geeignet, denn dort heißt es: Kinder Willkommen!\" Wer erstmals eine Plakette erhält, seine verlängert bekommt oder sogar diese Auszeichnung aberkannt bekommt, wird mit Spannung erwartet. Die Idee, Gemeinden durch Kinder selbst auf Kinderfreundlichkeit \"abzuchecken\", stammt von den Kindern des ersten Kindergipfels und wurde zum KÜV ausgebaut. Live vom Kindergipfel Erstmals werden kurze Radiobeiträge, Videos und Fotos des Geschehens vom Kindergipfel noch am selben Tag auf der Internetseite des Gipfels unter www.kindergipfel.info zu erleben sein. Die Beiträge, das macht den Kindergipfel eben aus, werden von den Kindern selbst produziert. Der Kindergipfel der Evangelischen Jugend von Westfalen ist ein westfalenweites Beteiligungsprojekt mit Kindern, das erstmals 1999 stattfand. Seine Initiierung ging auf die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen 1997 zurück, in der eine stärkere aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt der Beratungen stand. Der westfälische Kindergipfel als landesweites Projekt dieser Art zur gelebten Beteiligung von Kindern in der Kirche ist in der Evangelischen Kirche Deutschland einzigartig. Er findet alle zwei Jahre in Haus Villigst (Schwerte) statt. |
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Energiewende für Klima und Arbeitsplätze vom 23.06.2010 Klimaallianz fordert verbindliches Klimaschutzgesetz für NRW NRW - Kirchen, Entwicklungsorganisationen und Umweltverbände fordern ein verbindliches Klimaschutzgesetz für Nordrhein-Westfalen. Mit Blick auf die am Dienstag in Düsseldorf aufgenommenen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen mahnte das Bündnis aus 100 Organisationen auch einen Baustopp für neue Kohlekraftwerke in NRW an. Mit ihrer Kampagne für ein Klimaschutzgesetz wirbt die Klimaallianz für einen Neuanfang in der Energie- und Klimapolitik des Landes. Eine Energiewende sei nicht nur gut für das Klima, sondern auch für Arbeitsplätze und eine zukunftsorientierte Strukturentwicklung in unserem Land. NRW habe unter allen Bundesländern beim Klimaschutz die \"Rote Laterne\" übernommen, erklärte Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der westfälischen Kirche und Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft in Haus Villigst. Bis zum Schluss habe die alte schwarz-gelbe Landesregierung versucht, das Urteil gegen das E.ON-Kohlekraftwerk in Datteln auszuhebeln und neue klimaschädliche Kohlekraftwerke auf den Weg zu bringen. Daher sei auch die sofortige Aussetzung des von CDU und FDP initiierten Änderungsverfahrens für den Landesentwicklungsplan für den Bereich Energie erforderlich. (epd) |
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Schwerter Senf auch in Haus Villigst vom 22.06.2010 ![]() Haus Villigst hat sich die Nutzung regionaler Produkte auf die Fahne geschrieben. So achten wir auch auf schonende Herstellung und den Verzicht unnötiger Zutaten, wie Geschmacksverstärker und Industriezucker in Produkten, wo sie nicht hingehören. In der Gastronomie wie im Verkauf in der Cafeteria bieten wir Schwerter Senf als Bestandteil unserer Verpflegung. Verschiedene Senfsorten werden in Soßen und Salaten verwendet oder stehen den Gästen bei einzelnen Gerichten zur Verfügung. Die Schwerter Senfmühle ist ein kleiner, alt eingesessener Familienbetrieb in Schwerte. Ende 1999 übernahmen die Familie Peisert die historischen Mahlgänge samt Zubehör von dem Vorgänger Wilhelm Adrian, der auch das nur mündlich überlieferte, geheime Familienrezept anvertraute. Zuerst als Hobby angedacht, um den „guten Schwerter Senf\" nicht zu verlieren und die Tradition aufrecht zu erhalten, fanden schon bald immer mehr Schwerter zu „Ihrem Senf\". Besonders durch sie war der Schwerter Senf bald in „aller Munde\". Verschickt, verschenkt und verkostet wächst die Schwerter Senfgemeinschaft und die Hersteller freuen sich, daß durch viele Anregungen und Anfragen von Kunden weitere Senfsorten entstanden sind. Auf der website der Schwerter Senfmühle finden Sie viele weitere Informationen: |
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Bei Hartz-IV-Leistungen nachbessern vom 21.06.2010 ![]() Die künftige Sozialpfarrerin der Evangelischen Kirche von Westfalen Heike Hilgendiek. Foto: EKvW Westfälische Sozialpfarrerin: Sparpaket birgt sozialen Zündstoff Das Sparpaket der Bundesregierung birgt nach Einschätzung der künftigen westfälischen Sozialpfarrerin Heike Hilgendiek \"sozialen Zündstoff\". \"Kürzungen bei den ohnehin zu kurz Kommenden werden die Bereitschaft nicht fördern, sich konstruktiv an der Gestaltung der Gesellschaft zu beteiligen\", warnte die 50-jährige evangelische Theologin in einem epd-Interview. \"Mich wundert nicht, wenn Frustration zu Aggression führt.\" Hilgendiek kritisierte eine ungerechte Belastung einkommensschwacher Haushalte. \"Der Spitzensteuersatz bleibt unverändert, aber Elterngeld, Heizkostenzuschuss und Zuschuss bei der Rentenversicherung für Hartz-IV-Empfänger werden gestrichen\", sagte die aus Marl stammende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen. Hilgendiek verlangte im epd-Gespräch auch Nachbesserungen bei den Hartz-IV-Leistungen: \"Überprüfung und teilweise Erhöhung der Regelsätze - das ist dran.\" Es sei zum Beispiel nicht akzeptabel, dass Kinder armer Familien das Geld nicht behalten dürften, das sie sich mit einem Ferienjob verdienen. \"Es kann auch nicht sein, dass es in den Sätzen keinerlei Spielraum für Kultur gibt.\" Ein Kinobesuch sprenge heute das Budget eines Harzt-IV-Haushaltes, Schulausflüge könnten sich viele Familien nicht leisten. (epd) |
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Verpflichtung: Jugendliche vor Gewalt schützen vom 14.06.2010 ![]() Jugendkammer der Evangelischen Kirche von Westfalen verabschiedet Selbsterklärung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Um Kindern und Jugendlichen den bestmöglichen Schutz vor sexueller und anderer Gewalt zu bieten, sollen alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit in Westfalen eine entsprechende Selbsterklärung abgeben. Das hat die Jugendkammer der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) am 11. Juni in ihrer Sitzung in Haus Villigst beschlossen. „Wir achten die Persönlichkeit und Würde von Kindern und Jugendlichen, gehen verantwortlich mit ihnen um und respektieren individuelle Grenzen\", so der Ausgangspunkt der Selbstverpflichtung. Im Einzelnen unterzeichnen die Haupt- und Ehrenamtlichen die Verpflichtung, für Kinder und Jugendliche „ein sicheres, förderliches und ermutigendes Umfeld\" zu erhalten oder zu schaffen. Sie verpflichten sich, alles zu tun, damit sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und andere Formen von Gewalt verhindert werden. Auf Anzeichen von Gewalt und Grenzüberschreitungen achten „Ich bin mir meiner besonderen Verantwortung bewusst und missbrauche meine Rolle nicht im Umgang mit mir anvertrauten jungen Menschen\", heißt es weiter in der Erklärung. Die Unterzeichner sollen auch auf mögliche Anzeichen von Gewalt und auf Grenzüberschreitungen durch andere Mitarbeitende oder Teilnehmer in den Angeboten und Aktivitäten der Kinder- und Jugendarbeit achten. „Über die bereits vorhandene Thematisierung in den Schulungsmaßnahmen für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Evangelischen Jugend von Westfalen hinaus ist diese Selbsterklärung ein kräftiger Anstoß, das Thema Kindesschutz überall offensiv aufzunehmen\", so Udo Bußmann, Landesjugendpfarrer der EKvW und Vorsitzender der Jugendkammer. Einen Prozess der Verständigung anstoßen Die Erklärung soll insbesondere als didaktisches Material in den Schulungen für ehrenamtlich Tätige eingesetzt werden. Besonders betonten die Mitglieder der Jugendkammer, dass es sich bei dieser Selbsterklärung nicht um einen Ausdruck von Misstrauen gegenüber ehrenamtlich Mitarbeitenden handle. Vielmehr solle sie einen Prozess der Verständigung und Auseinandersetzung innerhalb der Evangelischen Jugend anstoßen, der sich sowohl an ehrenamtlich als auch an hauptamtlich Tätige richtet. Die 16 anwesenden Jugendkammermitglieder unterschrieben die Erklärung alle unmittelbar nach dem Beschluss und wollen damit auch Kollegen und Mitarbeiter über das Arbeitsfeld Kinder- und Jugendarbeit hinaus ermutigen, sich dieser Erklärung anzuschließen und die aktive Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema Kindesschutz zu suchen. Klare und transparente Regeln zum Umgang mit sexueller Gewalt Die Jugendkammer der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ist das oberste beschlussfassende Gremium des Jugendverbandes Evangelische Jugend von Westfalen. Zu den Mitgliedern gehören die Jugendarbeit der Kirchenkreise und Gemeinden der EKvW und die Jugendverbände CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen - Westbund), EC (Entschieden für Christus), esw (Evangelische Schülerinnen Arbeit), LJV (Landesjugendvertretung) innerhalb der räumlichen Grenzen der EKvW. In der EKvW gibt es seit 2001 klare und transparente Regeln zum Umgang mit sexueller Gewalt. Anschuldigungen und Verdachtsmomenten ist demnach unverzüglich nachzugehen. Sollte ein Verdacht bestehen, werden betroffene kirchliche Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen sofort vom Dienst suspendiert. Wenn staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nicht bereits im Gange sind, erfolgt Strafanzeige. Thema auf der Tagesordnung halten Eine enge Zusammenarbeit mit den Justizbehörden ist selbstverständlich. Es gibt ein geregeltes System mit geschulten Ansprechpersonen, an die sich Opfer, aber auch Beschuldigte wenden können. In fast jedem der 31 Kirchenkreise steht mindestens eine Ansprechpartnerin oder ein Ansprechpartner (möglichst eine Frau und ein Mann) zur Verfügung. Sie haben auch die Aufgabe, das Thema auf der Tagesordnung zu halten. Erklärung der Jugendkammer im Wortlaut (PDF-Datei, 13KB) |
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Arbeit und Soziale Gerechtigkeit vom 25.05.2010 ![]() Heike Hilgendiek wird neue Sozialpfarrerin der Evangelischen Kirche von Westfalen Heike Hilgendiek wird ab 1. September Sozialpfarrerin der Evangelischen Kirche von Westfalen. Das hat das Landeskirchenamt in Bielefeld jetzt beschlossen. Als Sozialpfarrerin widmet sie sich den Themenfeldern soziale Gerechtigkeit, Arbeit und Wirtschaft. Die 50-jährige Theologin wird in ihrer neuen Aufgabe den Kontakt zwischen Wirtschaft und Kirche ebenso wie zwischen Arbeitnehmern und Kirche pflegen und ausbauen. Kirche steht auf Seite der Benachteiligten „Soziale Ungerechtigkeit zählt zu den großen Herausforderungen unserer Gesellschaft, denen wir uns auch als Kirche stellen\", erklärt Pfarrerin Hilgendiek. Deshalb möchte sie die Auseinandersetzung mit diesem Thema vorantreiben und die verschiedenen Partner miteinander ins Gespräch bringen: Wirtschaft, Gewerkschaften, Parteien, freie Gruppen und Initiativen. „Als Kirche stehen wir an der Seite der Benachteiligten und arbeiten daran mit, dass sie – wie alle – am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Wir fragen: Wie kann die Soziale Marktwirtschaft in der globalisierten Wirtschaft neu buchstabiert werden? Wie kann die Zukunft der Arbeit verantwortlich gestaltet werden? Wie lassen sich Ökonomie, Soziales, Bildungsgerechtigkeit und ökologisch nachhaltiges Wirtschaften miteinander verbinden? Und wir fördern das Gespräch darüber.\" Sie sieht sich als Moderatorin und als Impulsgeberin und wird maßgeblich an Projekten und Kampagnen der Evangelischen Kirche mitwirken. Das Sozialpfarramt ist im landeskirchlichen Institut für Kirche und Gesellschaft in Haus Villigst in Schwerte angesiedelt. Die Stelle war seit 2009 unbesetzt. Heike Hilgendiek stammt aus dem Ruhrgebiet. Nach dem Studium der Theologie und Psychologie und einem Gemeindepraktikum in Paraguay kam sie als Vikarin nach Bochum. Seit 1986 war sie Pfarrerin in der Evangelischen Stadt-Kirchengemeinde Marl. 1998 wurde sie zur Synodalassessorin gewählt. Leitungsverantwortung trug sie außerdem als Mitglied im landeskirchlichen Finanzausschuss und der Landessynode. Nach einer Ausbildung zur Gemeindeberaterin hat die Theologin einige westfälische Gemeinden in Prozessen der Umstrukturierung und in Krisensituationen beraten. Seit 2007 ist sie persönliche Referentin von Präses Alfred Buß. |
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Eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben vom 10.05.2010 ![]() Jugendpfarrer Udo Bußmann, Schwerte. Foto: EKvW Landesjugendpfarrer fordert von neuer Landesregierung Einsatz für Jugendarbeit Der Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen, Udo Bußmann, hat an die neue NRW-Landesregierung appelliert, die Kinder- und Jugendarbeit zu sichern. Schon jetzt seien immer mehr Kommunen gezwungen, ihre Zuschüsse für diesen Bereich zu kürzen, sagte Bußmann am Montag in Schwerte dem epd. \"Als Evangelische Jugend werden wir darauf drängen, dass Kinder- und Jugendarbeit eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben ist, die eine Kommune, ein Land oder der Bund zu leisten hat\", unterstrich Bußmann. Nötig sei eine Verständigung darüber, was welche Ebene mit welchem Geld tun solle. Der Landesjugendpfarrer mahnte auch eine Weichenstellung in der Bildungspolitik für ein längeres gemeinsames Lernen an. Besonders in ländlichen Gebieten hätten wegen einer sinkenden Schülerzahl immer mehr Grundschüler längere Wege bis zur nächsten Grundschule. Bußmann plädierte außerdem für eine Fortführung des auf fünf Jahre festgelegten Kinder- und Jugendförderplans. Die Planungssicherheit habe sich bewährt. (epd) |
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Haus Villigst: Renovierung geht in die zweite Runde vom 10.05.2010 ![]() Die Renovierung von Haus Villigst geht weiter. Ziel ist, den weiteren Gebäudekomplex funktional und gestalterisch zu verbessern, die Bausubstanz zu erhalten und Energie zu sparen. Zusätzlich werden barrierefreie Zugänge für Rollstuhlfahrer geschaffen. Hinzu kommen technische Notwendigkeiten wie Brandschutz, Sanierung der Grundleitungen u.a. In den jahren 2006 bis 2008 wurde bereits der zentrale, unter Denkmalschutz stehende historischen Bereich modernisiert und erweitert. In einem weiteren Bauabschnitt folgen nun zwei Gebäude aus den 70er Jahren, die durch das Pädagogische Institut, das Frauenreferat sowie die Mediothek und Bibliothek von Haus Villigst genutzt werden. Die Arbeiten sollen noch in diesem Sommer beginnen und voraussichtlich nach einem Jahr abgeschlossen sein. Verbindungsbau und neuer Zugang zu Medienzentrum und Mediothek Ein Verbindungsbau zwischen dem großen Medienzentrum und einem weiteren Gebäude direkt am Park gelegen, soll künftig den Zugang neu regeln und auch einen Aufzug für Personen und Lasten erhalten. Im Vordergrund stehen aber eine Modernisierung der Haustechnik, die Wärmedämmung der Fassaden, neue Fenster und eine Verbesserung der Gebäudetechnik, des Brandschutzes und der Ver- und Entsorgungsleitungen. Zusätzlich geplant ist die Einrichtung weiterer Parkplätze auf dem Gelände. Erfreulich ist auch, dass es gelingen wird, die pädagogische Arbeit der Einrichtungen in einer modernen Umgebung weiter zu qualifizieren, da die bisherige Ausstattung nach fast vier Jahrzehnten aufgebraucht ist. Die Kosten für die Baumaßnahme werden sich auf ca. 2,85 Millionen Euro beziffern, die zum größten Teil aus dafür vorgesehenen Rücklagen gedeckt werden können. |
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Damit Väter für ihre Kinder da sein können vom 30.04.2010 ![]() Große Nachfrage bei Fortbildung „Kompetenzen erweitern: Vater-Kind-Angebote leiten\" \"Ich möchte mich in der Kirche engagieren und dort besonders die Arbeit mit Männern fördern\", begründet Henning W. seine Teilnahme an der diesjährigen Fortbildung in Haus Villigst. Von April 2010 bis März 2011 qualifiziert die Evangelische Männerarbeit zum zweiten Mal 14 Männer, die verantwortlich Vater-Kind-Angebote in Kindertageseinrichtungen, Familienzentren und Gemeinden durchführen werden. In mehreren Blockseminaren, einer Hospitation und einer schriftlichen Abschlussarbeit werden theoretische und praktische Kenntnisse vermittelt. Zum Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Aufgrund des Innovationscharakters wird die Fortbildung vom NRW-Familienministerium gefördert. Projekt ist richtungsweisend Geleitet wird die Fortbildung von Jürgen Haas, Referent in der Männerarbeit im Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen und Jürgen Rams, Referent in der Männerarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Neben der Beteiligung der Fachhochschule Bochum sind weitere Fachleute an der Fortbildung beteiligt. Dieses Fortbildungsprojekt gewinne eine große richtungweisende Bedeutung, zumal in einer Zeit, in der die Beziehung zwischen Vätern und Kindern immer stärker wahrgenommen wird. Immer mehr Väter wollen für ihre Kinder da sein und aktive Erziehungsverantwortung wahrnehmen. Vaterrolle qualifiziert ausfüllen Die soziale Dimension des Vaterseins gewinne gegenüber der bloßen Sorge für den Familienunterhalt an Bedeutung, so die Veranstalter. Moderne Väter suchten nach Gestaltungsräumen, in denen sie ihre Rolle qualifiziert ausfüllen können. Hierfür bräuchten sie den Austausch mit anderen Vätern sowie praktische Anregungen für die Beziehungsgestaltung mit ihrem Kind. Um diese Entwicklung zu unterstützen, suchen Einrichtungen wie Kindergärten und Familienzentren, aber auch die kirchliche Familienbildung nach neben- und ehrenamtlichen pädagogischen Mitarbeitern. Sie sollen differenzierte Angebote entwickeln und anleiten, die Männer bei einer kompetenten und achtsamen Wahrnehmung ihrer Erziehungsverantwortung unterstützen. |
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NRW auf der Verliererstraße vom 29.04.2010 ![]() Experten: NRW ist beim Umbau der Energiewirtschaft zurückgefallen Nordrhein-Westfalen ist beim Umbau seiner Energiewirtschaft in den vergangenen fünf Jahren zurückgefallen. Diese Auffassung hat Jürgen Maier, Mitglied des Sprecherrats der Klima-Allianz mit Sitz in Berlin, am Wochenende auf einer Tagung des Institutes für Kirche und Gesellschaft in Haus Villigst, Schwerte zur Klima- und Energiepolitik in NRW vertreten. Maier warf der schwarz-gelben Landesregierung vor, sich zwar mit der 33-prozentigen Reduzierung des CO2-Ausstoßes bis 2020 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt zu haben, aber bisher keine durchgreifenden Maßnahmen ergriffen zu haben, dieses Ziel zu verwirklichen. Maier kritisierte, dass wegen der kritischen Haltung der Landesregierung in der Solar- und Windräder-Industrie die Zahl der Beschäftigten bei 22.000 stagniere. Er sah NRW bei den erneuerbaren Energien auf der Verliererstraße, während die ostdeutschen Bundesländer konsequent auf Solar und Windkraft setzten und in Süddeutschland Biomasse als Alternative forciert werde. Auf der Gewinnerstraße sei weltweit China, das einen immer größeren Teil der benötigten Energie über Windkraft und Solarenergie hole. (epd) |
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Zukunft bewegen vom 16.04.2010 ![]() Das Logo von \"Zukunft bewegen\". Grafik: IKG Zur Landtagswahl: Positionen der Evangelischen Kirche von Westfalen Als Orientierung zur Landtagswahl hat die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) ihre Positionen zu wichtigen politischen Fragen zusammengestellt und veröffentlicht. Unter dem Titel \"Zukunft bewegen\" sind Aussagen zum Sozialstaat, zu Schule und Bildung, Migration und Integration, Energiepolitik und Klimaschutz sowie zur Grünen Gentechnik vereinigt. Die Orientierungspunkte - im Internet unter www.zukunft-bewegen.ekvw.de zu finden - sind mit dem Appell verbunden: „Gehen Sie wählen! Nehmen Sie Ihr Grundrecht wahr und stimmen Sie über die politische Zukunft NRWs und die Verteilung politischer Verantwortung ab!\" Den schwächsten Gliedern soll Gerechtigkeit widerfahren Die Evangelische Kirche von Westfalen betrachtet es als ihre Aufgabe, zu gesellschaftlichen Schlüsselthemen Stellung zu nehmen - nicht nur im Umfeld von Wahlen. „Nach unserer Überzeugung hängt die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft entscheidend davon ab, ob ihren schwächsten Gliedern Gerechtigkeit widerfährt\", schreiben die Autoren der Zusammenstellung, die hauptsächlich vom landeskirchlichen Institut für Kirche und Gesellschaft in Schwerte-Villigst erarbeitet wurde. In konzentrierter Form werden Positionen zu wichtigen Bereichen der politischen Auseinandersetzung präsentiert: Kernthesen aus Beschlüssen, kirchlichen Denkschriften und Verlautbarungen der jüngsten Zeit. Einige Beispiele: Die Soziale Marktwirtschaft müsse zu einer sozial, ökologisch und global verpflichtenden Marktwirtschaft weiter entwickelt werden, sagte Präses Alfred Buß als leitender Theologe der EKvW vor der Landessynode 2009. Und: „Marktmechanismen sind kein Naturgesetz. Märkte sind soziale Phänomene, die gestaltet werden können\", stellt eine Studie der Landeskirche (2009) über die Soziale Marktwirtschaft fest. Bildung: Zum Bereich Bildung und Schule kritisiert eine Stellungnahme der drei evangelischen Kirchen in NRW (2009), dass die Schulstruktur im Bundesland „nicht die Anforderungen an ein gerechtes und begabungsförderliches Schulsystem\" erfüllt. Schule müsse die Erfahrung ermöglichen, mit den individuellen Fähigkeiten willkommen zu sein und gefördert und herausgefordert zu werden - unabhängig vom sozialen und kulturellen Milieu, dem die Schüler entstammen. Kernenergie: Bereits 2006 hat die Landessynode als höchstes Leitungsgremium einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft gefordert. Klimaschutz: 2008 verpflichtete sich die westfälische Landeskirche, ihre eigenen CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren (auf der Basis von 1990). Gentechnik: Zur Grünen Gentechnik nimmt die westfälische Landeskirche eine kritische Haltung ein. Sie sei nicht das richtige Mittel, um den Welthunger zu bekämpfen, dessen Ursachen in der strukturell bedingten Armut lägen. „Für eine nachhaltige und sozialverträgliche Landwirtschaft ist die Grüne Gentechnik nicht notwendig\", stellte die Synode 2005 fest. |
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Fit für die Kinder- und Jugendarbeit vom 16.04.2010 ![]() Ausschnitt aus dem Jahresplakat 2010 der Evangelischen Jugend von Westfalen. Foto: Ev. Jugend von Westfalen Kompaktfortbildung vermittelt Kompetenzen für die evangelische Kinder- und Jugendarbeit Erstmals bietet das Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen eine Kompaktfortbildung für Hauptamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit aus den Landeskirchen Westfalen und Rheinland an. Die Fortbildung erfolgt in 2 Modulen von je einer Woche und vermittelt spezifische Kompetenzen für das gemeindliche Handlungsfeld Kinder- und Jugendarbeit. Hauptamtlich Tätige in der Evangelischen Kinder- und Jugendarbeit sehen sich vielen Herausforderungen gegenüber gestellt. \"Viele Mitarbeitende in dem kirchlichen Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendarbeit bringen zwar durch Ausbildung und Studium eine angemessene pädagogische Fachkompetenz in die Arbeit ein, jedoch brauchen sie Rückendeckung für die individuellen und vielfältigen Anforderungen der Kinder- und Jugendarbeit in Rahmenbedingungen kirchlicher Institutionen\", so Landesjugendpfarrer Udo Bußmann und Leiter des Amtes für Jugendarbeit heute in Schwerte zu den Gründen für die Kompaktfortbildung. Praxisnahe Themen, Methoden und Aktionen Durch praxisnahe Themen, Methoden, Projekte und Aktionen wird den Teilnehmenden während der Fortbildung Handwerkszeug an die Hand gegeben, um die Qualität, Wirksamkeit und den Erfolg der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im evangelischen Kontext zu sichern. Im ersten Modul, das zurzeit mit 12 Teilnehmenden in Meinerzhagen stattfindet (12.-16. April), erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter relevante Hintergrundinformationen zu den Themenkomplexen: Arbeiten im multiprofessionellen Team, Zeit- und Selbstmanagement, kirchliche Strukturen, Finanzmanagement, Eventmanagement, Konzeptionsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit. Breite Themenpalette In der zweiten Fortbildungswoche vom 14. – 18. Juni werden Themen wie: Biografische Dimensionen des Glaubens, Methoden im Umgang mit biblischen Texten, Gewalt und Rechtsextremismus, Inklusive Pädagogik, Offene Jugendarbeit, Ergebnisse der Jugendforschung, Medienpädagogik und Ausbildung Ehrenamtlicher bearbeitet. Eine in die Seminare integrierte Supervision bietet den Teilnehmenden kontinuierliche Begleitung und Unterstützung bei aktuellen Fragen des Berufsalltags. |
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\"Noch ganz am Anfang\" vom 25.03.2010 ![]() Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter des Landes NRW bei seinem Vortrag in Villigst. Foto: EKvW Experten diskutierten bei einer pädagogischen Fachtagung über Islamischen Religionsunterricht Fast 11.000 muslimische Schülerinnen und Schüler werden zurzeit an 133 Schulen in NRW im Fach \"Islamkunde\" unterrichtet. Die Landesregierung plant indes, den Schulversuch auszuweiten. Das Ziel: ein flächendeckender islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache als ordentliches Lehrfach. Im Rahmen einer Fachtagung, zu der die drei evangelischen Landeskirchen in NRW eingeladen hatten, konnten sich gut 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Haus Villigst ein Bild vom aktuellen Stand der Dinge machen. Dabei gab es auch reichlich Gelegenheit, mit Experten ins Gespräch kommen. Einen gleichberechtigten Platz einräumen Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter des Landes NRW, bekannte sich zur religiösen Pluralität in Deutschland und betonte, es sei an der Zeit, dem Islam mit dem islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache einen gleichberechtigten Platz einzuräumen. Aufgabe eines solchen Religionsunterrichtes sei es, den Schülerinnen und Schülern ein differenziertes Bild vom Islam zu vermitteln. Dazu würden rund 1000 neue Lehrerinnen und Lehrer in NRW benötigt. Ein wichtiger Beitrag für die Integration Dadurch leiste der islamische Religionsunterricht auch einen wichtigen Beitrag zur Integration. Dennoch betonte Kufen: \"Wir machen islamischen Religionsunterricht, weil die Kinder Anspruch darauf haben, nicht, damit die Integration besser funktioniert. Zugleich räumte der Integrationsbeauftragte ein, dass man noch nicht da sei, wo man stehen wolle. Vor allem die Zusammenarbeit mit den muslimischen Verbände gestalte sich als schwierig. Eine Bringeschuld der muslimischen Verbände Die Verbände hätten eine Bringeschuld, betonte auch Professor Bülent Ucar (Osnabrück): \"Sie müssen die Hausaufgaben nachholen, die sie bis heute nicht gemacht haben\", sagte der Bildungsexperte mit Blick auf die geringe personelle Kontinuität und die fehlende demokratische Legitimierung. Aufgabe der Politik sei es jetzt, offensiv und entschlossen zu handeln. Ucar: \"Wir sind noch ganz am Anfang\". Zugleich nannte Ucar zentrale Aufgaben eines islamischen Religionsunterrichtes: er habe objektive Kenntnisse vom Islam zu ebenso zu vermitteln wie Werte. Er sei kein Ort, um den eigenen Glauben zu praktizieren, wohl aber kritisch zu reflektieren. Ein demokratisch freiheitliches Angebot Eckhard Langner, Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland begrüßte als Sprecher der drei evangelischen Landeskirchen in NRW die Weiterentwicklung des Schulversuchs und beurteilte den islamischen Religionsunterricht als demokratisch freiheitliches Angebot. Zugleich brachte er die evangelische Kirche als Kooperationspartner ins Spiel. \"Wir sind bereit, als Partner auf Augenhöhe diesen Prozess zu begleiten\", so Langner. Eltern sind durchweg zufrieden Heidemarie Ballasch stellte den Teilnehmenden schließlich ihre Erfahrungen aus dem Modellversuch des Landes Niedersachsen vor. Der konfessionelle Religionsunterricht biete die besten Voraussetzungen für die Ausbildung einer dialogfähigen religiösen Identität in einer pluralistischen Gesellschaft. Die Eltern der muslimischen Schülerinnen und Schüler seien mit dem isalmischen Religionsunterricht überdurchschnittlich zufrieden. Ballasch: \"Es gibt auch Sachen, da macht die Landesregierung was richtig.\" |
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Typisch Mensch - einfach nur so! vom 15.03.2010 ![]() Reinhard Horn (Bildmitte), Pfarrerin Kerstin Othmer-Haake (Hintergrund) und die kleinen sowie großen Akteure bei der Probe zum Fernsehgottesdienst in St. Marien. Foto: VKK Unter dem Motto „Typisch Mensch – einfach nur so\" sendet das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) am Sonntag, 21. März, von 9.30 bis 10.15 Uhr einen evangelischen Gottesdienst mit Pfarrerin Kerstin Othmer-Haake aus der Dortmunder St. Marienkirche. „Lasset die Kinder zu mir kommen\", heißt es in der Bibel – und auch in der Dortmunder Marienkirche. Kerstin Othmer-Haake ist in Haus Villigst für die Arbeitsstelle Kindergottesdienst im Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung zuständig. Richtig lebendig wird es, wenn große und kleine Kinder sich sonntags zum Kindergottesdienst um ihre Pfarrerin Kerstin Othmer-Haake versammeln. „Ich möchte Kindern in der Kirche Räume öffnen, sich zu äußern und zu beteiligen\", sagt sie. Im Fernsehgottesdienst greift sie eine Erfahrung auf, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen kennen: Der Alltag ist mit so vielen Aufgaben gefüllt, dass oft viel zu wenig Zeit und Raum für sich selber bleibt. Es gibt vieles, was dringend ist. Aber was ist wirklich wichtig? Ausgehend von jener biblischen Geschichte, in der Jesus die Kinder segnet, zeigt der Gottesdienst, dass Kinder und Erwachsene ein Recht darauf haben, zuweilen „einfach nur so\" zu sein – ohne etwas leisten oder erledigen zu müssen. Am Konzept des Gottesdienstes mitgearbeitet hat der Komponist und Pianist Reinhard Horn. Er gehört zu Deutschland beliebtesten Kinderliedermachern und wird gemeinsam mit einem eigens gegründeten Kinderchor den Gottesdienst musikalisch gestalten. Westfalenweit besuchen sonntags im Durchschnitt rund 15.000 Jungen und Mädchen den Kindergottesdienst. Nach der Sendung gibt es bis 14.00 Uhr ein telefonisches Gesprächsangebot der evangelischen Kirche unter der Telefonnummer 01803/67 83 76 (9 Cent pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom. Abweichende Preise für Anrufe aus dem Mobilfunknetz möglich.) |
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Staat schafft Raum für Religion, aber mischt sich nicht ein vom 12.03.2010 ![]() Fachtagung zu Religionsfreiheit und Menschenrechten Der weltanschaulich neutrale Staat mischt sich nicht in die Vermittlung religiöser Inhalte ein, aber er schafft Raum dafür, dass Religion unter Wahrung der Menschenrechte und der geltenden Gesetze vermittelt und praktiziert werden kann. Diese Überzeugung hat Präses Alfred Buß am 11. März in Schwerte vertreten. Auf einer Tagung über Religion und Menschenrechte sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen: „Das Rechte ist dem Guten vorgeordnet – Religionsgemeinschaften haben die Gesetze zu achten.\" Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht schaffen kann Als Beispiel nannte Buß den Religionsunterricht, der von den Kirchen verantwortet wird. Die Zusammenarbeit von Staat und Kirche auf der Grundlage von Verträgen fußt auf der Erkenntnis, dass der weltanschaulich neutrale Staat von Voraussetzungen lebt, die er nicht selbst schaffen kann. Religion darf nicht über dem Grundgesetz stehen Die christlichen Kirchen dürften gegenüber anderen Religionen nicht ihren „Standortvorteil\" in Waagschale werfen, sondern müssten zu Anwälten anderer Religionen werden, die gleichermaßen Anspruch auf Religionsfreiheit haben. Das bedeute auch, fundamentalistische Ansätze zurückzuweisen: „Die Religion darf nicht über das Grundgesetz gestellt werden.\" Der Beitrag der christlichen Kirchen gegen die Islamfeindlichkeit „Die Religionsfreiheit ist einer der Grundpfeiler der Menschenrechte und der Menschenwürde\", sagte der Menschrechtler Heiner Bielefeldt. Beide gingen von der Idee von Freiheit, Gleichheit und Solidarität aus und hätten damit einen befreienden Charakter. Allerdings hätten nicht nur Religionen außerhalb Europas eine „komplizierte Beziehung\" zu den Menschenrechten, sondern auch die christlichen Kirchen, denn es gehe oft um Machtfragen. „Religionsfreiheit ist mehr als Toleranz, sie bedeutet religiöse Wettbewerber zu akzeptieren\", betonte der Professor für Menschenrechte an der Universität Erlangen-Nürnberg. Heute gehe es um die Frage, welchen Beitrag die christlichen Kirchen – angesichts von Moscheebauten und Hetzpropaganda – etwa gegen Islamfeindlichkeit in Europa leisten würden. „All diese Prozesse sind noch längst nicht beendet\", meinte Bielefeldt. Menschenrecht und Religion am Beispiel von Indonesien: „Demokratie und Islam sind vereinbar\" Sri Lanka: Christen leiden unter Gewalt und Misstrauen Wie schwer der Alltag für eine religiöse Minderheit sein kann, beschrieb der Präsident der methodistischen Kirche von Sri Lanka (MCSL), Ebenezer Joseph. Obwohl der jahrzehntelange Bürgerkrieg 2009 zu Ende gegangen sei, sei das Leben der Menschen von Gewalt und Misstrauen geprägt. Hinzu kämen Menschenrechtsverletzungen, Pressezensur sowie soziale und religiöse Konflikte zwischen der buddhistischen Bevölkerungsmehrheit der Singhalesen und der zumeist hinduistischen Minderheit der Tamilen. In der MCSL dagegen sind beide Gruppen vertreten. „Wir werden oft beschuldigt anti-national zu sein\", sagte Ebenezer Joseph. Auch das Konzept der Menschenrechte würde oft als westliches Phänomen und damit als Fremdkörper angesehen. Als „Ausweg aus dem Teufelskreis\" bezeichnete er gute Erfahrungen mit Buddhisten im interreligiösen Dialog und der Zusammenarbeit in sozialen Projekten. Tansania: Aufklärung gegen fundamentalistische Hassprediger Pfarrerin Hoyce Mbowe von der Evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania berichtete von wachsenden Spannungen in ihrem Land, dessen Bevölkerung zu 40 Prozent aus Christen und zu 40 Prozent aus Muslimen besteht. Dem Staat gelinge es nicht immer, für Frieden zu sorgen. Fundamentalistische Hassprediger auf islamischer und auf christlicher Seite würden viele, besonders Jugendliche, gegen die andere Religion aufhetzen. Die evangelisch-lutherische Kirche setze sich für Aufklärung und Achtung des Menschenrechts auf freie Religionsausübung ein. |
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Unsere Küche - Essen mit Geschmack vom 10.03.2010 Tagungsstätte veröffentlicht neuen Flyer zur Qualität der Villigster Küche Die Küche von Haus Villigst bietet ein reichhaltiges Angebot für die Gäste der Tagungen und Seminare. Zur besseren Information haben wir jetzt einen neuen Flyer erstellt, mit dem wir unsere Küche vorstellen und den Gäste bekannt machen wollen. Wir legen Wert auf gute Qualität, einen hohen Anteil an ökologisch und regional hergestellten Produkten und frische Zubereitung. Haus Villigst versorgt mehr als 30.000 Gäste pro Jahr mit schmackhaftem Essen und einer ansprechenden Tischkultur, die wir gerne vorstellen. Den gesamten Flyer finden Sie als Anlage oder direkt in Haus Villigst: Essen mit Geschmack (PDF-Datei, 1850KB) |
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Dr. Gerd Schimansky verstorben vom 09.03.2010 ![]() Am Freitag, dem 5. März, ist Dr. Gerd Schimansky, früherer Direktor des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen, im Alter von 97 Jahren in Villigst gestorben. Seit 1947 wirkte Schimansky in Villigst als Studienrat und Dozent am damaligen Katechetischen Amt, von 1964 bis 1972 als Leiter des späteren Pädagogischen Instituts. Über seine pädagogische Arbeit hinaus machte er sich als Buchautor und Erzähler mit zahlreichen Ro-manen, Erzählungen, historischen Berichten, Jugendbüchern und Veröffentlichungen zu Le-bens- und Glaubensfragen einen Namen. Schimansky stammte, wiewohl 1912 in Düsseldorf geboren, aus Ostpreußen, wo er von 1914-1945 beheimatet war. Hier begegnete er als Schüler dem Dichter Ernst Wiechert und hier wurde er geprägt von der Jugendbewegung des Wandervogels. Nach dem Studium in Marburg und Wien kehrte Schimansky nach Königsberg zurück, wo er als Regierungsrat (Heeres-psychologe) und Studienrat arbeitete und sich früh der Bekennenden Kirche anschloss. Nach Kriegsdienst und amerikanischer Gefangenschaft kam er nach Westfalen, wurde 1947 Dozent im damaligen Katechetischen Amt in Haus Villigst, dem späteren Pädagogischen In-stitut, dessen Leiter er in den Aufbaujahren von 1964 bis 1972 war. In seine Zeit als Direktor fallen der Ausbau der kirchlichen Lehrerfortbildung, die Integration der Konfirmandenarbeit in die Pfarreraus- und -fortbildung, die Einrichtung von Fernstudiengängen und die Planung der Mediothek. Schimansky war zugleich Lehrer und Seelsorger, ein Mann des Gesprächs - nicht der lauten Töne. Mit feinem Humor und einer heiteren Ernsthaftigkeit ausgestattet, hatte er die Gabe, jenseits der wechselnden pädagogischen Konzepte die Menschen im Auge zu behalten und sie für ihre Arbeit in Schule und Kirche zu stärken. Fest im Evangelium verankert, behandelte er Lebens- und Glaubensfragen mit großer Menschenkenntnis und in liberaler Weite. Auch in der Zeit des Ruhestands veröffentlichte Gerd Schimansky noch zahlreiche Bücher und Schriften. Bis zuletzt war er wach am Zeitgeschehen interessiert und meldete sich in Leserbriefen regelmäßig zu Wort. Bis in die letzten Jahre hinein sah man ihn sonntags mit seiner Frau im Gottesdienst der Villigster Kirche. Das war für ihn die Kraftquelle, die ihm in einem langen Leben half, als Christ Mensch zu sein. |
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Begeistern statt Löcher stopfen vom 09.03.2010 ![]() Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (von links): Uwe-C. Moggert-Seils, Beate Haverkamp, Michael Jacob (Referent Stiftungswesen, Ev. Kirche von Westfalen), Professor Dieter Beese und Dr. Ekkehard Thiesler. Foto: KD-Bank Kirchlicher Stiftertag in Schwerte: Mehr Erfolg durch Professionalisierung und Kooperation Kirchliche Stiftungen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wenn sie jedoch nur dazu dienen sollen, finanzielle Löcher zu stopfen, werden sie nichts bewirken – der Erfolg stellt sich ein, „wenn Menschen für die Ziele begeistert werden, die wir mit unseren Stiftungen erreichen wollen\", sagte Dr. Ekkehard Thiesler auf dem kirchlichen Stiftertag am Wochenende in Haus Villigst in Schwerte. Der Vorstandsvorsitzende der KD-Bank eG – die Bank für Kirche und Diakonie - konnte 100 Vertreterinnen und Vertreter evangelischer Stiftungen aus NRW begrüßen. Gemeinsam mit der Bank hatten die evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen erstmals zu dieser Fachtagung eingeladen. Haverkamp: Es reicht nicht aus, eine Förderstiftung zu gründen In Workshops tauschten sich die Stifterinnen und Stifter aus und diskutierten Strategien für eine erfolgreiche Stiftungsarbeit. Ein Baustein ist das Fundraising. Beate Haverkamp, Geschäftsführerin der Agentur für Sozialmarketing fundamente betonte: „Die Beteiligten müssen wissen, dass es nicht ausreicht, eine Förderstiftung zu gründen. Das ist erst der Anfang, der Rahmen, in dem die Arbeit - das Sammeln von Spenden - getan werden muss.\" Für eine Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit plädierte Uwe-C. Moggert-Seils von der Evangelischen Kirche von Westfalen, denn: „Kirchliche Stiftungen stehen in einem Konkurrenzkampf um Spenden. Eine positive Berichterstattung in der regionalen Presse und ein informativer und aktueller Internetauftritt sind dabei für jede Stiftung unerlässlich.\" Eine persönliche Beziehung zu den Spendern aufbauen Im Bereich des sensiblen Großspender- und Erbschaftsmarketings sieht Lothar Schulz, Dozent der Fundraising Akademie, große Möglichkeiten für kirchliche Stiftungen: „Es kommt vor allem darauf an, eine persönliche Beziehung zu den Spendern und Stiftern aufzubauen.\" In der abschließenden Podiumsdiskussion erklärte Superintendent Profoessor Dieter Beese die positive Entwicklung der Stiftung des Kirchenkreises Münster: Unter dem Dach des Kirchenkreises haben sich eine Vielzahl kleiner Stiftungen gut positionieren können. Voneinander lernen „Wir freuen uns über die gute Resonanz. Die Menschen, die sich mit ihren Stiftungen für kirchliche Belange engagieren, konnten auf dem kirchlichen Stiftertag ins Gespräch kommen und voneinander lernen\", resümierte Christiane Wicht-Stieber, Stiftungskoordinatorin der Bank für Kirche und Diakonie. |
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Gemeinsames Pastoralkolleg in Haus Villigst eröffnet vom 05.03.2010 ![]() Haben das gemeinsame Pastoralkolleg eröffnet (von links): Oberkirchenrätin Petra Wallmann (EKvW), Pfarrer Gerd Kerl, Dr. Peter Böhlemann, Professor Dr. Christian Grethlein, Kirchenrat Dr. Volker A. Lehnert (EKiR), Pastorin Hilke Klüver (Ev.-reformierte Kirche) Theologische Aus- und Fortbildung: Vier Landeskirchen kooperieren Jetzt ist es offiziell: Wenn es um ihre Aus- und Fortbildung geht, haben die insgesamt rund 5.000 Pfarrerinnen und Pfarrer von vier Landeskirchen künftig nur noch eine Adresse: das Gemeinsame Pastoralkolleg in Haus Villigst/Schwerte. Die Einrichtung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), der Lippischen Landeskirche und der Evangelisch-reformierten Kirche wurde am 4. März eröffnet. „Wer viel zu geben hat, muss auch viel sammeln\", zitierte Oberkirchenrätin Petra Wallmann (EKvW) aus einer Pastoraltheologie des 19. Jahrhunderts. Dieser Satz habe bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. Zu den fünf Dimensionen des Lernens am Gemeinsamen Pastoralkolleg gehörten Bibel und Theologie, kollegiale Beratung, pastorale Identität und nicht zuletzt auch Entschleunigung, um neue Kräfte sammeln zu können. Wallmann dankte den fünf am Institut lehrenden Dozentinnen und Dozenten für ihre engagierte Arbeit und die Bereitschaft, sich fortan gemeinsam auf den Weg zu machen. Den Pfarrberuf stärker unterstützen Der rheinische Kirchenrat Dr. Volker A. Lehnert würdigte die Bedeutung des Gemeinamen Pastoralkollegs für das gesamte Berufsbild. „Wir müssen den Pfarrberuf als theologischen Beruf wieder stärker unterstützen\", forderte Lehnert und warnte davor, sich in Verwaltung und organisatorischen Aufgaben zu verzetteln. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sei mit dem heutigen Tag getan. Dem Pfarrberuf widmete sich auch Professor Dr. Christian Grethlein (Münster) in seinem Vortrag „Pfarrerin oder Pfarrer sein heute und morgen – Herausforderungen für die Fort- und Weiterbildung\". Ziel der Zusammenarbeit ist es, neben dem gemeinsamen Predigerseminar (Standort Wuppertal) auch ein qualifiziertes und differenziertes Fortbildungsangebot für den pastoralen Dienst zu gewährleisten und das Gemeinsame Pastoralkolleg als zukunftsfähiges Bildungszentrum in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu etablieren. Zum Hintergrund Die drei evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen arbeiten in der Aus- und Fortbildung ihrer Pfarrerinnen und Pfarrer stärker zusammen als bisher. Dabei konzentrieren sie sich auf die beiden Standorte Wuppertal und Schwerte-Villigst. An der Zusammenarbeit beteiligt ist auch die Evangelisch-reformierte Kirche. Die entsprechenden Kooperationsverträge wurden bereits im Juni 2009 in Haus Villigst unterzeichnet. Alle Vikarinnen und Vikare aus dem Rheinland, aus Westfalen und Lippe sowie aus der Evangelisch-reformierten Kirche erhalten ihre praxisbegleitende Ausbildung seit 1. Oktober 2009 im Seminar in Wuppertal. Die theologische Fort- und Weiterbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer geschieht durch das Gemeinsame Pastoralkolleg in Villigst. Ziel: die hohe Qualität der pastoralen Bildungsarbeit sichern Damit sind zwei Arbeitsbereiche zusammengelegt, die zuvor von der rheinischen und der westfälischen Kirche jeweils eigenständig betrieben wurden. „Ziel ist es, die hohe Qualität der pastoralen Bildungsarbeit der vier Landeskirchen zu sichern und auszubauen\", heißt es in dem Vertrag, der die Arbeit des Wuppertaler Seminars regelt. Und das gemeinsame Pastoralkolleg in Haus Villigst soll „als zukunftsfähiges Bildungszentrum in der Evangelischen Kirche in Deutschland\" entwickelt werden. Den größten Kostenanteil der gemeinsamen Einrichtungen finanzieren die Evangelische Kirche im Rheinland und die Evangelische Kirche von Westfalen zu je gleichen Teilen. Der Vortrag von Prof. Grethlein (PDF-Datei, 61KB) |
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Wissenschaft anders erfahren vom 02.03.2010 ![]() Rund 100 Schülerinnen und Schüler aus Hattingen haben über heiße Eisen der Bioethik diskutiert Freitagmorgen, 9.20 Uhr, Ruhr-Uni Bochum. Im Hörsaal HGB-10 ist es mucksmäuschenstill. Vor dem Podest stehen Dr. Gudrun Kordecki und Björn Thiel. Beide kommen vom Institut für Kirche und Gesellschaft mit sitz in Haus Villigst, das zur Evangelischen Kirche von Westfalen gehört. Und beide warten. Um 9.22 Uhr geht die Tür im vorderen Bereich des Hörsaals auf. Ein paar Studenten betreten sichtlich angespannt den Raum. Sie warten auf die Klausur, die sie an diesem Vormittag schreiben sollen, und die kurzfristig in HGB-10 verlegt worden sei. Drängende Fragen der Bioethik \"Hier werden Sie sicher nicht schreiben\", antwortet Kordecki sachlich. Sie weiß, auf wen sie wartet: rund 100 Schülerinnen und Schüler der Städtischen Gesamtschule Hattingen. Sie haben sich an diesem Vormittag auf den Weg nach Bochum gemacht, um über drängende Fragen der Bioethik zu diskutieren. Sie haben sich im Vorfeld gründlich auf diesen Tag vorbereitet. Dazu hat ihnen das Geisteswissenschaftliche Schülerlabor (GSL) das elektronische blackboard der Ruhr-Universität zur Verfügung gestellt. Während sich die Schülerinnen und Schüler am Audimax sammeln, um gemeinsam zum Hörsaal zu gehen, werden am Ort des Geschehens die letzten Absprachen getroffen. Ein interdisziplinäres Projekt Zum Beispiel mit Professor Klemens Störtkuhl von der Fakultät für Biologie und Biotechnologie. Er hat zusammen mit Gudrun Kordecki den Projekttag initiiert und vorbereitet. 9.30 Uhr: es geht los. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung in das Geisteswissenschaftliche Schülerlabor an der Ruhr-Uni in Bochum betritt Professor Klaus Steigleder das Podium. Eine halbe Stunde lang referiert er zur Frage: \"Worum geht es in der Ethik\". Immer wieder konkrete Beispiele Ausgehend von der Unterscheidung zwischen deskriptiver und normativer Ethik erläutert Steigleder, was moralische Normen sind. \"Moralische Argumente sind Argumente der Machtlosen\", so das Zwischenfazit des Professors für angewandte Ethik. Zwischendurch spickt er seinen Vortrag immer wieder mit konkreten Beispielen. Etwa mit der Frage, wie ein Schwangerschaftsabbruch ethisch zu beurteilen sei. \"Ein Gesetz, das den Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich verbietet, ist unmoralisch\", bekennt Steigleder. Nach dem Vortrag geht es rüber ins Tutorenzentrum. Dort arbeiten die Gesamtschüler in neun unterschiedlichen Workshops zu den Themenkomplexen \"Beginn des Lebens\", \"Was macht den Menschen aus?\" und \"Ende des Lebens\". Kontroverse Diskussionen Im Workshop 5 streiten Selma, Bahar und Fatma um die Frage, ob der Mensch tatsächlich die Krone der Schöpfung sei. Gudrun Kordecki hat der Gruppe Impulse aus Religion, Evolutionstheorie und dem Kreationismus zur Verfügung gestellt. \"Ja, der Mensch ist die Krone der Schöpfung!\", ruft es aus der einen Ecke. \"Nein, der Mensch ist nur ein besonders geschickter Affe\", sagt eine Schülerin in der anderen Ecke. Gemeinsam bereiten die Jugendlichen eine Präsentation vor, die sie nachmittags vor den Professoren vorstellen und gemeinsam mit ihnen diskutieren werden. Mittagspause wird für Diskussionen genutzt Dabei sind die Schülerinnen und Schüler mit vollem Eifer bei der Sache. Selbst in der Mittagspause ebben die Gespräche und Diskussionen nicht ab. Im Gegenteil. So mancher nutzt die Gelegenheit in der Mensa, um mit Mitschülern aus anderen Workshops ins Gespräch zu kommen, um eigene Positionen überprüfen und vertiefen zu können. Dr. Elke Neumann, Leiterin der Gesamtschule Hattingen, unterstreicht: \"Dieses Projekt ist eine hervorragende Ergänzung zu unserem Schulunterricht: Wissenschaft anders erfahren und auch das eigene Lernerlebnis auf besondere Art verändern.\" Neuauflage von \"Bioethik im Diskurs\" geplant Gudrun Kordecki vom Institut für Kirche und Gesellschaft ist am Ende des Tages einfach nur glücklich. Zum einen haben die Schülerinnen und Schüler den wissenschaftlichen Tag sportlich genommen und zwischendurch nicht abgebaut. Zum anderen ist es den Dozenten gelungen, sich auf die Gesprächsebene der Gäste zu begeben, statt Fachgespräche zu führen. Deshalb wundert es kaum, dass die \"Bioethik im Diskurs\" ein fester Bestandteil des Geisteswissenschaftlichen Schülerlabors in Bochum wird. Bioethik im Diskurs ist das erste interdisziplinäre Projekt im Alfried-Krupp-Schülerlabor für Geisteswissenschaften. Die Ruhr-Universität in Bochum ist bislang die einzige Hochschule, die eine derartige Institution eingerichtet hat. Weitere bioethische Aktivitäten des Instituts für Kirche und Gesellschaft für junge Erwachsene: http://www.kircheundgesellschaft.de/akademie/documents/Flyer%20Kreativ.pdf
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RUHR-Spiegelungen: Ausstellungseröffnung am 6. März um 16.00 Uhr in Haus Villigst vom 02.03.2010 Fotocollagen von Annemarie Voigt Über ihre Leidenschaft für die Fotografie entwickelte Annemarie Voigt Anfang der 90er Jahre ihre Collagentechnik. Sie ermöglicht ihr, der vorgefundenen Realtität ein neues, immer wieder überraschendes Bild zu geben. Sie mischt mehrschichtig Motive, stellt raffinierte Bildkombinationen dar und interpretiert so die Wirklichkeit. Wir laden herzlich zu der Eröffnung am Samstag, 6. März um 16.00 Uhr, in Haus Villigst ein. |
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Durchblick Ökonomie vom 25.02.2010 Vierteilige Seminarreihe hilft zu verstehen, wie Volkswirtschaft funktioniert Das Institut für Kirche und Gesellschaft lädt zu einer vierteiligen Seminarreihe mit dem Titel \"Durchblick Ökonomie\" ein. Sie findet vom 17. April bis zum 26. Juni an vier Samstagen jeweils von 10 bis 17 Uhr in Haus Villigst (Schwerte) statt. Die Seminarreihe wird die Grundlagen wirtschaftlicher Prozesse darstellen und in ihrem Zusammenhang mit den übrigen gesellschaftlichen Bereichen analysieren und bewerten. Dafür konnten mit Professor Michael Buestrich und Professorin Monika Burmester (beide von der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe) zwei fachkundige Referenten gewonnen werden. Die Tagungskosten betragen 140 Euro (ermäßigt 70 Euro). Der Seminarflyer(PDF): (PDF-Datei, 2457KB) |
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Ein kreativer Kopf vom 08.02.2010 ![]() Jugendreferentin Nicole Richter wird neue wissenschaftliche Referentin beim Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen Nach zehn Jahren in der Jugendkontaktstelle verlässt Nicole Richter den Kirchenkreis Dortmund-Mitte-Nordost. Sie beginnt am 15. Februar als wissenschaftliche Referentin im Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen in Haus Villgst. Dort ist sie Nachfolgerin von Martina Dröttboom, die seit September des vergangenen Jahres stellvertretende Leiterin des Instituts für Kirche und Gesellschaft in Villigst ist. Mit der 34-jährigen verliert der Kirchenkreis einen seiner kreativen Köpfe. Das Mitmach-Radio „MIRA\" und die Ausbildung von ehrenamtlichen Jugendlichen: Nicole Richter prägte das Profil der Jugendarbeit in Dortmund. Rund 400 Jugendliche hat die 34-jährige Gemeindepädagogin in den zehn Jahren ihrer Tätigkeit ausgebildet. Sie engagierte sich besonders für das Thema „Geschlechtergerechtigkeit\". Dazu entwickelte sie einen „Parcours\", in dem junge Frauen und junge Männer auf witzige Weise mit ihren Klischees zu Geschlechterrollen konfrontiert werden. Außerdem betrieb sie den Aufbau einer Jugendkirche, die demnächst in Dortmund eröffnet werden soll. „Es gibt keinen Arbeitstag, den ich missen möchte, aber jetzt ist es an der Zeit, weiterzuziehen\", sagt sie. |
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Zukunft bewegen vom 08.02.2010 ![]() Evangelische Akademie Villigst präsentiert Halbjahresprogramm „Zukunft bewegen - Orientierungspunkte in der Wirtschafts-, Finanz- und Klimakrise\" - unter diesem Motto hat die Evangelische Akademie Villigst ihr neues Halbjahresprogramm vorgestellt. Es ist das aktuelle Schwerpunktthema, das die Arbeit des Instituts für Kirche und Gesellschaft und die Angebote der Evangelischen Akademie wie ein roter Faden durchzieht. Zahlreiche Tagungen und Workshops beschäftigen sich mit den Ursachen und Folgen der Krisen. Menschen ermutigen, sich für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu engagieren, das steht daher ganz oben auf dem Programm der Evangelischen Akademie Villigst. Brisante Tagungsthemen bieten dazu Anlass und Raum. Mit prominenten Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden bedrohliche Entwicklungen diskutiert, politische „Sachzwänge\" auf den Prüfstand gestellt und Alternativen gesucht. „Wir wollen ein Ort sein, an dem im Engagement für eine sozial- und umweltgerechte Welt christliche Gemeinschaft erfahrbar wird,\", so Pfarrer Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft, dem die Akademie angehört. Langsam wird die Zeit knapp „Die Dynamik der Wirtschafts-, Ressourcen- und Klimakrise und ihrer Folgen zeigt sehr deutlich, dass die Zeit für eine konstruktive Krisenbewältigung und Neuorientierung knapp wird, gleichzeitig erleben wir zahlreiche Handlungsblockaden. Auf unseren Tagungen und Workshops fragen wir nach Alternativen zum Bestehenden, nach Strategien für eine sozialgerechte und umweltverträgliche Entwicklung. Wir haken kritisch nach, wo mit der Reparatur des alten, krisenhaften Systems begonnen wird\" so Breyer \" Die Evangelische Akademie Villigst setzt mit ihren Veranstaltungen hier besondere Akzente und stellt sich den Herausforderungen.\" So nimmt die Tagung „Klimaschutz nach Kopenhagen\" vom 23. bis zum 25. April die gegenwärtige politische Debatte um eine zukunftsfähige Klima- und Energiepolitik in NRW auf. Kurz vor den Landtagswahlen in NRW diskutieren auf der Tagung Vertreter der Europa-, Bundes- und Landespolitik, der Energiewirtschaft, Unternehmen, Kommunen, Gewerkschaften, Umwelt- und Entwicklungsverbände sowie der Energie- und Klimawissenschaft. Diese hochkarätig besetzte Veranstaltung verdient besondere Aufmerksamkeit. Klimawandel und Konflikte Auch im Rahmen der Tagung „Klimawandel und Konflikte\" vom 26. bis 28. Februar geht es um den Klimawandel und den vielen damit verbundenen umstrittenen Aspekten. „Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage, welche Auswirkungen die befürchteten negativen Folgen des Klimawandels auf das friedliche Zusammenleben der Menschen haben können.\" Mit der Entwicklung eines neuen Leitbildes „Green Nanotechnologies\" beschäftigt sich die Tagung „Neue Technologien verantwortlich entwickeln\" vom 28. bis 30. Mai. Hier stehen, so Dr. Peter Markus, Koordinator der Akademie, Fragen nach den Potenzialen und Risiken der Nanotechnologie und der Perspektiven und Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung und Entwicklung von „sauberen Technologien\" im Vordergrund. Mehr als Geld als gute Worte Während der Landesgartenschau in Hemer wird Südafrika einige Wochen lang eine bedeutende Rolle spielen. So wird die Tagung „Mehr als Geld und gute Worte\" am 5. und 6. Juli auf der Suche nach neuen Wegen der Partnerschaft zwischen Südafrika und NRW ein Teil der Landesgartenschau sein. Das breite Themenspektrum an Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturfragen findet seinen Abschluss in einer Podiumsdiskussion mit politischen Vertretern aus Südafrika und NRW. Bei der Veranstaltung „Welt-Theater – Darstellende Künste und nachhaltige Entwicklung\" vom 5. bis 7. Februar in Haus Villigst treffen Kulturschaffende, Entwicklungsexperten, gesellschaftliche Akteure, Wissenschaftler und Künstler zusammen, um aktuelle Tendenzen und Konzepte zu präsentieren, zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Die Reihe steht im Zeichen des UNESCO-Übereinkommens zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und der Kultur-Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland. „Theater global\" ist die 3. Fachtagung einer Reihe zu Kultur und Entwicklung entlang der einzelnen Kunstsparten. Spiritualität und Kreativität Neben den traditionellen Diskursveranstaltungen präsentiert die Evangelische Akademie Villigst auch im ersten Halbjahr 2010 wieder ein breites Angebot an erfahrungsorientierten Workshops. Im Sonderprogramm „Spiritualität und Kreativität\" finden sich unter anderem ein christlich-jüdischer Klezmerworkshop vom 7. bis zum 9. April und ein Tanzworkshop „Von der Bewegung zur Wahrnehmung zur Gestaltung\" vom 26. bis 28. März. |
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Früherer Landesjugendpfarrer E. Eltzner verstorben vom 01.02.2010 ![]() Erich Eltzner ist am 12. Dezember 2009 nach langer Krankheit in Bad Oeynhausen verstorben. Mit Erich Eltzner (76) verliert die Evangelische Jugend von Westfalen einen engagierten und erfolgreichen Fürsprecher. Zunächst als Kreisjugendpfarrer in Hagen und dann von 1970 bis 1980 als Landesjugendpfarrer hat er viele Impulse gesetzt und die Grundlagen für die im wesentlichen noch heute bestehenden effektiven Strukturen der Zusammenarbeit gemeindlicher und verbandlicher Jugendarbeit mit geschaffen. Er lebte ein Rollenverständnis als Landesjugendpfarrer, dem sich alle seiner inzwischen drei Nachfolger verpflichtet wussten: Dieses Amt steht für die Einheit evangelischer Kinder- und Jugendarbeit in ihrer Vielfalt in den Gemeinden, Kirchenkreisen, Werken und Verbänden. Besondere Verdienste erwarb er sich beim Aufbau des Amtes für Jugendarbeit der EKvW in Haus Villigst. Hier versammelte er im Laufe der Zeit Menschen, die mit ihren wissenschaftlichen Qualifikationen neue Impulse aus den Sozial- und Humanwissenschaften für die Praxis aufarbeiteten und gleichzeitig aber auch neue Impulse aus der Praxis evangelischer Kinder- und Jugendarbeit in die wissenschaftlichen Diskurse einbrachten. Die Mitarbeitenden des Amtes für Jugendarbeit fühlen sich diesem Erbe bis heute verpflichtet. Nach seiner Zeit als Jugendpfarrer engagierte sich Eltzner in der Behindertenhilfe im Wittekindshof. |
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Kein Kind verloren geben vom 20.01.2010 ![]() Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken beschäftigte sich mit Bildungsgerechtigkeit Rund 70 Gäste waren der Einladung des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken gefolgt und zum Neujahrsempfang, den der Fachbereich „Bildung und Erziehung\" des Kirchenkreises vorbereitet hatte, in die Evangelische Jugendbildungsstätte nach Nordwalde gekommen. Den Impulsvortrag „Kein Kind verloren geben – Evangelische Kirche und Bildungsgerechtigkeit\" hielt Dr. Hans-Martin Lübking, Leiter des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in Haus Villigst und Professor der Theologie und ihrer Didaktik an der Universität Münster. „Es passt gut, dass die EKD das Melanchthon-Jahr 2010 zum Bildungsjahr ausgerufen hat\", sagte Superintendent Joachim Anicker in seiner Andacht zu Beginn des Neujahrsempfangs. Damit zeigte der leitende Theologe des Kirchenkreises, dass die aktuelle Frage nach den Bildungschancen und der Bildungsgerechtigkeit in unserer Gesellschaft in einer langen Tradition seit dem 16. Jahrhundert steht. Auch die Landessynode der EKvW hatte im Jahr 2007 in einem Synodenbeschluss aufgefordert, Schritte zu einem erneuerten Bildungssystem zu entwickeln. Gegen ungerechte Verteilung der Bildungschancen „Das deutsche Schulsystem zeichnet dich dadurch aus, dass es gleichzeitig eine eher mäßige durchschnittliche Leistungsfähigkeit der Schüler, eher schlechte Spitzenleistungen und eine besonders ungerechte Verteilung der Bildungschancen erreicht\", bilanzierte Professor Dr. Hans-Martin Lübking die aktuelle Schulsituation in Deutschland. Der Leiter des Pädagogischen Instituts der EKvW stellte heraus, dass es aus wissenschaftlicher Sicht keine Gründe für die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems gebe. Schon bei der Trennung der Kinder in verschiedene Schulformen zu dem sehr frühen Zeitpunkt von zehn Jahren verstärke es die sozialen Unterschiede. Hier über den späteren Lebensweg zu entscheiden würde der individuellen Entwicklung eines Kindes nicht gerecht. Schülerinnen und Schüler können voneinander lernen Lübking plädierte für einen längeren gemeinsamen Schulbesuch, in dem leistungsstarke und leistungsschwächere Kinder zusammen unterrichtet werden: „Schüler lernen am besten von Mitschülern. Und umgekehrt: Leistungsstärkere Schüler profitieren davon, wenn sie schwächeren Schülern etwas beibringen.\" Davon versprach sich der Theologe eine Chance für die so genannten Bildungsverlierer. Kinder mit familiären, kulturellen, sprachlichen und kognitiven Problemen könnten bisher in den Hauptschulen trotz hervorragender Arbeit der Lehrer nicht angemessen gefördert werden. Auch bildungsökonomisch ein Skandal: Durch die unzureichende Bildung der 20 Prozent Bildungsverlierer entstünden der Volkswirtschaft Kosten in Höhe von 2,8 Billionen Euro, mehr als das gesamte Bruttoinlandsprodukt. Lübking: Bildung ist mehr als die Befähigung zum Geldverdienen Lübking forderte auch eine innere Schulreform mit frühen Fördermöglichkeiten, eine Ganztagsschule mit pädagogischem Konzept und angemessener Ausstattung, individuelle Förder- und Lehrpläne, mehr ausgebildetes Unterrichtspersonal und Schülerbeteiligung zum Erlernen sozialer Kompetenzen. Denn: „Leistung in der Schule ist mehr als Tests und Prüfungen und Bildung ist mehr als die Befähigung zum Geldverdienen\". Daher appellierte Lübking an den Staat und an die Kirche: Bei Gott gebe es keine Menschen erster und zweiter Klasse, weswegen „Bildung nach christlichem Verständnis immer auch Bildung für alle sein\" müsse. „Christliche Bildung bedeutet, in allen Menschen Gottes Ebenbild zu entdecken und für seine Würde einzutreten.\" Lübkings Aufruf richtete sich auch an die anwesenden Politiker: „Wir haben ein Entscheidungs- und Umsetzungsdefizit. Wir brauchen mutige Reformen statt endloser Korrekturen am falschen System. Die Zeit ist reif dazu.\" |
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Neue Absolventen der Gewalt-Akademie zertifiziert vom 14.12.2009 ![]() 87 Männer und Frauen erhalten nach Abschluss der Ausbildung ihre Abschlussurkunde Fantasie, Geduld und Courage hat Landesjugendpfarrer Udo Bußmann den Absolventen in Villigst bei der Übergabe ihrer Urkunden gewünscht. Die 87 Männer und Frauen aus sechs Ausbildungsgruppen schlossen damit erfolgreich ihre Ausbildung zur Deeskalationstrainerin bzw. zum Deeskalationstrainer Gewalt und Rassismus der Gewalt Akademie Villigst (GAV) ab. Damit stehen von Seiten der GAV seit diesem Jahr über 1.000 Trainerinnen und Trainer zur Verfügung, die sich aktiv der gesellschaftlichen Problematik von Gewalt und Rassismus stellen. Ob Mobbing auf Schulhöfen oder Betrieben, rassistischen Pöbeleien in Straßenbahnen oder gewalttätiges Verhalten von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen: Gewalt begegnet oftmals häufiger als gedacht. Die Trainerinnen und Trainer der Akademie stehen zur Verfügung, um für solche Situationen mit Gruppen oder Multiplikatoren wie zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrern präventiv und deeskalierend zu arbeiten. Auch in akuten Krisen mit eskalierender Gewalt können sie als Moderatoren hinzugezogen werden. \"Es ist immer wieder unser Auftrag als Christen Alternativen zu Gewalt zu finden\", betonte Jugendpfarrer Udo Bußmann in seiner Ansprache an die Gäste des Abends. Ausgeprägtes Engagement bei dieser Suche nach Alternativen bewies in den letzten Jahren der Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla, und wurde deshalb an diesem Abend zum Ehrenmitglied der Gewalt Akademie Villigst berufen. \"Angesichts der Existenz und der Entwicklung von Gewalt und Rassismus hat Landrat Makiolla seit vielen Jahren vorausschauend Gewalt und Rassismus zum Thema gemacht\", so die Begründung zur Ehrenmitgliedschaft aus der Laudatio von Ralf-Erik Posselt, Moderator der Gewalt Akademie und Referent im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen in Haus Villigst. Makiolla habe in seinem Landkreis ein engagiertes Netzwerk von über 200 Gewalt- und Rassismus-Deeskalationstrainerinnen und -trainern geschaffen. Die Gewalt Akademie Villigst existiert seit 1998 und hat bislang über 1.000 Deeskalationstrainer ausgebildet. Sie entstand aus der Initiative des Villigster Deeskalationsteams Gewalt und Rassismus im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen und ist dort organisatorisch eingebunden und institutionell verwurzelt. Infos zur Gewaltakademie: www.gewaltakademie.de
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Friedhelm Wixforth stellvertretender Vorsitzender des WDR-Rundfunkrates vom 03.12.2009 ![]() Evangelischer Theologe: WDR muss den demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft entsprechen Köln/NRW. Der evangelische Theologe Friedhelm Wixforth (64) aus Bielefeld übernimmt den stellvertretenden Vorsitz des WDR-Rundfunkrates. Ruth Hieronymi (CDU) wurde am Mittwochabend (2.12.) zur Vorsitzenden gewählt. Sie ist damit Nachfolgerin von Reinhard Grätz (SPD), der den Vorsitz 24 Jahre inne hatte und nun nach 30 Jahren Mitarbeit im Rundfunkrat ausscheidet. Den parteilosen Wixforth, bisher Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses, wählte der Rundfunkrat zum stellvertretenden Vorsitzenden. Der Rundfunkrat vertritt die Interessen der Allgemeinheit gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk. Der Rundfunkrat soll dafür Sorge tragen, dass der öffentlich-rechtliche Sender seinen gesetzlichen Auftrag im Interesse der Meinungsbildungsfreiheit wahrnimmt. Alle bedeutsamen politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Kräfte und Gruppen sollen im Gesamtprogramm angemessen zu Wort kommen können. Deshalb findet man im Rundfunkrat Menschen aus den verschiedensten Gruppen und Vereinen. Sie sollen die Vielfalt des Programms widerspiegeln. Für Friedhelm Wixforth, Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche von Westfalen, ist „die breite Beteiligung der gesellschaftlich relevanten Kräfte ein hohes Gut\". Deshalb, so seine Überzeugung, habe der Rundfunkrat „die Vielfalt der Meinungen und Lebenssituationen der Bürgerinnen und Bürger\" zu berücksichtigen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk werde auf neue Entwicklungen des Mediensystems „multimedial differenziert reagieren\". Als „Herzstück unserer Arbeit\" nannte Wixforth als wichtiges Ziel, den demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft zu entsprechen. Guter Journalismus müsse dabei die entscheidende Rolle spielen. Außerdem gehören nach seiner Überzeugung Kultur und Kulturförderung zu den Kernaufgaben des Rundfunkrates. Sie seien daher „auch finanziell bei der Festsetzung der Rundfunkgebühr zu berücksichtigen\". Friedhelm Wixforth war mehrere Jahre Landesjugendpfarrer und Leiter des Amt für Jugendarbeit in Haus Villigst. Seit 10 Jahren ist er als Dezernent für das Institut für Kirche und Gesellschaft mit Sitz in Haus Villigst zuständig. Wir gratulieren herzlich. |
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Leidenschaft für die Bibel wecken vom 20.11.2009 ![]() Susanne Wolf-Withöft wird Dozentin für Pfarrerfortbildung von vier Landeskirchen Dr. Susanne Wolf-Withöft wird Dozentin für die Fortbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern und anderem kirchlichem Personal aus vier evangelischen Landeskirchen. Die 43-jährige Theologin aus Wuppertal verstärkt ab Januar 2010 das Team des gemeinsamen Pastoralkollegs in Haus Villigst in Schwerte. Ihre Schwerpunkte sind weltweite Ökumene, Diakonie, gesellschaftliche Verantwortung sowie Kunst und Kultur. Seit Juni 2009 haben die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW), die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR), die Lippische Landeskirche und die Evangelisch-reformierte Kirche ihre theologische Fortbildung auf Villigst konzentriert. Das dafür zuständige Pastoralkolleg ist Bestandteil des Instituts für Aus-, Fort- und Weiterbildung der EKvW. Berufsbegleitende Fortbildung auf Feldern wie Gottesdienst, Seelsorge, Pädagogik oder Leitung ist für den Pfarrberuf unerlässlich. Das Team des Pastoralkollegs bietet Kurse und Seminare für insgesamt über 4.000 Pfarrerinnen und Pfarrer an. Grundlegend ist dabei die Verbindung von persönlichen, fachlichen und geistlichen Dimensionen des Berufes. Susanne Wolf-Withöft, 1966 in Leverkusen geboren, studierte in Wuppertal, Hamburg, Philadelphia/USA und Bonn. Dort promovierte sie über das Thema „Predigen lernen. Homiletische Konturen einer praktisch-theologischen Spieltheorie\". Seit 2005 ist sie Pfarrerin in Wuppertal. Außerdem arbeitet sie an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum als Dozentin mit verschiedenen Lehraufträgen: unter anderem für Gemeindekonzeption, Öffentlichkeitsarbeit und Bibeldidaktik, zuletzt mit einer Lehrstuhlvertretung mit Schwerpunkt Diakoniewissenschaften. |
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Intensivere Begleitung von Studenten angemahnt vom 19.11.2009 ![]() Bildungsexperte kritisiert eine zunehmende Verdichtung der Studieninhalte Der kirchliche Bildungsexperte Prof. Dr. Hans-Martin Lübking hält die Kritik der Studenten an den Studienbedingungen für berechtigt. Die Studieninhalte wie auch die Prüfungen seien immer mehr verdichtet worden, sagte der Leiter des Pädagogischen Institutes der westfälischen Landeskirche am Mittwoch in Schwerte dem epd. Außerdem werde durch Studiengebühren die soziale Auslese an den Hochschulen verschärft. \"Es fehlen nach wie vor Kinder von Angestellten und Arbeitern\", kritisierte Lübking. Studenten protestieren seit Montag bundesweit mit Demonstrationen gegen eine zunehmenden Verschulung der Lehre und Prüfungsdichte. Hans-Martin Lübking ist Leiter des Pädagogischen Instituts der Ev. Kirche von Westfalen mit Sitz in Haus Villigst. |
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Nachbesserungen gefordert vom 19.11.2009 ![]() Evangelisches Studienwerk mahnt Nachbesserungen im Hochschulstudium an Das Evangelische Studienwerk Villigst hat Nachbesserungen im Hochschulstudium angemahnt. \"Wesentliche Intentionen des Bologna Prozesses sind nachweislich nicht erfüllt worden\", sagte der Leiter des bundesweiten Studienwerkes, Prof. Dr. Lothar Knatz, am Mittwoch in Schwerte dem epd. Als Beispiele nannte er eine qualitativ hochwertige Ausbildung bei verkürzter Studienzeit, verbesserte Möglichkeiten zum Wechsel des Studienortes, eine bessere Anpassung des Fächerkanons an veränderte wissenschaftliche Inhalte und eine Modularisierung des Studienangebots. Knatz äußerte Verständnis an der Kritik der Studenten an einer zunehmenden Verschulung und Verdichtung des Studiums. Der Studienwerksleiter begrüßte Ankündigungen von Bundesbildungsministerin Anette Schavan (CDU), handwerkliche Fehler bei der Umsetzung der Studienreform zu korrigieren. \"Auch Bachelor-Studenten haben einen Anspruch auf ein qualifiziertes Studium\", unterstrich Knatz. Er mahnte an, die Übergänge zum Master-Studium transparenter zu gestalten, den Wechsel des Studienortes zu erleichtern und Auslandssemester besser zu integrieren. Außerdem müsse das Bachelor-Studium neben berufsqualifizierenden Elementen stärker auch allgemeine Bildungsaspekte enthalten, um zur Entwicklung der Persönlichkeit beizutragen. |
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Ein Tag der Hoffnung vom 17.11.2009 Überall Gottesdienste zum Buß- und Bettag - auch in Haus Villigst Auch nachdem der Buß- und Bettag als Feiertag seit 1995 keinen gesetzlichen Schutz mehr genießt, hat er nichts von seiner Bedeutung verloren. Fast alle 546 evangelischen Kirchengemeinden Westfalens feiern am morgigen Mittwoch (18.11.) Gottesdienste, viele davon in besonderer Form. Weitere Veranstaltungen haben aktuelle gesellschaftspolitische Fragen zum Inhalt. Denn der Buß- und Bettag hat viel mit Politik und Gerechtigkeit zu tun. Zur Bedeutung des Buß- und Bettages „Die Entscheidung, den Buß- und Bettag als ‚Zahlungsmittel\' für die Pflegeversicherung zu benutzen, hat nicht zum Erfolg geführt. Der Buß und Bettag macht deutlich: Versagen, Schuld, Versäumnisse und Fehlentscheidungen - kein Mensch ist davon frei, und kein Mensch kann sich selbst davon freisprechen. Die Botschaft der Bibel sagt uns: Schuld und Versagen brauchen wir weder auf die leichte Schulter zu nehmen, noch müssen wir unter der Last unserer Verfehlungen zusammenbrechen. Sondern wir können neu anfangen - jetzt und immer wieder. Diese befreiende Gewissheit gilt für jeden Einzelnen ebenso wie für die ganze Gesellschaft.\" In Haus Villigst gibt es bereits morgens um 9:00 Uhr einen Gottesdienst mit Abendmahl. Mit uns feiert Pfr. Gerd Kerl, Leiter des Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung Eine kleine Auswahl von Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen in der EKvW (PDF-Datei, 34KB) |
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19. Internationales Gitarrensymposium in Vorbereitung vom 17.11.2009 ![]() Willkommen zur 19. Auflage des Internationalen Gitarren-Symposions - eines der größten klassischen Gitarrenfestivals in Europa. Das 19. Internationale Gitarren-Symposion findet von Sonntag, 15. August, bis zum Sonntag, 22. August 2010, in Haus Villigst statt. Haus Villigst ist ein erst vor kurzem renoviertes, historisch gewachsenes Gebäudeensemble, dessen Ursprünge auf ein Rittergut aus dem 12. Jahrhundert zurückgehen. Im Jahr 1948 wurde es von der Evangelischen Kirche von Westfalen übernommen und als eine der ersten Tagungsstätten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland eingerichtet. Haus Villigst bietet Ihnen komfortable Zimmer, bestens ausgestattete Gruppen- und Versammlungsräume und ein erfahrenes Team, das Ihnen vom Empfang über die Organisation bis zum technischen Service zur Seite steht. Nach 16 glücklichen Jahren in Haus Ortlohn hat das Gitarren-Symposion hier eine neue Heimat gefunden. Alle abendlichen Konzerte finden nach wie vor in Iserlohn (Parktheater und Oberste Stadtkirche) statt – der Transfer mit Bussen wird vom Festival organisiert. Das 19. Gitarren-Symposion bietet unter anderem: * 13 Konzerte sowie Ausstellungen von mehr als 25 Gitarrenbauern aus 12 Ländern, Notenausstellungen von Musik Trekel (Hamburg) und Chanterelle (Heidelberg), Video-Vorführungen und Video-Analyse, Chor und Gitarrenorchester und vieles mehr. Einzelheiten zur Anmeldung erfahren Sie unter: http://www.guitarsymposium.com |
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Armut ist nicht auf das Materielle beschränkt vom 10.11.2009 ![]() Präses Buß zieht positive Bilanz der Kampagne „Lasst uns nicht hängen\" Bielefeld/Westfalen. Maßnahmen gegen Kinderarmut greifen zu kurz, wenn sie sich auf das Materielle beschränken. Das hat Präses Alfred Buß am Dienstag (10.11.) vor der Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) erklärt. Um die Armut von Kindern zu bekämpfen, müssten größere Zusammenhänge im Blick sein: Soziale Netzwerke und Kontakte sowie Unterstützung im Bildungsprozess, damit sich Kinder körperlich und seelisch gesund und stabil entwickeln können. Als besonders schwerwiegendes Problem nannte der leitende Theologe die „sozial vererbte\" Armut, die in erster Linie bei Personen ohne Schulabschluss oder ohne Ausbildung und bei dauerhaft Erwerbslosen vorkomme. Ihre Kinder würden selten in der Schule unterstützt und erhielten wenig soziale Stärkung. „Sie erfahren Armut meistens als einen unabänderlichen Dauerzustand, der auch ihre Biografie prägen wird: ‚Ich werde Hartz-IV\'.\" Der Präses zog eine positive Bilanz der Kampagne „Lasst uns nicht hängen – Gegen Kinderarmut\" der westfälischen Landeskirche, begonnen im Sommer 2008, die intensiv vom Amt für Jugendarbeit in Haus Villigst begleitet wurde. In fast allen Kirchenkreisen seien im Zusammenhang damit Aktivitäten entstanden oder fortgesetzt worden. Die Synode, das „Kirchenparlament\" der Ev. Kirche von Westfalen, tagt von 10. bis 13.November in Bielefeld. |
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Die Gesellschaft von den Kindern her denken vom 06.11.2009 ![]() Internationale Fachtagung gegen Kinderarmut \"Kinderarmut ist ein Skandal - und muss strukturell bekämpft werden\", erklärte Präses Alfred Buß am Donnerstag (5.11.) in Haus Villigst in Schwerte zum Abschluss einer internationalen Fachtagung mit Gästen aus zwölf Ländern zum Thema Kinderarmut. Eingeladen hatten dazu die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) und die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) gemeinsam mit der Vereinten Evangelischen Mission. Präses Buß, leitender Theologe der EKvW, sprach von einem notwendigen Perspektivenwechsel: „Wir müssen die Gesellschaft zukünftig von den Grundbedürfnissen der Kinder her denken. Essen, Wohnung, Kleidung, Gesundheitsvorsorge und Bildung müssen für alle Kinder in ausreichender Weise gewährleistet sein.\" Die entsprechenden politischen Forderungen richte die Kirche an sich selbst wie an den Staat auf seinen unterschiedlichen Ebenen. Oberkirchenrat Klaus Eberl (EKiR) aus Düsseldorf ergänzte: „Wir müssen die Eltern stärken, um die Kinder zu stärken. Jeder Mensch hat seinen Platz in der guten Schöpfung Gottes, und als evangelische Kirche müssen wir um diesen Platz streiten.\" Unter dem Motto „Lasst uns nicht hängen\" hat die westfälische Kirche im Sommer 2008 eine Kampagne gegen Kinderarmut gestartet. Auch die rheinische Kirche widmet sich mit ihrem Aktionsprogramm „Chancenreich - Gemeinsam aktiv gegen Kinderarmut\" diesem brennenden Problem. Kinderarmut gibt es überall auf der Welt - auch in den Niederlanden, Italien, Ungarn, Rumänien und Schottland, in Tansania, China, Indonesien und den Philippinen sowie in Argentinien und den USA. Aus diesen Ländern kamen die Teilnehmer der Internationalen Ökumenischen Konferenz gegen Kinderarmut. Es handelte sich um Experten, die in ihren jeweiligen Kirchen in unterschiedlichen Projekten gegen die Armut von Kindern engagiert sind. „Armut ist nicht allein materielle Armut: auch dann liegt Armut vor, wenn Menschen sich nicht mit ihren Fähigkeiten in das von allen geteilte Leben einbringen können\", so Präses Alfred Buß: „Der Kern von Armut ist fehlende Teilhabe, also Ausgrenzung. Wer schon vor der Geburt und in den ersten Lebensjahren auf die Befriedigung von Grundbedürfnissen, auf Hoffnung und Zuversicht verzichten muss, wer nicht angemessen gefördert wird und keinen Zugang zu Freizeit, Bildung und Freundeskreisen finden kann, ist in seiner Entwicklung zu einer selbstbestimmten und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit beeinträchtigt.\" Die Kirchengemeinden, Kirchenkreise und ihre Diakonischen Werke werden aufgefordert, * weiterhin die Einrichtung von Runden Tischen „Gegen Kinderarmut\" zu initiieren; Die Kommunen, die Länder wie der Bund sind gemeinsam, unabhängig von den zur Zeit geltenden Finanzierungszuständigkeiten gefordert, nachhaltig die Lebenschancen armer Kinder zu fördern. Dazu dient auch eine einheitliche Grundsicherung für jedes Kind, die als Budget über die öffentliche Bildung, Erziehung und Betreuung verausgabt wird. Unabhängig von der Ausgestaltung einer solchen Grundsicherung fordern wir von den Kommunen * die Einführung der Beitragsfreiheit für den Besuch der Kindertagesstätten; von den Ländern * die Wiedereinführung der Lehrmittelfreiheit; vom Bund * die Sicherung der Grundversorgung aller Kinder, zumindest durch die angemessene und altersgerechte Erhöhung der Grundsicherung; Informationen zu Kampagne und Aktionsprogramm: |
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Fördern und gestalten vom 05.11.2009 ![]() Prof. Dr. Lothar Knatz nimmt seine Arbeit als Leiter des Evangelischen Studienwerks auf Das Evangelische Studienwerk e.V. Villigst hat einen neuen Leiter: Prof. Dr. Lothar Knatz. Knatz folgt auf Dr. habil. Klaus Holz, der seit Anfang 2009 Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland ist. Der 55-jährige war bislang Professor für Philosophie an der Universität Bremen und hat sich bewusst für den Wechsel aus der Universität entschieden. \"Ich freue mich auf vielfältige Aufgaben im Studienwerk: die Diskussion mit den Stipendiaten, die Zusammenarbeit mit den Gremien der Evangelischen Kirche in Deutschland als unserem Träger, die Kooperation mit den anderen zehn Begabtenförderungswerken, den Ausbau unseres Netzwerks, die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Programms und den Ausbau internationaler Kontakte\", stellt Knatz in Aussicht. Die Villigster Begabtenförderung, so der neue Leiter, orientiere sich nicht an Noten allein. Wissen und Bildung stehen immer in einem gesellschaftlichen Kontext, und deshalb müsse auch ihre Sinnhaftigkeit reflektiert werden. \"Ich bin davon überzeugt, dass das Leitbild des Evangelischen Studienwerks eine veritable Grundlage dafür bietet, in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Auseinandersetzung um die Bildung zu bestehen und gestaltend in diesen Prozess eingreifen zu können\", sagte Knatz heute zu Beginn seiner Amtszeit bei einer Veranstaltung des Evangelischen Studienwerks in Frankfurt am Main. Insbesondere vor dem Hintergrund der abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen der neuen Bundesregierung hofft Knatz auf eine Stärkung der pluralen Begabtenförderung, die nicht nur finanzielle Stipendien vergibt. Eines seiner großen Anliegen ist der richtige Umgang mit den Konsequenzen aus der Reform des deutschen Hochschulwesens durch den Bologna-Prozess. Knatz warnt hier: \"Wir müssen darauf achten, dass im Rahmen des BA-Studiums nicht zu einer Nivellierung qualitativer Ansprüche an die Studieninhalte kommt, und andererseits sind wir in Sorge um den Erhalt des Spielraums, den junge Menschen benötigen, um sich sowohl fachlich als auch persönlich entwickeln zu können.\" Das Evangelische Studienwerk ist das Begabtenförderungswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland. Sein Sitz ist seit 1948 Haus Villigst in Schwerte an der Ruhr. Das Evangelische Studienwerk vergibt Stipendien für Studierende und Promovierende und bietet eine umfassende ideelle Förderung an. Derzeit werden rund 1.000 Studierende und 250 Promovierende durch das Evangelische Studienwerk gefördert. Für Ihre Anfragen wenden Sie sich bitte an: |
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Patenschaften gegen Armut vom 03.11.2009 ![]() Gäste einer internationalen ökumenischen Konferenz lernen lokale Projekte kennen Auf einer internationalen Ökumenischen Konferenz in Haus Villigst nahmen Gäste aus zwölf Ländern das Thema Kinderarmut unter die Lupe. Im Rahmen der westfälischen Kampagne \"Lasst uns nicht hängen\" fragten sie, wo Kinderarmut anfängt und was sich dagegen tun lässt. In kleinen Gruppen besuchten die Experten Städte und Kommunen, um vor Ort lokale Projekte kennenzulernen. Pfarrerin Julia Holtz und Migrationbeauftragte Claudia Ertel begrüßten die Gäste in Witten. Hier stand das städtische Projekt „Kontrakt – Unternehmen für Bildung” zur Diskussion. Gemeinsam mit Pfarrerin Dr. Elga Zachau besuchten Christopher Mbuga aus Tansania, Gyöngyver Bohatka aus Ungarn und Jan Galloway aus Schottland die Ruhrstadt. „Kontrakt” ist ein Patenprojekt zwischen Unternehmern und Heranwachsenden. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Migrations-Hintergrund. Oft haben sie nicht die gleichen Chancen, das Bildungssystem erfolgreich zu durchlaufen. Das Projekt will die Startchancen verbessern, Kinderarmut überwinden. Viele Wege führen zum Ziel Neben den Patenschaften sollen weitere Wege zum Ziel führen: Unterstützung und Aufklärung der Eltern, Finanzierung von Förderangeboten, Gruppenaktionen. Bevor eine Patenschaft besiegelt wird, lernen sich Paten und Patenkinder intensiv kennen. Nur so kann der „gemeinsame” dreijährige Weg erfolgreich sein. Das Projekt findet eine gute Resonanz. Momentan sind 37 Kinder und Jugendliche sowie 27 Unternehmen miteinander verbunden. Auch die Delegation fand diese Initiative nachahmenswert. „Eine Super-Idee, die Unternehmer mit ins Boot zu nehmen”, lautete die einstimmige Meinung. |
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Das Fach Evangelische Religion aufwerten vom 03.11.2009 Preis für hervorragende Abiturleistungen im Fach Evangelische Religion ausgelobt Das Pädagogische Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen mit Sitz in Haus Villigst stiftet einen Preis für hervorragende Abiturleistungen im Fach Evangelische Religion. Schülerinnen und Schüler, die im Abitur in diesem Fach (Leistungskurs oder 3./4. Abiturfach) 14 oder 15 Punkte erzielt haben, sollen auf Vorschlag der Fachschaft Religion an ihrer Schule mit einem Buchpreis ausgezeichnet werden. Das teilte Dr. Hans-Martin Lübking, Direktor des Pädagogischen Instituts in Villigst bei Schwerte mit. Mit dem Preis will das Pädagogische Institut den Schülerinnen und Schülern, die sich für Religion und Theologie interessieren, mehr Aufmerksamkeit schenken. Zugleich soll der Preis dazu beitragen, das Fach Evangelische Religion aufzuwerten und junge Menschen für das Studium der Evangelischen Theologie zu interessieren. Der Preis soll erstmals 2010 verliehen werden. Die Schulen werden gebeten, entsprechende Benachrichtigungen an folgende Adresse zu schicken: Pädagogisches Institut Die Bücher werden den Schulen dann automatisch zugesandt. |
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Nicht reparieren, sondern vorbeugen vom 09.10.2009 ![]() Kommunales Erfolgsmodell als Impulsgeber für das Taufprojekt „mit Kindern neu anfangen\" „Wenn wir Kinder fördern wollen, dann müssen Eltern gestärkt werden\" – mit diesem Plädoyer warb Uwe Sandvoss auf einem Studientag in Haus Villigst (Schwerte) für lokale Netzwerke der Wohlfahrts- und Bildungseinrichtungen. Mit einem so genannten „Babybegrüßungspaket\" werden in der niederrheinischen Stadt Dormagen alle jungen Eltern kurz nach der Geburt eines Kindes begrüßt. Über den persönlichen Kontakt der kommunalen Mitarbeiter bekommen sie Hilfen und Angebote für sich und ihr Kind. Ein Erfolgsmodell, das inzwischen von vielen anderen Kommunen bundesweit übernommen wird. Über das „Dormagener Modell\" und mögliche Schnittstellen zum Taufprojekt diskutierten auf dem Villigster Studientag vorwiegend Jugendpresbyter aus den Gemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen. Einig waren sich die Teilnehmenden darüber, dass zur frühkindlichen Begleitung durch die Kirche nicht nur die Taufe als einmaliger Akt, sondern auch die Taufverantwortung der Gemeinde gehöre. Dies habe dann aber, so Hans Martin Lübking vom Pädagogischen Institut in Villigst, eine klare Prioritätensetzung in der Gemeindearbeit zur Folge, der man sich gerade vor dem Hintergrund der derzeit in vielen Gemeinden erstellten Gemeindekonzeptionen bewusst sein müsse. |
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Guter Rat für Präses und Minister vom 09.10.2009 ![]() „Lasst uns nicht hängen – Gegen Kinderarmut\": Kinder antworteten auf Fragen von Laschet und Buß Dass Kinder fragen und Politiker antworten, kommt öfter vor. Genau umgekehrt war es am Weltkindertag (20. September) in Haus Villigst in Schwerte: NRW-Familienminister Armin Laschet fragte Kinder, weil er von ihnen als Experten in eigener Sache beraten werden wollte. Auch Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), wandte sich mit seinen Fragen an die Kinder. Diese etwas anderen Beratungsgespräche mit insgesamt 30 Kindern aus Dortmund, Hagen und Brambauer gehörten zur Kampagne der westfälischen Kirche: „Lasst uns nicht hängen - Gegen Kinderarmut\". Sie zielt darauf, die Mitverantwortung in Kirche und Gesellschaft bewusst zu machen sowie Hintergründe und Folgen zur Sprache zu bringen. Ob sie sich denn gut genug über ihre eigenen Rechte informiert fühlten, wollte der Minister wissen. Eindeutige Antwort: Ja. Kinder haben ein Recht auf Gesundheit, auf Essen, Kleidung und Wohnung. Und ein Recht auf eine Erziehung ohne Gewalt. wussten die Acht- bis Zwölfjährigen. Dass Kinder, die von ihren Eltern geschlagen werden, nicht selten andere Kinder verprügeln, zeigten manche Erfahrungsberichte. Und dass dies oft ein Problem von Armut und mangelnder Teilhabe ist, war den Kindern im Gespräch mit Minister Laschet auch klar. Mehr Liebe für arme Menschen „Arme sollen mehr Liebe bekommen\", sagte Vanessa. Berit sprach von „Armut im Herzen\". Doch es blieb nicht bei Gefühlen. Um materielle Armut erst gar nicht entstehen zu lassen, erklärte Thomas, bräuchten Kinder von Anfang an gute Bildung: Kindergarten, Schule, Beruf. Das kostet Geld. Woher soll es kommen? „Die Reichen sollen abgeben\", ist der Vorschlag von Salul. Um Schulbildung ging es auch im Gespräch mit Präses Buß. Stichwort Förderunterricht: Lennard merkte kritisch an, dass davon nur sehr gute oder sehr schlechte Schüler profitieren würden, während die mittelmäßigen Schüler mittelmäßig blieben. Und die Zukunft? „Macht es euch Sorgen, dass die Polkappen immer weiter abschmelzen?\", fragte der Präses. Die Sorge der Kinder kam in ihren nachdrücklichen Forderungen zum Ausdruck: Endlich Elektroautos bauen, Energie klimaneutral erzeugen, weniger Wasser verbrauchen. Auch in der Schule sollte Umweltschutz ein größeres Gewicht bekommen. Auf die abschließende Frage von Alfred Buß: „Ihr erwartet also von uns Erwachsenen, dass wir was tun?\" antwortete Marvin locker: „Kann man so sagen.\" |
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Doppelt Gut! vom 14.09.2009 ![]() Teilnahme an der Fairen Woche und Ausbau der Bioangebote in Haus Villigst Haus Villigst, die Tagungsstätte der Ev. Kirche von Westfalen wird sich an der Fairen Woche vom 14. bis 27.09.2009. beteiligen und besondere Angebote in der Gastronomie machen. Dabei sollen vermehrt Gerichte aus Fairen Produkten auf dem Speiseplan stehen. Dies wollen wir auch mit den Tagungsgästen kommunizieren und im Haus darstellen. Haus Villigst und die im Haus ansässigen Ämter und Institute haben eine große Nähe zum Fairen Handel, etwa durch die Verwendung von fair gehandeltem Produkten. Die „Faire Woche\" soll Ausgangspunkt für ein breiter angelegtes Projekt sein, das auch unsere Bemühungen um gesunde Ernährung und biologisch und artgerecht produzierte Lebensmittel aufnehmen soll. Schon jetzt erwerben wir alle tierischen Produkte im biologischen oder artgerechten Handel (Neuland oder Bioland) und versuchen ernährungsphysiologische Erkenntnisse zu berücksichtigen. Leider ist es bisher nicht gelungen besondere Verköstigungen, etwa zu Fastenzeit, ausreichend umzusetzen. Das soll mit dem Projekt neu angestoßen werden. Zusätzlich laden wir alle Hausgäste und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Freitag, dem 25.09.2009 zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr zu der bundesweiten „Fairen Kaffeepause\" ein. |
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Offen und einladend - auch für gleichgeschlechtlich Liebende vom 14.09.2009 ![]() Westfälische Landeskirche: Dialog mit Amerikanern über Homosexualität Wir sind offen und einladend. Alle sind in unserer Kirche herzlich willkommen, heißt es in dem Grundsatzprogramm, das sich die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) 2004 gegeben hat. Aber gilt das auch für homosexuelle Menschen? Mit dieser Frage befasste sich eine Tagung am Wochenende (11. und 12. September) in Haus Villigst in Schwerte. Das Thema wurde im Austausch mit Gästen von der United Church of Christ (UCC) diskutiert. Diese nordamerikanische Kirche ist mit der EKvW partnerschaftlich verbunden. Die UCC ist derzeit die einzige Kirche in den USA, die eine vorbehaltlose Offenheit für alle Menschen, unabhängig von sexueller Orientierung, auf ihre Fahnen geschrieben hat. Pfarrer Stephen Gray (Indianapolis) berichtete von dem langen und schmerzlichen Prozess, der mit dieser Entscheidung verbunden war. Die UCC-Generalsynode hatte 2005 eine entsprechende Erklärung als Appell an die Gemeinden abgegeben. In der Region Indiana/Kentucky, für die Gray als leitender Theologe (Conference Minister) Verantwortung trägt, erklärten daraufhin zehn Prozent der Gemeinden ihren Austritt aus der UCC. Gray: Wir dürfen Gott in seiner Kreativität nicht einschränken Doch Stephen Gray ist überzeugt: Wenn wir annehmen, Gott habe nur heterosexuelle Menschen geschaffen, schränken wir ihn in seiner Kreativität ein. Mit ihrer klaren Botschaft der bedingungslosen Annahme und Offenheit zielte die Generalsynode auch auf eine Veränderung der eigenen Kirche. Stephen Gray vergleicht die Auseinandersetzung um die Homosexualität mit der früheren Debatte um die Abschaffung der Sklaverei oder die Ordination von Frauen. Nachdem die erste Frau in Amerika bereits 1849 Pfarrerin werden durfte – in einer Kirche, die heute zur UCC gehört –, dauerte es noch weit über hundert Jahre, bis dies so selbstverständlich wurde, wie es heute ist. Es mag noch lange dauern, sagt Gray, aber wir tragen heute ein Stück dazu bei, dass eines Tages alle Menschen so selbstverständlich akzeptiert werden, wie Jesus sie akzeptiert hat. EKvW: Mitarbeitende dürfen wegen ihrer Homosexualität nicht benachteiligt werden In der Evangelischen Kirche von Westfalen gilt seit 1996 ausdrücklich, dass ihre Gemeinden jeder Diskriminierung, Verachtung, Verurteilung und Demütigung gleichgeschlechtlich liebender Menschen in Kirche und Gesellschaft entgegentreten sollen. Pfarrer und andere Mitarbeiter dürfen wegen ihrer Homosexualität bei Personalentscheidungen nicht benachteiligt werden. Der Bielefelder Pfarrer Alfred Menzel berichtete aus seinem Alltag als homosexueller Pfarrer von manchen zurückliegenden Verletzungen, die heute aber weitgehend einer Gelassenheit, Zuversicht und Selbstverständlichkeit gewichen seien. Wir müssen unsere sexuelle Orientierung nicht zur Schau stellen, aber auch nicht so tun, als gäbe es sie nicht, sagte der Theologe. Superintendent Rüdiger Höcker ergänzte: Die Linie des Schweigens und Unter-den-Tisch-Kehrens ist überschritten. Wir ringen gemeinsam um theologisch fundierte Antworten. Der Dialog müsse mit Betroffenen auf Augenhöhe fortgesetzt werden. |
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Neue Phase mit Doppelspitze vom 02.09.2009 ![]() Klaus Breyer und Martina Dröttboom leiten das Institut für Kirche und Gesellschaft Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen (EkvW) hat eine neue Leitung: In einem Gottesdienst sind Pfarrer Klaus Breyer und seine Stellvertreterin, die Diplom-Ökonomin Martina Dröttboom, von Präses Alfred Buß am Dienstagabend (1. September) in Schwerte in ihr Amt eingeführt worden. Pfarrer Heinz-Georg Ackermeier, der bisherige Institutsleiter, wurde in den Ruhestand verabschiedet. „Kirche und Gesellschaft bestehen nicht nebeneinander, sondern sind ineinander verschränkt\", sagte Präses Dr. Alfred Buß als leitender Theologe der westfälischen Landeskirche. Hier liege die Bedeutung des Instituts, das früher in Iserlohn war und seit 2008 in Haus Villigst in Schwerte angesiedelt ist. Auch Eckhard Uhlenberg, NRW-Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, hob die Bedeutung des Dialogs zwischen Kirche und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen hervor. Bedeutsam seien die christlichen Wurzeln als Grundlage für „unser eigenes Denken und Tun\". Uhlenberg: Über unsere Verhältnisse gelebt Der Minister sprach im Blick auf die bisherige Aufgabe von Klaus Breyer als Umweltbeauftragtem der westfälischen Kirche von Nachhaltigkeit als leitendem Prinzip: „Nachhaltigkeit bedeutet, dass wir der Natur immer wieder eine kreative Pause gönnen müssen.\" Die Natur brauche Zeit, um sich selbst zu regenerieren. „Das geht nur durch ein uneigennütziges Seinlassen der Schöpfung.\" Uhlenberg merkte kritisch an, dass wir in der Vergangenheit über unsere Verhältnisse gelebt hätten – „auf Kosten zukünftiger Generationen, auf Kosten von Umwelt und Natur, auf Kosten anderer Menschen\". Eine Gesellschaft, die alles sofort und gleichzeitig will, dürfe nicht das Ziel sein. Einschnitt und Doppelpunkt Das Institut für Kirche und Gesellschaft vereinigt die Evangelische Akademie, den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt und die Männerarbeit der EKvW. Es entstand vor gut zehn Jahren aus der Zusammenführung zahlreicher einzelner Einrichtungen. Der Wechsel in der Leitung bedeute „einen Einschnitt und einen Doppelpunkt\", sagte Pfarrer Gerd Kerl, Mitglied der Kirchenleitung. Den Prozess des Zusammenwachsens habe der bisherige Leiter Heinz-Georg Ackermeier maßgeblich geprägt. Mit der „Doppelspitze\" Breyer/Dröttboom beginne jetzt eine neue Phase. |
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Mit Herz und Verstand vom 02.09.2009 ![]() Erich Schriever geht nach 29 Jahren Kultur- und Medienarbeit im Amt für Jugendarbeit in den Ruhestand Seit 1980 war Erich Schriever Kultur- und Medienpädagoge im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen in Haus Villigst. Jetzt ist er nach 29 Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden. Landeskirchenrätin Dr. Johanna Will-Armstrong würdigte Erich Schriever in ihrer Ansprache als Mensch mit außergewöhnlichem Engagement, der sich mit Herz und Verstand der Bildungsarbeit verpflichtet habe. Schriever rief während seiner Tätigkeit zahlreiche Projekte ins Leben. Ein Meilenstein war die Einführung der Aus- und Fortbildung in Spiel- und Theaterpädagogik, die bis heute in der Villigster Spiel- und Theaterwerkstatt fortbesteht. Viele Menschen nachhaltig geprägt Einen beeindruckenden Abschiedszauber inszenierten Kollegen und Wegbegleiter im Rahmen der Verabschiedungsfeier in Haus Villigst: mit Darbietungen wie Gesang, Lesungen, Videoclips, Trommel und Feuerkunst spiegelte sich an diesem Abend eine breite Palette des Arbeitsfeldes des langjährigen Pädagogen wider. Durch sein Herz aus Feuer, in dem die Leidenschaft für seine Arbeit beständig brennt, hat Schriever nicht nur in Westfalen viele Menschen nachhaltig geprägt. Keiner ging so raus, wie er rein gekommen ist, so Christel Brüning, Mitglied der Villigster Spiel- und Theaterwerkstatt. Dies verbildlichte schließlich auch ein Herzsymbol, das für Schriever in Flammen aufging. |
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Ökumenische Zusammenarbeit auf europäischer Ebene vom 31.08.2009 ![]() Besuch aus Schottland macht neue Kooperationen möglich Sich gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und auf europäischer Ebene enger zusammenarbeiten: so lauten die Ergebnisse der Gespräche zwischen Vertretern der Evangelischen Kirche von Westfalen und einer Delegation der Church of Scotland, die vom 24. bis zum 27. August zu Gast in Westfalen war. Die westfälische Kampagne gegen Kinderarmut unter dem Motto \"Lasst uns nicht hängen\" biete zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Arbeit der Church of Scotland in den sozialen Brennpunkten in Glasgow und Edinburgh. Zentrale Stationen des Besuches waren ein Erfahrungsaustausch mit den Mitarbeitenden in der ökumenischen Gemeindepartnerschaft St. Barbara in Herten, die Citykirchenarbeit in Dortmund, die englischsprachige, christliche Gemeinde in Bochum, Gespräche in den Ämtern und Werken in Haus Villigst und Dortmund sowie im Landeskirchenamt. 600.000 Mitglieder gehören zur Church of Scotland Im Februar 2009 hatte eine westfälische Delegation die schottische Kirche besucht und sich erste Eindrücke vom kirchlichen Engagement in Glasgow, Edinburgh und Falkirk verschafft. Die Church of Scotland ist eine reformierte Kirche mit etwa 600.000 registrierten Mitgliedern, der sich nach einer aktuellen Umfrage aber über 2,4 Millionen Schotten zugehörig fühlen. John Knox, ein Zeitgenosse und Weggefährte Calvins, brachte die Reformation nach Schottland und gilt als Gründer der Church of Scotland. |
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Demokratie ist eine andauernde Herausforderung vom 25.08.2009 ![]() Neonazis bekommen Angst vor der eigenen Courage Neonazis aus dem Landkreis Unna wollten am Montag, 17. August, einen so genannten Flash-Mob durchführen und sich mit dieser Form der spontanen Versammlung in Szene setzen. Dass daraus schließlich nichts geworden ist, hat vor allem mit vielen gelben Plakaten sowie dem breiten gesellschaftlichen Widerstand zu tun, der sich im Vorfeld formiert hat. Das Ergebnis: die Neonazis mit den vermeintlich blauen Augen haben kalte Füße bekommen und sind erst gar nicht erschienen. Eine Erfolgsgeschichte gegen den Rechtsextremismus. Sie hatten sich über Internet und E-Mails verabredet und wollten in einer versteinerten Position auf einem Platz in Unna ausharren. Zum Abschluss sollte das Schlusswort von Rudolf Heß vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal vorgelesen werden, in dem er keinerlei Reue für seine Taten zeigte. Die ganze Aktion sollte nur wenige Minuten dauern. Doch dazu kam es nicht. Hunderte von couragierten Bürgerinnen und Bürgern und zahlreiche Polizeibeamte haben den Neonazis einen Empfang bereitet, den sie so schnell nicht vergessen werden. Hatten sie anfangs geglaubt, es handele sich um eine genehmigungsfreie spontane Demonstration, mussten sie angesichts der Menschenmenge damit rechnen, öffentlich zur Rechenschaft gezogen zu werden. Sie zogen es deshalb vor, erst gar nicht in Erscheinung zu treten. Posselt: Demokratie ist eine andauernde Herausforderung „Weil Demokratie eine andauernde Herausforderung und Provokation für Rechtsextremisten ist und Neonazis unsere Demokratie stürzen wollen, ist es schon bewundernswert, was im Landkreis Unna passiert\" so Ralf-Erik Posselt, Leiter des Beratungsnetzwerkes in Haus Villigst. „Nicht nur, dass alle demokratischen Parteien im Konsens Rechtsextremismus bekämpfen, sondern dass auch die Bürgerinnen und Bürger schon heute deutlich zeigen, dass der Schutz von Minderheiten, ein friedliches Zusammenleben und unsere Demokratie nicht vom Himmel gefallen sind, sondern täglich und öffentlich gelebt und auch verteidigt werden müssen, zeigt, dass die Menschen in der Region Unna auf einem guten und dem richtigen Weg sind\". „Nach ihrer bösen Überraschung mit dem Flash-Mob werden die Rechtsextremisten jedoch noch lange nicht klein beigeben\", warnt Posselt. Sie würden vorerst wieder im Dunkeln verschwinden und von dorther versuchen, mit einfachen und populistischen Parolen das Klima im Land zu vergiften. Dazu gehöre es, einzelne Menschen zu bedrohen, um so ein Klima der Angst zu entwickeln. Dem Rechtsextremismus erfolgreich das Wasser abgraben Das Beispiel Unna und insbesondere die Plakat-Initiative der dortigen Bürgermeister zeigen, wie Demokratie gelingen kann und wie dem Rechtsextremismus erfolgreich das Wasser abgegraben werden kann\". Schon vor Monaten hatte der Landrat im Kreis Unna einen Verständigungsprozess aller zivilgesellschaftlichen Gruppen, politischen Parteien, Bürgermeister und engagierten Bürger in die Wege geleitet und zu einem bürgerschaftlichen Runden Tisch gegen Rechtsextremismus angestiftet. Eines von vielen Ergebnissen sind die gelben Plakate, die zum Beispiel die Aufschrift tragen „Unna hat keinen Platz für Rechtsextremismus\". Egal wohin man zurzeit im Landkreis schaut: Die gelben Plakate fallen sofort ins Auge und signalisieren jungen und alten Nazis, dass ihre Gesinnung im Landkreis keinen Platz hat und sich Gegenwehr entwickelt. |
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Europa als Festung schadet sich selbst vom 24.08.2009 ![]() Politikertagung der westfälischen Kirche: Austausch über Möglichkeiten größerer Gerechtigkeit Die Europäer werden sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie sich weiterhin gegen Afrika wie eine Festung abgrenzen. Davor hat Dr. Fidon Mwombeki auf der Politikertagung der Evangelischen Kirche von Westfalen gewarnt. Der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) sagte in Haus Villigst in Schwerte: „Europa will die Ressourcen Afrikas, aber nicht die Afrikaner.\" Er übte scharfe Kritik daran, dass die afrikanischen Staaten durch europäischen Druck gezwungen seien, ihre Wirtschaft zu liberalisieren, „damit Europa aus Afrika herausholen kann, was herauszuholen ist.\" Die europäische Abschottung sowohl gegen Flüchtlinge auf Booten als auch durch wirtschaftspolitische Mittel verurteilte Mwombeki nicht nur aus ethischen Gründen. Der aus Tansania stammende Theologe hält sie auch aus Sicht der Europäer für unklug. Selbst noch so scharf kontrollierte Grenzen würden zwar einige Flüchtlinge, aber längst nicht alle aufhalten können. Es sei außerdem teuer, Grenzen aufwändig zu bewachen und Schiffe vor Piraten zu schützen. Wirtschaftlicher wäre es, Bedingungen zu schaffen, unter denen die Menschen in Afrika ihre Heimat nicht verlassen würden. Afrikanische Länder bräuchten Unterstützung, um in ihre eigenen Bildungs- und Gesundheitssysteme zu investieren. Als Beispiel nannte er das Modell eines bedingungslosen Grundeinkommens in Namibia, das dort in dem kleinen Dorf Otjivero in kurzer Zeit zu bemerkenswerten Erfolgen geführt hat. Auch Präses Alfred Buß kritisierte den menschenunwürdigen Umgang mit Flüchtlingen: „Ein Schiff mit chinesischen Bohnen ist besser geschützt als ein Boot mit Flüchtlingen aus Afrika\", sagte der leitende Theologe der westfälischen Kirche, der auch Vorsitzender der Kommission für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Er rief dazu auf, wenigstens die Flüchtlinge in westlichen Ländern aufzunehmen, die durch vom Westen verursachte Krisen zur Flucht genötigt seien. Beispiel: Aus dem Irak sind zwei Millionen Menschen nach Syrien und Jordanien geflohen – 2.500 davon können nach Europa kommen. Außerdem seien die armen Länder vom Klimawandel, den hauptsächlich die reichen verschulden, besonders betroffen. Der Europaabgeordnete und Attac-Mitbegründer Sven Giegold wies darauf hin, dass europäische Agrarprodukte, aus Steuergeldern subventioniert, die Märkte in Afrika zerstören. Wachstum sei kein politisches Ziel an sich – sinnvolles Wachstum hänge von der Technologieentwicklung ab. „Wenn wir in sinnvollen Bereichen Wachstum wollen, müssen wir auch sagen, was schrumpfen soll. Wenn wir ökologisch verträgliche Verkehrsmittel wollen, müssen wir uns von den Spritfressern trennen. Wenn erneuerbare Energien wachsen sollen, müssen Kohle und Kernkraft schrumpfen.\" |
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Renaissance der Sozialen Marktwirtschaft vom 24.08.2009 ![]() Tagung der westfälischen Kirche: Politiker und Theologe fordern stärkere Kontrolle von Banken und Finanzwirtschaft Eine „Renaissance der sozialen Marktwirtschaft\" ist nach Überzeugung des Europaabgeordneten Elmar Brok nötig und möglich. Sie müsse in Freiheit aus christlicher Verantwortung gestaltet werden, sagte Brok auf der Politikertagung der Evangelischen Kirche von Westfalen in Schwerte:Der Markt produziert nicht von sich aus soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Der Klimawandel würde nach Angaben von Brok allein in Deutschland Schäden von über 100 Milliarden Euro verursachen, wenn es nicht gelinge, ihn einzudämmen. Ein sich selbst überlassener Markt zerstört sich nach Überzeugung des CDU-Politikers selbst. Wirklicher, fruchtbarer Wettbewerb könne sich nur entwickeln, wenn Fusionen politisch kontrolliert werden. Voraussetzung dafür sei ein international verbindlicher Ordnungsrahmen. Der europäische Binnenmarkt mit seiner staatenübergreifenden Regulierung sei deshalb weltweit ein Modell für die Bewältigung der Wirtschaftskrise. Dazu gehört nach Broks Worten eine gemeinsame Kontrolle der Finanzwirtschaft: Es kann nicht sein, dass 28-jährige Rating-Analysten in der City of London ungeprüft und ohne Kontrolle entscheiden, welcher Arbeitsplatz in Schwerte wertvoll ist, sagte er. Freiheit nicht ohne Verantwortung Christliche Freiheit ist auch für Dr. Christoph Stückelberger die Voraussetzung, um der Krise Herr zu werden. Christen seien „befreit, das Gute zu tun zum Wohl der Gemeinschaft\", erklärte der Theologe von der Organisation Globethics.net in Genf. „Freiheit ist nicht ohne Verantwortung und ohne Gerechtigkeit denkbar – und umgekehrt.\" Die Welthandelsorganisation WTO habe die Gerechtigkeit bisher nur ungenügend umgesetzt. Auch Stückelberger plädierte für starke, faire Regeln, nach denen der Markt funktionieren müsse. Ethik müsse in der Wirtschaft verpflichtendes Ausbildungsfach werden. Ohne geistliche Wurzel sei die Ethik jedoch hohl und könne nicht langfristig tragen. Nur durch spirituelle Schulung von klein auf könne ethisches Verhalten in der Persönlichkeit verankert werden. Deshalb müsse der schulische Ethikunterricht stärker mit dem Religionsunterricht verbunden werden. |
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Staatssekretär: Bildung und Studium darf nicht vom Geldbeutel abhängen vom 29.07.2009 Evangelisches Studienwerk nimmt 100 neue Stipendiaten auf Schwerte (epd). Bildung und Studium dürfen nach Auffassung des Staatssekretärs im Bundesbildungsministerium, Thomas Rachel (CDU), nicht vom Geldbeutel abhängen. Eine Begabtenförderung sei eine Investition in die Zukunft und in die Ausbildung von Führungspersönlichkeiten, sagte er am Montag in Schwerte bei einem Besuch des Evangelischen Studienwerks Villigst. Laut Rachel hat die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode die Mittel für die Begabtenförderung von 80 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 132 Millionen Euro in diesem Jahr gesteigert. Damit würden heute rund 20.850 Studenten gefördert, das seien mehr als ein Prozent aller Studenten in Deutschland. Das Besondere des Evangelischen Studienwerks Villigst sei, dass es auch die ideelle Bildung fördere, unterstrich Rachel, der auch Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises in der CDU ist. Es sei wichtig, dass die jungen Menschen ihre Begabung auch der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Das Studienwerk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nimmt in diesem Jahr rund 100 neue Stipendiaten auf. In Villigst befinden sich derzeit rund 1.000 Studierende in der Grundförderung, rund 250 Nachwuchswissenschaftler erhalten eine Promotionsförderung. Rachel würdigte das Evangelische Studienwerk Villigst in Schwerte als ein „entscheidendes Scharnier zwischen Kirche und Hochschule”. Es liefere wertvolle Denkanstöße für die Bereiche Wissenschaft, Hochschule und Nachwuchsförderung. Besonders vor dem Hintergrund der Finanzkrise sei eine Begabtenförderung in einem rohstoffarmen Land unerlässlich. Träger des 1948 gegründeten Studienwerks Villigst mit Sitz in Haus Villigst sind die 22 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Ein Kriterium bei der Auswahl der Stipendiaten ist ein Engagement im kirchlichen, sozialen oder karitativen Bereich. |
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Ein Raum für grundlegende Fragen des Lebens und des Glaubens vom 24.06.2009 ![]() Ehrendoktorwürde für Präses Alfred Buß – Theologie unverzichtbar als Gesprächspartner für Naturwissenschaften Der westfälische Präses Dr. Alfred Buß hat die übergreifende Bedeutung der Theologie an der Universität betont. In seinem Vortrag zur Verleihung der Ehrendoktorwürde sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen in Münster, die Theologie sei unverzichtbar als Gesprächspartner in den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen, vor denen Wissenschaft und Gesellschaft stehen. „Die Theologie fragt danach, welche religiösen und weltanschaulichen Basisannahmen Wissenschaftsprozessen zugrunde liegen, die gern als rein wissenschaftlich bezeichnet werden\", sagte Buß. Als Beispiele nannte er die Gen- oder Hirnforschung, die vom Ideal des perfekten Menschen motiviert sein könnte, die Konzentration der Wissenschaft auf Effizienz, die demografische Entwicklung und den rasanten globalen Wandel. Die Evangelisch-Theologische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität hat Alfred Buß die Würde eines Doktors der Theologie ehrenhalber verliehen. Der Dekan der Fakultät, Professor Dr. Albrecht Beutel, überreichte die Ehrendoktorurkunde am Dienstag bei einem Festakt im Schloss zu Münster. Buß: Alle Wissenschaften sind der Wahrheit verpflichtet Die Theologie könne einen Beitrag dazu leisten, dass „Orientierungswissen\" an den Hochschulen gleichrangig sei wie „Verfügungswissen\". Die förderungswürdige Elite dürfe nicht nur als Leistungs-, sondern müsse auch als Verantwortungselite verstanden werden. Alle Wissenschaften seien der Wahrheit verpflichtet – für diese Verpflichtung sei der interdisziplinäre Dialog unverzichtbar: „Sonst besteht die Gefahr, dass sich Naturwissenschaften und Theologie nichts mehr sagen.\" Die evangelische Kirche kann nach Überzeugung von Präses Buß an der Hochschule „einen Raum eröffnen, in dem grundlegende Fragen des Lebens und Glaubens Platz haben und bearbeitet werden\". Professor Dr. Christian Grethlein als Vertreter der Evangelisch-Theologischen Fakultät hob in seiner Laudatio hervor, dass Buß sich in seinem Amt als Präses im Dialogfeld von Kirche und Gesellschaft engagiere. „Neben sozialpolitischen Fragen, bei deren Behandlung die Erfahrungen des früheren Ruhrgebiets-Superintendenten mitschwingen, liegt Ihnen vor allem die Bewahrung der Schöpfung am Herzen. Auch hier haben Sie wichtige, über den engeren kirchlichen Kreis hinausreichende Impulse hoher sozialethischer Relevanz gegeben\", sagte Grethlein. Zudem habe sein theologisch reflektierter und geschichtlich bewusster Dialog mit jüdischen Gemeinden die Professoren der Evangelisch-Theologischen Fakultät beeindruckt. „Sein Wirken ist Ausdruck einer guten und gelehrten Evangelischen Theologie\", fasste Grethlein die Verdienste des Präses zusammen. Präses Alfred Buß war vor seiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer und Superintendent, Studienleiter im Ev. Studienwerk e.V. in Haus Villigst. Wir gratulieren herzlich. Die Rede von Präses Buß anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde finden Sie hier: Rede zur Ehrendoktorwürde Alfred Buß (PDF-Datei, 105KB) |
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Theologische Aus- und Fortbildung: Kirchen kooperieren vom 19.06.2009 ![]() Konzentration auf die beiden Standorte Wuppertal und Schwerte-Villigst Die evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen arbeiten in der Aus- und Fortbildung ihrer Pfarrerinnen und Pfarrer stärker zusammen als bisher. Dabei konzentrieren sie sich auf die beiden Standorte Wuppertal und Schwerte-Villigst. An der Zusammenarbeit beteiligt ist auch die Evangelisch-reformierte Kirche. Die entsprechenden Kooperationsverträge wurden in Haus Villigst feierlich unterzeichnet. Alle Vikarinnen und Vikare aus dem Rheinland, aus Westfalen und Lippe sowie aus der Evangelisch-reformierten Kirche erhalten ihre praxisbegleitende Ausbildung ab 1. Oktober 2009 im Seminar in Wuppertal. Die theologische Fort- und Weiterbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer geschieht ab 2010 durch das gemeinsame Pastoralkolleg in Villigst. Die hohe Qualität der pastoralen Bildungsarbeit ausbauen Damit sind zwei Arbeitsbereiche zusammengelegt, die bisher von der rheinischen und der westfälischen Kirche jeweils eigenständig betrieben wurden. Ziel ist es, die hohe Qualität der pastoralen Bildungsarbeit der vier Landeskirchen zu sichern und auszubauen, heißt es in dem Vertrag, der die Arbeit des Wuppertaler Seminars regelt. Und das gemeinsame Pastoralkolleg in Haus Villigst soll „als zukunftsfähiges Bildungszentrum in der Evangelischen Kirche in Deutschland\" entwickelt werden.\" Den größten Kostenanteil der gemeinsamen Einrichtungen finanzieren die Evangelische Kirche im Rheinland und die Evangelische Kirche von Westfalen zu je gleichen Teilen. Der Pfarrdienst – von Gott gewollt, für die Menschen lebenswichtig und deshalb für die Kirche von grundlegender Bedeutung – stellt hohe Anforderungen an Pfarrerinnen und Pfarrer, erklärt Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf) für die rheinische Kirche: Um diesen Anforderungen entsprechen zu können, brauchen sie eine profunde Aus- und Fortbildung. Die wollen wir kooperativ gewährleisten. Buß: Wir bündeln unsere Kräfte Sein westfälischer Kollege, Präses Alfred Buß (Bielefeld), ergänzt: Wir bündeln unsere Kräfte, unsere Sachkompetenz und unsere langjährige Erfahrung, um einem kirchlichen Schlüsselberuf auch in Zukunft eine exzellente Ausbildung mit auf den Weg zu geben. Und das gilt auch für die Fort- und Weiterbildung, die im Pfarrberuf nicht wegzudenken ist. In Westfalen studieren zurzeit 71 Frauen und 66 Männer Theologie. Die Zahl von 26 Vikarinnen und Vikaren erhöht sich Anfang Oktober um weitere zehn. |
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Willy Kramp wäre heute 100 Jahre alt geworden vom 18.06.2009 ![]() Am 18. Juni 1909 wurde Willy Kramp in Mühlhausen geboren. Der promovierte Autor verfasste nach einem Studium der Philosophie, Psychologie, Germanistik und Anglistik seit den 1930er Jahren Romane, Erzählungen, Dramen und Essays zu meist zeitgeschichtlichen Themen. 1938 heiratete er Helene Keuch, mit der er drei Kinder hatte. Durch seinen Bruder, der evangelische Theologie studierte, wurde er Mitglied der Bekennenden Kirche. 1939 wurde Willy Kramp einberufen und war als Heerespsychologe tätig und ab 1943 Soldat. Im Januar 1945 geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1950 frei kam. Von 1950 bis 1957 war er neben Hellmut Keussen Studienleiter des Evangelischen Studienwerks Villigst. Das Ev. Studienwerk e.V. war die erste Einrichtung der Ev. Kirche in der Tagungsstätte Haus Villigst in Schwerte. Willy Kramp ist einer der bedeutenden Männer und Frauen der ersten Stunden in unserem Haus. Mehr über Willy Kramp erfahren Sie unter: http://www.schwerte.de/kultur-und-freizeit/literatur/williy-kramp/ Er liebte die Erde und den Himmel (PDF-Datei, 18KB) |
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Beispiele aus Westfalen - interessant für Ungarn vom 18.06.2009 ![]() Zwei ungarische Partnerkirchen zu Besuch Mit wieviel Kraft, Energie und Mut die Evangelische Kirche von Westfalen eine Zukunftsvision entwickelt und Jahrzehnte vorausdenkt – das beeindruckt mich, erklärte Dr. Gustáv Bölcskei, Bischof der Evangelisch-reformierten Kirche in Ungarn. Und Dr. Tamás Fabiny, der an der Spitze der Evangelisch-lutherischen Kirche Ungarns steht, sieht hier in Westfalen gute Beispiele für eine engere Zusammenarbeit innerhalb des Protestantismus in seiner Heimat. Die beiden evangelischen Bischöfe aus Ungarn sind mit einer kleinen Delegation noch bis Freitag in der westfälischen Partnerkirche unterwegs. Am Mittwoch trafen sie in Haus Villigst mit Präses Alfred Buß und Mitgliedern der Kirchenleitung zusammen. In Zukunft viel mehr gemeinsam machen Mit 1,6 Millionen Mitgliedern ist die Evangelisch-reformierte Kirche die zweitgrößte Religionsgemeinschaft im überwiegend katholischen Ungarn, gefolgt von den Lutheranern (350.000). Erstmals findet ein gemeinsamer Besuch leitender Theologen der beiden evangelischen Kirchen in Westfalen statt. Wir werden in Zukunft viel mehr gemeinsam machen, das ist unumgänglich, ist Bischof Bölcskei sicher. In dieser Hinsicht war für die Ungarn der westfälische Reformprozess „Kirche mit Zukunft\" interessant, in den die Landeskirche im Jahr 2000 eingetreten ist und der im vergangenen Jahr seinen Abschluss fand. Am Beispiel der Vereinigung von fünf Dortmunder Kirchengemeinden erfuhren die Gäste aus Budapest von den grundsätzlichen Fragen und Möglichkeiten, aber auch von den Detailproblemen, die ein solcher Prozess mit sich bringt. Auch die Aus-, Fort- und Weiterbildung in Theologie, Diakonie und Pädagogik interessierte die Gäste. Die landeskirchlichen Einrichtungen in Haus Villigst standen deshalb ebenso auf dem Programm wie die Fachhochschule der Diakonie und das Institut für Diakoniemanagement in Bielefeld-Bethel. Orientierung und Solidarität in Zeiten der Globalisierung Der westfälische Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller erinnerte daran, dass die reformierten und lutherischen Christen Ungarns seit Jahrzehnten Partner der Evangelischen Kirche von Westfalen sind. Nach der Wende und nach der Ost-Erweiterung der EU würden sich die Kirchen noch stärker vor gemeinsamen Herausforderungen im zusammenwachsenden Europa sehen. Möller: Wir arbeiten gemeinsam daran, wie wir in unseren sich radikal wandelnden Gesellschaften den christlichen Glauben einladend bezeugen können. In den Unsicherheiten der Globalisierung wollen wir Orientierung und Solidarität geben.Evangelisch-reformierte Christen ungarischer Sprache leben nicht nur in Ungarn, sondern auch in Rumänien und in der Ukraine – insgesamt rund drei Millionen. Am 22. Mai haben sie sich eine gemeinsame Verfassung gegeben. Zu diesem historischen Akt kamen 20.000 Menschen nach Debrecen, das historische Zentrum der Reformierten in Ostungarn. Es war ein Riesenerlebnis, das die Zusammengehörigkeit diesseits und jenseits der Grenze gestärkt hat, berichtet Synodenpräsident Dr. Pál Huszár. |
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Für eine kritische evangelische Einmischung vom 08.06.2009 ![]() 75 Jahre Barmer Bekenntnis: Engagement aus der Mitte des Glaubens heraus. Vor 75 Jahren erklärte eine Versammlung evangelischer Christen in Wuppertal-Barmen, dass die Kirche außer Jesus Christus „keine besonderen, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestatteten Führer\" brauche. Das war mutig, ein Jahr nachdem die Nationalsozialisten in Deutschland unter großem Jubel die Macht übernommen hatten. Was bedeutet dieses Barmer Bekenntnis von 1934 heute? Es weist den Weg zu einem demokratischen Verständnis des Staates und für eine kritische evangelische Einmischung in die Gesellschaft, erklärte Präses Alfred Buß am Montag (8.6.) im Haus Villigst in Schwerte. Das sei um so erstaunlicher, als in Barmen „keine Versammlung von Demokraten\" zusammengekommen war, so der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen. Buß: „Ausgangspunkt war die Mitte des Glaubens.\" 1934 stand die evangelische Kirche vor einer Spaltung. Die Gruppe der sogenannten Deutschen Christen feierte Hitler als Erlösung für Deutschland. Dem widersprach die Bekennende Kirche entschieden. In Barmen fand dieser Widerspruch seinen Ausdruck. Der Widerspruch gegen die Nazi-Ideologie, die auch Christen infiziert hatte, entsprang also nicht politischer Einsicht, sondern der evangelischen Überzeugung: „Jesus Christus ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir zu vertrauen und zu gehorchen haben.\" So formuliert es die erste der sechs Barmer Thesen, und dabei, so Präses Buß, ist die Reihenfolge wichtig: hören, vertrauen, gehorchen. „Nicht die ethische Forderung steht an erster Stelle, sondern das Hören: Im verwirrenden Stimmengewirr der Zeit gilt es, mit offenen Sinnen die unverwechselbare Stimme Christi zu vernehmen.\" Die zweite These hält fest: „Es gibt keine Lebensbereiche, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären.\" Der westfälische Präses unterstreicht die Rolle des Staates, die dem zugrunde liegt: Der Staat hat, so formulierte man 1934 in Barmen, „nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens für Recht und Frieden zu sorgen\". Alfred Buß: „Dies ist ein funktionales Staatsverständnis. Der Staat ist keine Obrigkeit, die weiß, was am besten für die Bürger ist – er hat sein Existenzrecht darin, und nur darin, dass er für Recht und Frieden sorgt.\" Evangelische Christen, die durchaus obrigkeitsstaatlich dachten und deutschnational eingestellt waren, eröffneten in Barmen ein demokratisches Staatsverständnis. Die Lehre und bleibende Verpflichtung des Barmer Bekenntnisses beschreibt Buß so: „Bereiche des öffentlichen Lebens dürfen nicht einer vermeintlichen Eigengesetzlichkeit überlassen werden. Die Ziele des Einsatzes deutscher Soldaten in Afghanistan, Klimagerechtigkeit, Bleiberecht für Flüchtlinge, Teilhabe an Bildung für alle, Kinderarmut oder die Gestaltung einer Sozialen Marktwirtschaft, die wirklich Lehren aus dem Finanzdesaster zieht, sind deshalb Beispiele aktueller Themen, bei denen wir uns als Kirche heute einzumischen haben.\" In einer Fachtagung der westfälischen Kirche beschäftigten sich rund 50 Teilnehmer mit dem Barmer Bekenntnis und dem westfälischen Theologen Hans Thimme (1909-2006), der 1934 an dem Dokument mitgearbeitet hatte. Thimme, 1969 bis 1977 Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, sah Barmen als „Grundlage meiner ganzen theologischen und kirchlichen Existenz im leitenden Dienst\". Am 6. Juni wäre er hundert Jahre alt geworden. |
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75 Jahre Barmer Theologische Erklärung vom 04.06.2009 Ein Schatz des landeskirchlichen Archivs in Bielefeld Vor 75 Jahren entstand eines der wichtigsten Dokumente des Protestantismus - Die westfälische Landeskirche verwahrt das Original der Barmer Theologischen Erklärung Am 31. Mai 1934, vor 75 Jahren, grenzten sich evangelische Christen klar von der herrschenden NS-Ideologie ab: In Wuppertal-Barmen wurde auf einer reichsweiten „Bekenntnissynode” die Barmer Theologische Erklärung verabschiedet. Was kaum jemand weiß: Das Original dieses wegweisenden protestantischen Bekenntnisses wird im Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld verwahrt. Zum Jubiläum ist jetzt eine Broschüre mit Hintergrundinformationen erschienen. In Barmen formierte sich die Bekennende Kirche gegen die hitlerbegeisterten „Deutschen Christen”. Kaum ein Dokument hat die Geschichte des Protestantismus in Deutschland nach 1945 so geprägt wie die Barmer Theologische Erklärung. Ihre sechs Thesen sind eine Art Gründungsurkunde und moralische Legitimation für den Neuaufbau der evangelischen Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg. Weltweit wurde das Barmer Bekenntnis zum Vorbild für christliche Befreiungsbewegungen in Diktaturen. Gegen den totalitären Machtstaat Unmissverständlich und in der damaligen Zeit mutig sind Sätze wie diese: „Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben und geben lassen.” Die Teilnehmer der Barmer Synode waren in ihrem Denken nicht demokratisch, sondern noch obrigkeitsstaatlich geprägt. Dennoch weist ihre Erklärung in die Zukunft. Sie „tritt gegen den totalitären Machtstaat und für den Rechtsstaat ein”, sagt der westfälische Präses Alfred Buß. Das bedeute einen Wendepunkt in der Geschichte der evangelischen Kirche und Theologie: „Neu ist in Barmen, dass beide, Regierende und Regierte, auf die Verantwortung im Gemeinwesen angesprochen werden.” Damit sei die Tür zu einem demokratischen Verständnis des Staates aufgetan – nicht mehr im Sinne staatlicher Obrigkeit, sondern „ausschließlich als Ausprägung politischer Selbstorganisation der Gesellschaft”, so der leitende Theologe der westfälischen Landeskirche. Neue Broschüre erschienen Die letzte, handschriftlich überarbeitete Fassung der Barmer Theologischen Erklärung ist einer der kostbarsten Schätze des landeskirchlichen Archivs. Die neue Broschüre im Format DIN A4 enthält zusätzlich ein Poster, auf dem das Originaldokument abgebildet ist. Die Broschüre mit Poster kostet 2,50 Euro. Das Poster ungefalzt kostet 2,00 Euro. Beide Exemplare erhalten Sie am Empfang von Haus Villigst oder per Post nach Bestellung (zzgl. Versandgebühren) unter |
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220 Gäste zum Gitarrensymposium erwartet vom 02.06.2009 Bis zu 220 Gäste aus 45 Ländern werden zum diesjährigen Gitarrensymposium in Haus Villigst erwartet. Das Programm steht und die ersten Karten für die abendlichen Konzerte sind bereits verkauft. Weitere Einrittskarten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen. Auch in diesem Jahr haben wieder zahlreiche Gitarren- und Instrumentenbauer ihre Teilnahme zugesagt. Auch sie kommen wieder aus zahlreichen Ländern und bereichern das einwöchige Treffen, das vom 9. bis 15. August in Haus Villigst durchgeführt wird. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.guitarsymposium.com
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Haus Villigst - Geschichte und Gegenwart vom 18.05.2009 Neue DVD zu Haus Villigst jetzt erhältlich Haus Villigst blickt auf eine Geschichte aus mehreren Jahrhunderten zurück. Seit sechzig Jahren ist jetzt die Ev. Kirche von Westfalen mit mehreren Einrichtungen in dem Herrenhaus an der Ruhr ansässig. Nachdem in den letzten Jahren eine grundlegende Renovierung des denkmalgeschützten Bereiches vorgenommen wurde, konnte die Tagungsstätte der Ev. Kirche von Westfalen im Sommer 2007 wieder neu eröffnet werden. Ausführliche Fotodokumentation In der Begleitung dieses Projektes ist eine ausführliche Fotodokumentation entstanden, die wir jetzt auf einer DVD für die Öffentlichkeit zusammengefasst haben. Auf mehr als 300 Bildern wird die Geschichte des Hauses im 19. und 20. Jahrhundert beschrieben. Es folgen zahlreiche Aufnahmen von Männern und Frauen, die tatkräftig an der Gestaltung des kirchlichen Bildungsauftrages beteiligt waren. In einem zweiten Abschnitt wird die Baumaßnahme selbst dokumentiert und das Fest der Wiedereröffnung dargestellt. Besonders für langjährige Freunde und Freundinnen von Haus Villigst birgt diese Dokumentation schöne Erinnerungen. Die DVD eignet sich für jeden handelsüblichen DVD-Spieler oder für jeden PC. Zum Preis von 12,50 Euro erhalten Sie diese schöne Dokumentation kirchlichen Lebens am Empfang von Haus Villigst. Wir sind auch gerne bereit, Ihnen die DVD gegen Übernahme der Versandkosten zuzusenden. |
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Versöhungsgebet in Haus Villigst vom 11.05.2009 ![]() Das Nagelkreuz fordert uns Deutsche immer wieder dazu heraus, mit unserer Vergangenheit und auch mit der spannungsreichen Gegenwart im Geist der Wahrheit und der Versöhnung umzugehen. So heißt es in der Selbstdarstellung der Nagelkreuzgemeinschaft, die zur Erinnerung an die Zerstörung der Katehdrale von Coventry (England) am 14. und 15. November 1940 durch deutsche Bombenangriffe durch den damaligen Domprobst Richard Howard begründet wurde. Father Forgive - Vater vergib, diese Worte bestimmen das Versöhnungsgebet von Coventry, das die Aufgabe der weltweiten Christenheit umschreibt. Am Freitag, dem 8. Mail fand erstmal in Haus Villigst das Versöhnungsgebet der Nagelkreuzgemeinschaft statt, das künftig jeden Freitag um 13.00 Uhr angeboten werden soll. In der Tagungsstätte gibt es seit mehreren Jahren einen Standort der Nagelkreuzgemeinschaft nach der Versöhnungstradition der Coventry Nagelkreuzgemeinschaft. Die Ev. Akademie war bereits in Haus Ortlohn vor mehr als 20 Jahren einer der Standorte in Deutschland. Seit einigen Jahren ist auch das Amt für Jugendarbeit in Haus Villigst dazugekommen. Am Freitag wurde jetzt erstmals das Nagelkreuzgebet in der Tradition von Coventry am Freitag Mittag gebetet. Künftig soll es jeden Freitag stattfinden. Eingeladen zu dieser kurzen Gebetseinheit sind die Gäste und Mitarbeitenden in Haus Villigst aber auch Anwohner von Schwerte, die Interesse an der Versöhnungsarbeit haben und sich beteiligen möchten. |
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Wo sitzt die Schaltzentrale im Gehirn? vom 04.05.2009 Der Mensch lässt sich durch biomedizinische Eingriffe nicht perfekt machen Gegen eine „Perfektionierung” des Menschen durch biomedizinische Eingriffe hat sich Präses Alfred Buß ausgesprochen. Auf einer Fachtagung in Haus Villigst/Schwerte sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen, wer den Menschen nach menschlichen Maßstäben vollkommen machen wolle, leugne die Existenz von ethisch-moralischen Grenzen. Die moderne Hirnforschung trage zweifelsfrei zur Klärung neurobiologischer Vorgänge bei, dürfe den Menschen aber nicht auf diese Vorgänge reduzieren. Buß: „Wenn manche Hirnforscher betonen, das Gehirn sei als eigenständiger Generator von geistig-moralischen Prozessen zu verstehen, nicht bloß als Nervenkomplex, bleiben sie die Erklärung schuldig, auf welche Weise zufällige neuronale Verschaltungen Identität stiften.” Ein wunderbares komplexes Organ Die Frage, wo im Gehirn die Schaltzentrale sitzt, konnte auch Dr. Volker Sturm, Professor für Funktionelle Neurochirurgie am Universitätsklinikum Köln, nicht beantworten. Das Gehirn sei „ein wunderbares komplexes Organ” mit vielen Regionen, die das Bewusstsein steuern. Manipulative Eingriffe, wie sie manche Wissenschaftler fordern, lehnte Sturm ab. Unter dem Thema „Der machbare Mensch” diskutierten in der Evangelischen Akademie Villigst in Schwerte von 30. April bis 2. Mai 80 Fachleute verschiedener Disziplinen Fragen der modernen Hirnforschung und der biomedizinischen Leistungssteigerung menschlicher Eigenschaften. |
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Zukunft einkaufen von der UNESCO ausgezeichnet vom 25.03.2009 ![]() Vom Kaffee bis zum Dienstwagen: Kirchen wollen ihre Marktmacht für ökofairen Konsum nutzen „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften in Kirchen\" ist als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung\" ausgewählt worden. Damit würdigen die Vereinten Nationen die Aktion der beiden großen Kirchen in Deutschland, die ihr Einkaufsverhalten künftig noch stärker an Umweltschutz und sozialen Kriterien ausrichten wollen. Bundesweit arbeiten die Kirchen in 13 Testregionen und zahlreichen Modelleinrichtungen gemeinsam an der Veränderung des kirchlichen Beschaffungsverhaltens. Ab dem Sommer sind Aktionstage „Nachhaltigen Konsums\" und die bundesweite Ausweitung des Projekts geplant. Die Auszeichnung wird im Anschluss an die UN-Dekade-Weltkonferenz am 2. April in Bonn verliehen. Der Vorsitzenden des deutschen Nationalkomitees der UN-Dekade, Professor Dr. Gerhard de Haan, wird die Urkunde überreichen. Als wirtschaftende Institution und zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland haben die katholische und evangelische Kirche einen großen Bedarf an Produkten und Dienstleistungen, z. B. Lebensmittel. Papier, Energie, Dienstfahrzeungen, Büromaterial- und Bürogeräten. Wenn Kirche verstärkt ökofair beschafft, hat dies große Auswirkungen auf den Markt. Präses Buß: Als christliche Kirche sind wir Vorbilder „Wir sollten die geballte Macht, die wir als Kunden haben, nicht unterschätzen\", erklärt dazu der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche von Westfalen, Präses Alfred Buß: „Wer einkauft, entscheidet mit, wie die Weichen für die Zukunft gestellt werden: ob Wälder abgeholzt, ausbeuterische Löhne weiter gezahlt oder das Klima geschützt und Armut gelindert werden kann. Zwar brauchen soziale Gerechtigkeit, der Umwelt- und Klimaschutz bessere Rahmenbedingungen und eine mutigere Politik, die sich über Handlungsblockaden hinwegsetzt. Wichtig sind aber auch aufgeklärte Konsumentinnen und Konsumenten, die mit ihrem Einkaufsverhalten ökologisch und sozialverantwortlich handeln.\" Billiger Kaffee zum Beispiel bedeute: Die Kaffeebauern arbeiten für erbärmliche Löhne und ohne jede soziale Absicherung. Deshalb sollten die Kirchen gezielt solche Produkte einkaufen, die unter umweltschonenden und fairen Bedingungen hergestellt und gehandelt werden. Kirchen sind schlafende Riesen „Leider sind die Kirchen immer noch schlafende Riesen\", ergänzt Projektleiter Klaus Breyer,Umweltbeauftragter der EKvW, „die ihre großen Einflussmöglichkeiten auf Produkte und Produzenten vielfach noch entdecken müssen. Aber wir sind überzeugt: \'Zukunft einkaufen\' wird dies ändern!\" Die Resonanz auf das Projekt sei riesengroß. Breyer: „Wir zeigen praktische Wege, wie Einkaufen für eine bessere Zukunft funktionieren kann, welche Label als Orientierung wichtig sind und wie die kirchliche Beschaffung zielgerichteter gestaltet werden kann. „Eine andere Beschaffung bedeutet nicht nur qualitative Verbesserungen, sondern auch quantitative Einsparmöglichkeiten\", so Thomas Kamp-Deister, Projektleiter auf der katholischen Seite: „Wir haben ein Managementsystem entwickelt, das Beschaffer unterstützt, systematisch alle wichtigen Produkte und Handlungsbereiche zu erfassen - Papier, Lebensmittel, Bürogeräte, Fahrzeuge, Strom und Wärme, Möbel, Reinigung.\" Anschließend werde das Verbesserungspotenzial in der Einrichtung bewertet, Maßnahmen erarbeitet und dann in einzelnen Schritten realisiert. Ein Controlling überprüfe die erreichte Wirkung und ermögliche Rückschlüsse für weitere Verbesserungen. Rainer Gritzka, Geschäftsführer der Wirtschaftgesellschaft der Kirchen in Deutschland (WGKD), ergänzt: „Um die ökofaire kirchliche Beschaffung zu erleichtern, engagieren wir uns auch als WGKD in diesem Projekt. Wir schließen vermehrt Rahmenverträge mit Anbietern ökofairer Produkte und Dienstleistung ab und können somit vorteilhafte, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen bundesweit vermitteln.\" Brücke von der Kirchengemeinde zum privaten Konsum „Zukunft einkaufen\" soll nicht nur bei den Beschafferinnen und Beschaffern in den großen Kirchen bleiben, sondern auch in den Privatbereich ihrer Mitglieder ausstrahlen und damit viele Menschen für einen ökofairen Einkauf gewinnen. „Wir wollen eine Brücke von der Kirchengemeinde zum privaten Konsum der Kirchenmitglieder schlagen\", sagt Klaus Breyer. Deshalb wird es ab Juni 2009 Aktionswochen „Zukunft einkaufen\" in vielen Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen geben. Dazu entstehen wir momentan Aktionsbausteine und Arbeitshilfen für die kirchliche Erwachsenenbildung und Jugendarbeit. „Zukunft einkaufen\" wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Angestoßen haben es die Umweltbeauftragten der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland. Kooperationspartner des Projekts sind der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), Brot für die Welt, das Amt für Mission, Ökumene und Weltmission MÖWe sowie die Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland. Derzeit wird „Zukunft einkaufen\" in 13 evangelischen und katholischen Testregionen und weiteren kirchlichen Einrichtungen mit großem Erfolg erprobt. Das Projekt präsentiert sich auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag, 20. bis 24. Mai in Bremen. Dort werden u.a . gute Beispiele aus den Testregionen vorgestellt. Anschließend soll es auch bundesweit auf kirchliche Einrichtungen, Gemeinden und den Privatbereich ausgeweitet werden. Ansprechpartner, Kontakt Pfarrer Klaus Breyer (Projektleitung Gesamtprojekt), Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen. Mobil: 0175/2413100. Telefon: 02304/755-329 k.breyer@kircheundgesellschaft.de |
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Das moderne Erbe des Johannes Calvin vom 20.03.2009 ![]() Westfälische Kirche: Internationale Tagung zum 500. Geburtstag des Reformators Gesellschaftliche Verantwortung und ökumenische Weite gehören untrennbar zum christlichen Glauben. Diese Einheit lässt sich überzeugend lernen und auf die Gegenwart anwenden durch Johannes Calvin, erklärte Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller am 19. März in Haus Villigst in Schwerte. Calvin (1509-1564) ist neben Martin Luther der bedeutendste Reformator des Protestantismus. Zu seinem 500. Geburtstag hatte die Evangelische Kirche von Westfalen zu einem internationalen Symposium mit anschließendem öffentlichen Studientag in das Haus Villigst eingeladen. Wo liegt die aktuelle Bedeutung Calvins? Für das Verhältnis zwischen Kirche und Staat hat uns Calvin heute viel zu sagen, findet der westfälische Oberkirchenrat Möller, der die Tagung maßgeblich vorbereitet hat. „Es gibt die Gefahr, dass wir uns als Kirche in Innerlichkeit zurückziehen, dass wir uns in unserem eigenen Raum selbst genug sind. Von Calvin können wir lernen, dieser Gefahr zu begegnen, denn Christsein hat praktische Folgen – und zwar gerade aus der innersten Erkenntnis heraus: Gott allein gebührt die Ehre.\" Gottes Herrlichkeit bezeugen heißt, sich dem Menschen zuwenden Eine Kirche, die sich ganz an der Bibel orientiert und Gottes Herrlichkeit bezeugt, wende sich folgerichtig dem Menschen zu. „Sie tut dies als gegenüber zum Staat, indem sie den Staat im Hören auf Gottes Wort an seine Aufgaben erinnert, ohne sich staatliches Wesen anzueignen\", erklärt Ulrich Möller. Staat und Kirche seien also zwei gleichberechtigte Partner, die ihre jeweils unterschiedlichen Aufgaben in gemeinsamer Verantwortung wahrnehmen. Der erste Satz des deutschen Grundgesetzes sei ein Beispiel für christlich inspiriertes staatliches Recht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.\" Elemente von Demokratie und Gewaltenteilung vorweggenommen Calvin, der als verfolgter Protestant von Frankreich in die Schweiz geflohen war, baute in Genf eine bürgerliche Rechtsordnung auf, die Elemente von Demokratie und Gewaltenteilung vorwegnahm, berichtete Professor Dr. Michael Welker (Heidelberg). Angesichts schwerer sozialer Konflikte plädierte der Reformator für eine Widerstandspflicht gegen Unrecht und Willkür. Calvin: Römische Kirche ist aus ihrer Mutterrolle gefallen Der scharfe Kritiker der römisch-katholischen Kirche hatte in Wirklichkeit „einen wahrhaft katholischen und ökumenisch gesonnenen Geist\". Zu dieser auf den ersten Blick überraschenden Aussage kam Professor Dr. Michael Beintker (Münster). „Katholisch\" im ursprünglichen Wortsinn bedeutet „allumfassend\" – Calvins reformatorisches Bemühen galt der einen heiligen katholischen Kirche, so Beintker. Wenn sich diese Kirche unbedingt zu Jesus Christus hinwende, werde die getrennte Christenheit zusammengeführt, lautet Beintkers Calvin-Deutung. Fragen der kirchlichen Ordnung waren für Calvin höchst bedeutend: „Er sah das Christsein des Einzelnen stets in die verfasste Gemeinschaft der Glaubenden eingebettet. Ohne die Kirche kann man nicht Christ sein.\" Calvin wörtlich: „Wer Gott zum Vater hat, der muss auch die Kirche zur Mutter haben.\" Die heftige Kritik Calvins an der Papstkirche versteht Beintker als Äußerung einer tiefen Liebe zur Kirche als Mutter aller Glaubenden. Aus Calvins Sicht war die römische Kirche „aus ihrer Mutterrolle gefallen, indem sie sich zwischen Christus und die glaubenden gestellt hatte und damit den Glauben an Christus massiv behinderte\". Doch selbst in dieser irregeleiteten, vom Papst regierten Organisation sah Calvin noch „Spuren von Kirche\". Denn Gott halte auch ihr die Treue. Deshalb gebe es für die Christenheit keinen anderen Weg als den des ökumenischen Miteinanders. Reformierter Weltbund: 75 Millionen Christen An der Zusammenkunft nahm auch der Generalsekretär des Reformierten Weltbundes teil, Dr. Setri Nyomi (Genf). Die Dachorganisation vereinigt mehr als 75 Millionen Christen aus über 100 Ländern der Welt in über 200 Kirchen. Theologische Fachwissenschatler aus USA, der Schweiz, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Kanada, Südafrika und China (Hongkong) hatten das Symposium gestaltet. |
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Calvin: Gesellschaftliche Verantwortung und Dialog vom 20.02.2009 ![]() 500. Geburtstag des Reformators: Studientag der westfälischen Kirche am 19. März Zum 500. Geburtstag des Reformators Johannes Calvin lädt die Evangelische Kirche von Westfalen am 19. März zu einem Studientag in das Haus Villigst/Schwerte ein. Präses Alfred Buß wird dazu renommierte Theologen aus den USA, Großbritannien, Südafrika und der Schweiz begrüßen können. Neben Martin Luther ist Calvin (1509-1564) der bedeutendste Reformator des Protestantismus. Der aus Frankreich stammende Theologe machte Genf zu einem Zentrum der Erneuerung des christlichen Glaubens. Er hat entscheidenden Anteil daran, dass sich der Protestantismus in Europa ausbreiten und seinen Weg in die ganze Welt antreten konnte. Mehr als hundert Millionen Christen beziehen sich weltweit auf Calvin. Kirche erneuert sich immer wieder Wichtige Schwerpunkte von Calvins Werk sind die öffentliche Verantwortung des Christentums und der Dialog zwischen den verschiedenen Konfessionen. Das sind auch heute Themen von großem Interesse – nicht nur für die Evangelische Kirche von Westfalen. Gemeinden, die in der Tradition von Calvin stehen, nennen sich „reformiert\". „Diese Selbstbezeichnung erinnert daran, dass eine reformatorische Kirche im Hören auf Gottes Wort immer wieder zu erneuern ist\", erklärt dazu Präses Alfred Buß. Der Studientag bildet den Abschluss eines internationalen Symposiums in Haus Villigst vom 16. März an. Hier werden die Bedeutung Calvins und seiner Lehre für die Zukunft der Kirche im Zentrum stehen. Die Teilnahme an dem Studientag kostet mit Verpflegung 20 Euro. Anmeldungen sind bis 13. März möglich beim Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen, Telefon 02304/755-141, |
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Schule, Ausbildung, Beruf: Alle werden gebraucht vom 18.02.2009 ![]() Evangelische Kirche von Westfalen versammelt Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften zum Thema Bildungsgerechtigkeit Mehr Gerechtigkeit im Bildungswesen ist nur möglich, wenn \"die Elternlobby der Gymnasiasten\" auf Privilegien verzichtet. Diese Überzeugung vertrat Dr. Gerhard Wegner (Hannover) am 17. Februar bei einem bildungspolitischen Forum der Evangelischen Kirche von Westfalen im Haus Villigst in Schwerte. Das deutsche Bildungssystem würde die soziale Ungleichheit ganz besonders \"transportieren\", sagte der Referent. \"Das gegenwärtige System produziert 20 bis 23 Prozent der Schüler als Risikogruppe\" , erklärte Wegner, der im Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland arbeitet. Gefördert würden die durch ihre soziale Herkunft ohnehin Privilegierten. Wer einmal im Niedriglohnsektor gelandet sei, komme nur selten wieder heraus – \"auch deshalb, weil ihm das Bildungswesen keine entsprechenden Fähigkeiten antrainiert hat\". Ändern könne man diese Ungerechtigkeit nur mit entsprechendem politischen Willen. 20 Prozent Bildungsverlierer Ministerialdirigentin Dr. Beate Scheffler vom nordrhein-westfälischen Schulministerium berichtete von den Anstrengungen des Landes, der Misere abzuhelfen, etwa durch das Gütesiegel individuelle Förderung, das bisher 235 Schulen verliehen worden sei, oder durch die \"Qualitätsoffensive Hauptschule\". Dadurch sollten die Hauptschulen stärker für die berufliche Ausbildung qualifizieren. Derzeit beträgt die Zahl der Bildungsverlierer in Deutschland etwa 20 Prozent. So hoch ist nach Angaben von Dr. Hans-Martin Lübking der Anteil der Jugendlichen zwischen 17 und 25 Jahren, die in \"Warteschleifen\" oder Übergangssystemen wie Berufskollegs \"geparkt\" werden. \"Volkswirtschaftlich brauchen wir jeden\", sagte der Direktor des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen. Besonders in Zukunft: Ab 2020 gebe es wegen rückläufiger Geburtenzahl erheblich weniger Schüler als heute. \"Wir werden uns in der Kirche dieser Frage stellen. Wir lassen da nicht locker\", versicherte Lübking und kündigte an, \"politisch und praktisch\" weiter an diesem Thema zu arbeiten. Ungleiches nicht gleich behandeln Der Beratungslehrer Klaus Bludau schilderte, wie an der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen (EGG) Schüler lernen, eigene Entscheidungen über ihre berufliche Zukunft verantwortlich zu treffen und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. An der EGG gibt es beispielsweise Projektwochen zur Berufsfindung, Berufsorientierungscamps oder eine enge Zusammenarbeit mit örtlichen Handwerksbetrieben. Deutlich mehr Schüler als noch vor wenigen Jahren verlassen nun die Schule mit einem Ausbildungsvertrag in der Tasche. Das bildungspolitische Forum führte rund 80 Teilnehmer zusammen: Fachleute aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kirche und Schule. Einig war man sich weitgehend darüber, dass jeder Schüler einen Anspruch auf Förderung hat. Landessozialpfarrerin Sigrid Reihs forderte, \"Ungleiches nicht gleich zu behandeln\": Gerecht sei nicht die Gleichbehandlung aller, sondern die individuelle Zuwendung zu Einzelnen. |
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Für einen ehrlichen Dialog der Religionen vom 05.02.2009 Zehn Jahre Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen Der Dialog zwischen den Religionen muss auf eine neue, ehrlichere und realistischere Grundlage gestellt werden. Das forderte der Theologe Dr. Ulrich Körtner in einer Festveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen am 4. Februar in Haus Villigst in Schwerte. „Viele wohlmeinende Versuche, die Gemeinsamkeiten aller Religionen zu beschwören, sind reines Wunschdenken oder religiöser Kitsch\", sagte Körtner, der an der Universität Wien Evangelische Theologie lehrt. Wunschdenken oder religiöser Kitsch? Vor allem im Gespräch zwischen Juden, Christen und Muslimen gehe es um die Frage, wie sich Toleranz und Wahrheitsanspruch miteinander versöhnen lassen und wo die Grenzen der Toleranz liegen. Respekt vor anderen Religionen bedeute nicht, sich deren Vorschriften zu unterwerfen, stellte Körtner im Blick auf den Streit um die Mohammed-Karikaturen von 2006 fest. Jede Religion, „die sich selbst gegen jede Kritik verwahrt und immunisiert, ist totalitär\". Nach evangelischem Verständnis sei Freiheit niemals bindungslos, sondern mit Verantwortung und Liebe verbunden. Deshalb seien die Grenzen der Meinungs- und Pressefreiheit sowie der Freiheit der Kunst dort, „wo sie zur Herabwürdigung von Menschen und zu ihrer Diskriminierung missbraucht werden\". Diese Grundrechte im Namen der Toleranz einschränken zu wollen, wäre gerade kein Ausdruck von Toleranz, sondern deren „Perversion\". Aufgabe der Kirchen: Christliches Profil schärfen Körtner widersprach der Auffassung von einer allgemeinen \"Wiederkehr des Religiösen\". Jedenfalls würden Formen neuer Religiosität, verbunden mit \"kosmischen Energien und Kraftfeldern, die man spirituell anzapfen kann\", dies nicht belegen. Dem gegenüber stellte er einen \"personhaften Gott, der den Menschen als verantwortliches Gegenüber geschaffen hat\". Es sei Aufgabe der Kirchen, in diesem Sinne das christliche Profil in der pluralistischen Gesellschaft zu schärfen. Im Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG), das seinen Sitz in Haus villigst hat, geschieht nach Worten seines Leiters Heinz-Georg Ackermeier genau dies. Seine Mitarbeiter seien Christen, „die nicht nur bekennen, sondern aus dem Glauben heraus argumentieren und streiten\". Es sind Fachleute verschiedener Richtungen, die Grundlagen für die Positionen der Evangelischen Kirche von Westfalen zu wichtigen Fragen der Zeit erarbeiten. Beispiele: Kernenergie, grüne Gentechnik, Globalisierung, Bleiberecht, Armut von Kindern, Klimawandel. Die interdisziplinäre Zusammensetzung des Instituts ist für Ackermeier eine gute Voraussetzung, um den christlichen Glauben im Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft zu profilieren. Soziale und ökologische Gerechtigkeit Landeskirchenrat Friedhelm Wixforth (Bielefeld) rief in seiner Predigt dazu auf, die Schwächen des globalen Wirtschaftssystems aufzudecken. Die Opfer dieses Systems dürften nicht in den Verdacht kommen, auch noch ihre Misere selbst verschuldet zu haben. Notwendig sei eine internationale Ordnung mit dem Ziel, die Wirtschaft im Sinne sozialer und ökologischer Gerechtigkeit zu regulieren. Das IKG entstand 1999 durch die Zusammenführung verschiedener landeskirchlicher Einrichtungen. Seine Schwerpunkte sind heute die Evangelische Akademie, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und die Männerarbeit. |
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Kirchlicher Umweltexperte warnt vor Abwärtsspirale im Naturschutz vom 04.02.2009 ![]() Pfarrer Klaus Breyer: Umweltschutz muss praktikabel sein Die Evangelische Kirche von Westfalen hat das Scheitern des geplanten Umweltgesetzbuches beklagt. Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der EKvW mit Sitz in Haus Villigst, warnte vor einer „Abwärtsspirale im Naturschutz\". Nach dem Scheitern einer Festschreibung bundesweiter Standards drohe ein Wettbewerb der einzelnen Bundesländer „um den schlechtesten Naturschutz\", sagte Breyer dem epd. Die nächste Bundesregierung müsse sich erneut für ein bundesweit geltendes Umweltgesetzbuch stark machen, forderte er. Emissionsschutz, Abwasser und Abfall „Umweltschutz muss praktikabel sein, nur dann wird er betrieben\", erklärte der Umweltexperte weiter. Das Umweltgesetzbuch hätte für die Wirtschaft langwierige, bürokratische Genehmigungsverfahren vereinfachen sollen. Ein neuer Betrieb müsse in der Regel viele unterschiedliche Bereiche wie Emissionsschutz, Abwasser und Abfall einzeln genehmigen lassen. „Wir hatten große Hoffnung in das Umweltgesetzbuch gesetzt, um mehr und besseren Umweltschutz zu bekommen\", erklärte der Theologe. Zudem drohten wieder unterschiedlichste Standards in den verschiedenen Bundesländern. Zwar hätten die Länder mit Blick auf das geplante Umweltgesetzbuch die Verantwortung für Abwasser- und Abfallstandards vorübergehend auf den Bund übertragen. Diese Regelung gelte jedoch nur bis 2010. Inzwischen hätten bereits einzelne Bundesländer angekündigt, eigene Umweltstandards festlegen zu wollen. 10.000 verschiedene Gesetze des Umweltrechts Bundesumweltminister Siegmar Gabriel (SPD) hatte das Umweltgesetzbuch für gescheitert erklärt. Als Grund nannte er Bedenken der CDU/CSU. Das Gesetzeswerk sollte rund 10.000 verschiedene Gesetze des Umweltrechts vereinheitlichen und vereinfachen. Ohne Umweltgesetzbuch können die Bundesländer ab 2010 bei Naturschutzstandards vom Bundesrecht abweichen und eigene Regelungen erlassen. |
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Gitarrenstudium für Duos / Studies for duetts in Germany vom 02.02.2009 Dale Kavanagh und Thomas Kirchhoff sind seit langem als Amadeus Gitarrenduo weltweit bekannt. In jedem Sommer organisieren sie in der Tagungsstätte das internationale Gitarrenfestival, seit dem vergangenen Jahr in Haus Villigst, nachdem es viele Jahre in Haus Ortlohn zu Gast war. An der Musikhochschule Detmold kann man bei Dale Kavanagh und Thomas Kirchhoff Gitarrenduo als Hauptfach studieren. Das kann vor allem für Leute interessant sein, die nach dem IP oder MP Studium KA weiter studieren wollen. Aber natürlich ist dies auch im Masterstudiengang ab Oktober möglich. Das erste Semester und das das letzte Semester ist an der Hochschule in Detmold übrigens von der Studiengbühr befreit. Nach wie vor kann man bei den beiden Musikern auch Konzertexamen machen (Aufnahmeprüfung jedes Halbjahr). Nähere Informationen finden Sie unter: http://www.hfm-detmold.de |
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Eduard Wörmann 50 Jahre Sozialpastor vom 02.02.2009 Er versteht sich als \"politischer Pastor\", aber auch als Seelsorger. Vor fünfzig Jahren feierte Eduard Wörmann in Schwerte seine Ordination, das ist die Beauftragung und Berufung zu Wort und Sakrament. Der evangelische Theologe wurde 1958 in das Sozialamt, das landeskirchliche Institut für Industrie- und Sozialarbeit, im Haus Villigst in Schwerte an der Ruhr berufen. Er begann seine Tätigkeit unter Tage im Bergbau mit einem mehrwöchigen Praktikum. Das vermittelte ihm einen ersten Einblick in die Ausbildung und die Arbeit der Bergleute vor Ort. Für ihn, der aus Ostwestfalen stammte, war das eine völlig fremde Welt, in der er sich nicht zuletzt auch im Blick auf die bergmännisch spezifische Fachsprache zurechtfinden musste. Durch dieses Praktikum erkannte er, wie wichtig es für einen Pastor ist, zumindest kurzzeitig die Anforderungen und Belastungen in der industriellen Arbeit selbst zu erleben, die Gesprächsfähigkeit mit Betriebspraktikern zu erproben und zu entwickeln. Im Jahre 1969 übernahm Eduard Wörmann die Leitung des Sozialamtes in Villigst, die er über 25 Jahre - bis zum Ruhestand - innehatte. Wörmann war Mitglied der Landessynode der EKvW und der Synode der Ev. Kirche in Deutschland. Ausgezeichnet wurde er u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz. Dies nicht zuletzt für sein engagiertes Wirken als ehrenamtlicher Beauftragter der EKD für Fragen der Arbeitslosigkeit. Wir gratulieren Eduard Wörmann besonders herzlich zu diesem Jubiläum. |
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Altpräses Manfred Sorg wird 70 vom 27.10.2008 ![]() Manfred Sorg, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) von 1996 bis 2004, feierte am 25. Oktober seinen 70. Geburtstag. Die Amtszeit von Präses Sorg war eine Zeit der Umbrüche und Herausforderungen: Die Mitgliederzahlen gingen zurück, sinkende Einnahmen kündigten sich an, kirchliche Traditionen begannen ihre Selbstverständlichkeit zu verlieren. In dieser Situation leitete Sorg den Reformprozess „Kirche mit Zukunft\" ein, der in Deutschlands viertgrößter Landeskirche auf allen Ebenen zu Neubesinnung und Neuerungen führte und weiterhin führt. Mitgliederorientierung Er habe „Türen geöffnet und vieles neu ins Gleis gesetzt\", sagte sein Nachfolger Präses Alfred Buß. Nach dem Prinzip „Mitgliederorientierung\" habe sich Sorg für eine Kirche eingesetzt, „die sich hin zu den Menschen bewegt\". 1997 begann unter dem Titel „Ohne euch sieht unsere Kirche alt aus\" der Beratungsprozess der Landeskirche zur Jugendarbeit und zu den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Ein weiterer Schwerpunkt war das besondere Verhältnis zwischen Christen und Juden, ein Thema, mit dem sich die Landessynode 1998 und 1999 beschäftigte und das inzwischen in die Kirchenordnung Eingang gefunden hat. Alfred Buß würdigt seinen Vorgänger als einen Theologen „von zugewandter Aufmerksamkeit und zupackender Initiative, mit wegweisenden Impulsen und Achtsamkeit für die Schrittlänge der Weggefährten\". Viel pädagogische Erfahrung Geboren wurde Sorg in Darmstadt, aufgewachsen ist er im westfälischen Hagen. Nach dem Theologiestudium in Wuppertal, Mainz und Münster war er Vikar in Bochum und Hattingen. Ab 1967 arbeitete er als Gemeindepfarrer in Hattingen. 1972 erfolgte die Berufung zum Dozenten an das Pädagogische Institut (PI) der westfälischen Landeskirche in Schwerte-Villigst. Als Dozent mit dem Arbeitsschwerpunkt „Kirchlicher Unterricht\" blieb er im eingeschränkten Dienst Gemeindepfarrer, bis er 1988 zum Direktor des PI berufen wurde. Im November 1995 wählte ihn die Landessynode zum Nachfolger von D. Hans-Martin Linnemann, am 29. Februar 1996 trat er sein Amt als Präses der EKvW an. Sorg ist verheiratet, Vater von drei erwachsenen Kindern und Großvater von sieben Enkelkindern. Er lebt mit seiner Frau Christa in Schwerte. Haus Villigst ist Manfred Sorg seit langem eng verbunden. Sie grüßen wir ihn herzlich und wünschen Gottes Segen zum 70. Geburtstag. |
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Angst beschränkt Menschenrechte vom 15.09.2008 Vor dem Verlust rechtsstaatlicher Grundlagen angesichts terroristischer Bedrohung haben ein deutscher und ein US-amerikanischer Theologe gewarnt. Pfarrer Larry Kleiman aus Indiana berichtete auf einer Veranstaltung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) am 12./13. September in Schwerte, dass die Angst vor dem Terrorismus in den USA immer stärker die bürgerlichen Rechte beschneide. Dr. Traugott Jähnichen (Bochum) erklärte, mit dem neuen BKA-Gesetz werde „ein Kernelement des Rechtsstaates aufgeweicht”. Risiko für den Rechtsstaat Das Gesetz regelt die Zuständigkeit des Bundeskriminalamtes zur Abwehr von Gefahren des Terrorismus. Es ermöglicht unter anderem, private Computer nach personenbezogenen Daten zu durchsuchen und Telefon- und Internetdaten zu sammeln. Jähnichen sieht ein Risiko für den Rechtsstaat in der Tatsache, dass neben die polizeiliche Aufgabe der Gefahrenabwehr „zunehmend das Bemühen um eine Gefahrenvorsorge getreten ist”. Ähnliches berichtete Kleiman aus seiner Heimat: „Die Freiheit wird widerstandslos geopfert, um die Illusion von Sicherheit zu erzeugen.” Die Unterscheidung zwischen Tätern, möglichen Tätern und Nicht-Tätern drohe dadurch zu verschwimmen, und immer mehr Unbeteiligte kämen in das Visier der Sicherheitsbehörden, sagte Professor Jähnichen, der an der Ruhr-Universität Bochum lehrt. Er beschrieb die Neigung einer Gesellschaft, in unsicheren Zeiten nach einem Sündenbock zu suchen. Als Beispiel nannte er die öffentlichen Debatten nach den Terrorangriffen des 11. September 2001, wo die Rolle des Sündenbocks unterschiedlich und wechselnd besetzt worden sei: von Bin Laden oder Gruppen wie „die Islamisten” oder „die Muslime”. So würden die Ursachen von Konflikten eher verdeckt als geklärt und eine Konfliktlösung immer schwieriger. Gelten Menschenrechte auch für Terroristen? Auch Kleiman sprach von einem Klima, in dem Menschenrechte nicht mehr für alle gelten sollen. Nachdem Barack Obama die allgemeine Geltung der Menschenrechte auch an Orten wie Guantanamo einforderte, habe sich die republikanische Vizepräsidentschafts-Kandidatin über ihn lustig gemacht. Antwort: Beifall und Gelächter über die „abwegige Idee, einem Terroristen könnten bürgerliche Rechte zustehen”. Diese Haltung findet nach Kleimans Worten immer mehr Zustimmung in den USA. Seine Kirche, die United Church of Christ (UCC), die mit der westfälischen Kirche partnerschaftlich verbunden ist, sieht sich – auch tätlichen – Angriffen radikaler Fundamentalisten ausgesetzt. Der Grund: Homosexuelle werden in der UCC nicht ausgegrenzt. Manche radikalen Fundamentalisten sehen deshalb eine Strafe Gottes in den amerikanischen Misserfolgen im Irak: auch dies ein Sündenbock-Mechanismus. Versöhnung überwindet Feindschaft Und der lässt sich nach Jähnichens Überzeugung nur überwinden, wenn die biblische Überzeugung gilt, dass jeder Mensch, auch der schlimmste Terrorist, mehr ist als „die Summe seiner Taten”, weil Gott ihm einzigartige Würde verliehen hat. In Jesus Christus, der als „Sündenbock” am Kreuz starb, habe Gott die Feindschaft überwunden – mit Versöhnung. Jähnichen: „Wer aus dieser Versöhnung lebt, findet die Kraft, das lösende Wort gegenüber dem Anderen zu sprechen.” Mehr über UCC unter: http://www.ucc.org |
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Christen müssen Schuld nicht verdrängen vom 03.09.2008 Jahresempfang der Ev. Kirche von Westfalen Der westfälische Präses Alfred Buß hat dazu aufgerufen, auch in verantwortlicher Position Schuld und Scheitern nicht zu verdrängen oder zu verdecken. Beim Jahresempfang der Evangelischen Kirche von Westfalen sagte der leitende Theologe am 2. September im Haus Villigst in Schwerte, Christen hätten das Angebot, ihre Schuld „in Gottes Hand zu legen und so Befreiung zu erfahren”. Angesichts drängender Probleme und drohender Katastrophen seien Sorgen berechtigt und notwendig, sagte Buß: „Sorglos sein heißt verantwortungslos sein.” Problemen wie wachsender Armut, knapper werdenden Nahrungsmitteln oder schwieriger Energieversorgung setzte der Präses die biblische Hoffnung aus dem Neuen Testament entgegen: „Alle eure Sorge werfet auf ihn”. Die Sorge Gott anzuvertrauen bedeute nicht, sie zu leugnen oder zu verharmlosen. Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive Dann müsse man die Sorge nicht „passiv anstarren wie das Kaninchen die Schlange”, sondern könne Kraft zu verantwortlichem Handeln gewinnen. Buß bezog sich auf eine neue Veröffentlichung der Evangelischen Kirche in Deutschland über „Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive”. Der christliche Glaube, zitierte der Präses daraus, „gibt dem Menschen auch die Kraft, sich unternehmerisch einzusetzen und im Zusammenwirken mit anderen an einer Zukunft zu arbeiten, die Wohlstand für möglichst viele schafft und zugleich die Schöpfung bewahrt.” Aus dem christlichen Glauben erwachse die Entscheidung für die Soziale Marktwirtschaft. |
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Prof. Günter Böhm ist tot vom 28.08.2008 ![]() Münster. Professor Günter Böhm ist am 24. August im Alter von 76 Jahren in Münster gestorben. Der Theologe und Religionspädagoge hat die Entwicklung von Bildung und Schule und Hochschule in Westfalen und in der Evangelischen Kirche in Deutschland maßgeblich geprägt. Böhm war zwölf Jahre lang Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und gehörte auch der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Bildungsgerechtigkeit für nachwachsende Generationen In diesen Aufgaben hat er sich seit den siebziger Jahren „engagiert und mit wachem Gespür für die Bedeutung der Bildungsgerechtigkeit für die nachwachsende Generation eingesetzt\", erklärte Präses Alfred Buß als leitender Theologe der EKvW. Günter Böhm hat die Bildungspolitik der EKD maßgeblich geprägt. In besonderer Weise war er auch dem Deutschen Evangelischen Kirchentag verbunden. Als Vorsitzender des westfälischen Landesausschusses hatte er großen Anteil am Kirchentag im Ruhrgebiet 1991. Als Mensch „mit hoher Dialogfähigkeit, der die Anliegen von Christengemeinde und Bürgergemeinde auf einander bezogen hat\", würdigte Superintendent Dr. Dieter Beese (Münster) den Verstorbenen. Praxisbezogene Ausbildung für den Religionsunterricht Günter Böhm, 1932 in Oberschlesien geboren, kam 1946 nach Westfalen. Er studierte Evangelische Theologie und Germanistik in Münster, Tübingen und Bonn, später auch Pädagogik. Zunächst Studienleiter im Ev. Studienwerk e.V. in Haus Villigst, leitete er später das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Münster. 1975 wurde Böhm Leitender Regierungsschuldirektor im Regierungspräsidium Münster. Als Honorarprofessor der Universität Münster entwickelte er ein Modell der praxisbezogenen Ausbildung für den Religionsunterricht. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Ämter und Institute in Haus Villigst trauern um einen aufrichtigen Wegbegleiter und engagierten Christen. Nachruf auf Prof. Günter Böhm (Microsoft Word Dokument, 25KB) |
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Klimawandel und Bildungsgerechtigkeit vom 18.08.2008 Diskussion mit den Vorsitzenden der NRW-Landtagsfraktionen Kirche erinnert an die gemeinsame Verantwortung der Regierenden und Regierten. Über zwei gewichtige Bereiche dieser gemeinsamen Verantwortung – Klimaschutz und Bildungspolitik – diskutierten die Vorsitzenden der NRW-Landtagsfraktionen und Präses Alfred Buß auf der Politiker-Begegnungstagung der Evangelischen Kirche von Westfalen am 16. August in Haus Villigst in Schwerte. Klimawandel? Für den Vorsitzenden der FDP im Landtag ist die Lösung klar: Sie heißt Wettbewerb. Und die Kernenergie als ein Produkt dieses Wettbewerbs sei klimafreundlich, denn sie erzeuge kein schädliches Kohlendioxid, so Dr. Gerhard Papke. Als „Übergangstechnologie” sei die Atomkraft in den nächsten Jahrzehnten noch unverzichtbar, sagte der FDP-Mann. Sind Kernkraftwerke klimaneutral? „Wenn die Atomenergie nur eine Übergangslösung ist, dann dürfen wir nicht länger hochgefährliche Prozesse in Kauf nehmen, sondern müssen jetzt die nötigen Schritte tun”, erwiderte Sylvia Löhrmann vom Bündnis 90/Die Grünen. An die erste Stelle will sie die zahlreichen Möglichkeiten setzen, Energie besser auszunutzen und einzusparen. Präses Alfred Buß warnte ebenfalls vor den unbeherrschbaren Gefahren der Kernenergie. Allein die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle sei unbeantwortet: „Wir sind im Flugzeug losgeflogen, aber wir wissen noch nicht, wie wir landen sollen.” Außerdem seien Kernkraftwerke keineswegs klimaneutral, wenn man ihre gesamte CO2-Bilanz – einschließlich Bau und Entsorgung – berücksichtigt. Mit dem Bau neuer Braunkohlekraftwerke plane die RWE einen wie bisher immer weiter wachsenden Energiehunger für die nächsten 50 Jahre ein, ohne Effizienz und Einsparung zu erücksichtigen, kritisierte der leitende Theologe der westfälischen Kirche. Auch die SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft sprach von „riesigen Einsparmöglichkeiten”. Aber wegen der Versorgungssicherheit müsse man auch auf heimische Energieträger setzen, also auch auf Kohle. Wird das dreigliedrige Schulsystem überleben? Gibt es Bildungsgerechtigkeit? Die soziale Auslese, die mangelnde Durchlässigkeit der Schulformen hat sich nach Überzeugung von Hannelore Kraft verschärft. „Wir müssen gemeinsam den Mut finden, das dreigliedrige Schulsystem zu überwinden.” Nein, widersprach CDU-Mann Helmut Stahl: „Wir müssen die Qualität im bestehenden Schulsystem verbessern.” Es wird nicht überleben, ist die Lehrerin Sylvia Löhrmann überzeugt. Präses Buß erwähnte einen vom Schulministerium abgelehnten Versuch in Breckerfeld, die dortige evangelische Realschule stärker mit der Hauptschule zu verbinden und eine gymnasiale Oberstufe anzubieten. Hier habe die Organisation des Systems eine inhaltliche und von allen Partnern gewünschte Lösung verhindert. |
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Müntefering: Globalisierung mit Nächstenliebe gestalten vom 16.08.2008 ![]() Politikertagung der westfälischen Kirchenleitung in Haus Villigst Die entscheidende Rolle Europas in der zusammenwachsenden Welt hat Franz Müntefering unterstrichen. Nächstenliebe und Demokratie müssten die Grundlagen sein, „wenn wir mit der Globalisierung fertig werden wollen”, sagte der SPD-Politiker am 15. August bei einer Tagung der Evangelischen Kirche von Westfalen in Haus Villigst in Schwerte. Angesichts globaler wirtschaftlicher Verflechtungen stünden die europäischen Länder vor der Herausforderung, soziale Angelegenheiten nationalstaatlich zu organisieren, so Müntefering. Er warnte davor, dass die Herrschaft des Geldes die Politik beherrscht. Es sei eine „perverse Entwicklung”, dass im modernen Kapitalismus Geld nicht mehr als Zahlungsmittel, sondern als „Produkt” angewandt werde. Europa als Beispiel für die ganze Welt. Die Staaten Europas könnten in der Schaffung international gültiger sozialer Standards beispielhaft für die ganze Welt sein. Der frühere Sozialminister und Vizekanzler nannte als Beispiel Rechte für Arbeitnehmer, insbesondere für Frauen. „Lasst und anfangen mit Europa und was Gutes daraus machen!”, appellierte Müntefering vor rund hundert Politikern und Kirchenvertretern der Begegnungstagung in Haus Villigst. An Europa entscheide sich in den nächsten Jahren das Gelingen oder Scheitern der Globalisierung. „Entweder gelingt es oder nicht – wenn nicht, wird es eine große Katastrophe für die ganze Welt. Europa müsste der Welt zeigen, wie das mit Solidarität und Demokratie geht.” Europa habe den großen Vorteil einer langen demokratischen und ozialstaatlichen Tradition. Das Prinzip der christlichen Nächstenliebe – „wir müssen uns dem Menschen zuwenden und ihm helfen” – sei „eine Riesenidee, und sie ist modern”. Die Nächstenliebe sei gerade auch als organisierte Solidarität, etwa in der Diakonie, von höchster Bedeutung. Müntefering wies auf die Gefahr hin, dass im modernen Kapitalismus die Demokratie als Bürde empfunden werde, „ohne die es auch geht, und zwar schneller”. Beten und handeln sind keine Gegensätze Präses Alfred Buß erinnerte an die gemeinsame Verpflichtung von Kirche und Staat: „Kirchenleute und Politiker stehen für das Anliegen, diese Welt, diese Gesellschaft mitzugestalten, sie gerecht zu gestalten – und die Anwaltschaft für die wahrzunehmen, die ihr Recht selbst nicht durchsetzen können.” Beten und Handeln seien dabei keine Gegensätze, so der leitende Theologe der westfälischen Landeskirche. „Es ist an uns, nach unseren Kräften zu wirken, was wir können, und dafür zu beten.” |
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Staat und Kirche: Globalisierung gestalten vom 11.08.2008 ![]() Franz Müntefering und die NRW-Fraktionsvorsitzenden auf der Politikertagung der westfälischen Landeskirche in Haus Villigst Die Globalisierung birgt Chancen und Risiken. Wie können Staat und Kirche gemeinsam die Chancen nutzen und die Risiken bekämpfen? Um diese Frage geht es auf der Politikertagung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) am 15. und 16. August in Schwerte. Franz Müntefering, früherer Bundesminister und Vizekanzler, wird darüber sprechen, wie die Globalisierung aus politischer Sicht gestaltet werden kann und soll. Darüber diskutieren auch die Vorsitzenden der NRW-Landtagsfraktionen mit Präses Alfred Buß. Helmut Stahl (CDU), Dr. Gerhard Papke (FDP), Hannelore Kraft (SPD) und Sylvia Löhrmann (Grüne) erörtern mit dem leitenden Theologen der EKvW das Thema Globalisierung als Vertreter von Landespolitik und Landeskirche. Theologische Anmerkungen macht Professor Dr. Traugott Jähnichen von der Ruhr-Universität Bochum.
Ausgangspunkt für diese Politikertagung ist das Impulspapier „Globalisierung gestalten! Staat und Kirche: Herausgefordert zu Recht und Frieden in der einen Welt\", das der westfälischen Landessynode 2007 als Hauptvorlage präsentiert wurde. Damit lenkt die Landeskirche den Blick auf die gemeinsamen Gestaltungsaufgaben im demokratischen Staat wie in den internationalen Zusammenhängen von Politik und Wirtschaft. Ziel ist es, den gesellschaftlichen Diskurs darüber anzuregen und zu befruchten. Die Hauptvorlage ist eine Einladung zum Dialog. Sie ermutigt dazu, sich mit Meinungen, Ideen, Anstößen und Projekten in die Diskussion einzubringen. Darum geht es auch in der Begegnungstagung für Politikerinnen und Politiker sowie Mitglieder der Kirchenleitung. Seit 1954 ist diese Zusammenkunft auf Einladung der EKvW jährlich Treffpunkt für führende Politiker aus Nordrhein-Westfalen. Weitere Infos finden Sie hier. |
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Haus Villigst ist noch eine Nummer größer! vom 08.08.2008 ![]() Schwerte. Der Abschied von Haus Ortlohn tat vielen weh. Doch schon nach wenigen Tagen merken die Teilnehmer des Gitarren-Symposions, dass der Umzug Haus Villigst ein guter Schritt war. Noch kürzere Wege, größere räumliche Möglichkeiten und eine traumhafte Parkanlage - die Gitarristen sind begeistert Nehmen wir das Beispiel David Russell. Als der ungekrönte König des Symposions nach seinem starken Auftritt am Montag in den frühen Morgenstunden mit dem Feiern fertig war, brauchte er aus dem zentral gelegenen großen Saal nur wenige Schritte in eins der historischen Gebäude schlendern, um sich dort in seinem Zimmer zur Nachtruhe zu begeben. Am nächsten Morgen musste er dann erneut nur wenige Schritte zurücklegen, um sich schräg gegenüber in der alten Remise mit einem Kaffee zu stärken. Wiederum ein paar Schritte weiter im alten Herrenhaus warteten dann schon seine Studenten auf den Unterricht. „Haus Ortlohn war super”, sagt Thomas Kirchhoff, Initiator des Gitarren-Symposions. Aber Haus Villigst, wo die rund 250 Studenten, Dozenten, Gitarrenbauer und sonstigen Aussteller des größten Gitarren-Festivals Europas in diesem Jahr zum ersten Mal für eine Woche Quartier bezogen haben, sei noch einmal eine Nummer drüber. „Alles ist noch enger beieinander. Alle Teilnehmer wohnen direkt am Ort und laufen sich ständig über den Weg. Das ist ideal.” In der Tat stehen bei einem Rundgang über das Gelände und durch die Räume die Stars der Szene, die führenden Virtuosen und Professoren, geradezu Spalier - ein Eldorado für Musikstudenten, die hier wirklich ganz nah an ihren Vorbildern sind, und sie auch beim lockeren Plausch kennen lernen können. „Bei anderen Festivals sind die Dozenten und Teilnehmer meist auf mehrere Hotels verteilt und treffen sich außerhalb des Unterrichts unter Umständen nur einmal zu einem gemeinsamen Abendessen,” weiß Kirchhoff als gitarristischer Globetrotter aus eigener Erfahrung. Und so sei dann auch die Atmosphäre. Familiärer, intimer und für alle Beteiligten angenehmer als im Haus Villigst könne man sich hingegen ein derartiges Festival kaum vorstellen. Die Begeisterung über den Umzug des Symposions wird auch von Geschäftsführer Ulrich Schneider geteilt. Schon in den vergangenen Jahren hatte er das Festival in Haus Ortlohn aus der Ferne verfolgt und viel über das bunte Treiben der internationalen und feierfreudigen Gästeschar gehört. Die besonderen Anforderungen, die die Gitarristen an das Haus haben - zum Beispiel wollen sie nach den Konzerten um 23 Uhr noch eine Mahlzeit haben - erlebt er nun aber erstmals hautnah und empfindet sie durchaus als Bereicherung für sein Haus und seine Mannschaft. Das Haus geht im übrigen in seinen Ursprüngen als Rittergut bis auf das 12. Jahrhundert zurück. Anstelle der Burg wurde vor rund 200 Jahren das heutige Herrenhaus errichtet, das anschließend mit mehreren weiteren Gebäuden zu dem heutigen Ensemble erweitert wurde. 1948 hat die evangelische Kirche Haus Villigst schließlich als Tagungsstätte übernommen und vor zwei Jahren runderneuert. Auf das Ergebnis kann Schneider wirklich stolz sein. Sehr ansprechend wurden die historischen Gebäude mit modernen Elementen aus Glas und Metall kombiniert. Auf diese Weise entstand das zentrale Foyer für die Anmeldung als Vorraum für den großen Saal und eine kleine Kapelle abseits der Anlage. Zudem verfügt Haus Villigst über einen Innenhof, der mit zwei großen Eichen eine wunderbare Atmosphäre verströmt, und eine idyllische Parkanlage an der Ruhr. Für Thomas Kirchhoff sind natürlich die räumlichen Möglichkeiten für Unterricht, Proben, Instrumentenausstellung oder Notenbörse besonders wichtig. Auch hier ist er mehr als zufrieden. Die hellen, alten Räume mit Stuck an der Decke seien herrliche Unterrichtsräume, und im ganzen biete Haus Villigst noch mehr Platz als Haus Ortlohn, sodass sich das Symposion in diesem Jahr um weitere 30 Teilnehmer vergrößert hat. Und was sagt David Russell, der nun so kurze Wege hat? „Es war erst ein wenig ungewohnt, weil man sich über die Jahre doch sehr an Haus Ortlohn gewöhnt hatte.” Haus Villigst sei aber in der Tat großartig. Im Übrigen sei es für die Atmosphäre und das Gelingen aber egal, wo das Symposion stattfindet. „Hauptsache Thomas ist da.” In Organisationsdingen sei sein ehemaliger Schüler Thomas Kirchhoff Weltspitze. Mit einem Doppelkonzert der Extraklasse wird am Freitag die Konzertreihe fortgesetzt. Bevor am Samstag das Festival mit dem Konzert der besten Seminaristen endet, stehen heute mit Aniello Desiderio und Costas Cotsiolis ein letztes Mal zwei echte Stars der Gitarrenszene auf der Bühne. Beide Virtuosen haben bereits zwei Mal in Iserlohn konzertiert und wurden stets begeistert gefeiert. Das Konzert beginnt im 20 Uhr in der Obersten Stadtkirche. Karten sind ab 19 Uhr an der Abendkasse zu haben. Vielen Dank an den Iserlohner Kreisanzeiger für den freundlichen Artikel! |
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Globalisierung und Menschenrechte - Auftaktveranstaltung zum Schwerpunktthema Globlisierung vom 11.06.2008 ![]() Gegen eine Ausweitung des Menschenrechtsinterventionismus hat sich die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Dr. Antje Vollmer gewandt. \"Wir müssen weg von einem revolutionären Missionskonzept hin zu einer Verrechtlichung der Menschenrechtsdebatte,\" forderte sie am 10. Juni auf einer Diskussionsveranstaltung in Haus Villigst. Es sei die nachhaltigere Strategie, autoritäre Regime nicht von außen zu stürzen, sondern sie durch die Stärkung rechtsstaatlicher und zivilgesellschaftlicher Strukturen von innen zu verändern. Auch die Direktorin des kirchlichen Hilfswerks Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, hob hervor, die Menschenrechte könnten insbesondere aus konkreten Krisen- und Unrechtserfahrungen heraus überall auf der Welt als gültig anerkannt werden. Dazu müssten sie jedoch in unterschiedliche Kulturen eingebettet und situationsgemäß interpretiert werden. Anderenfalls bestehe die Gefahr, dass sie als typisch westlich abgewiesen und relativiert würden.
Die Globalisierung als \"Chance für die Menschenrechte\" bezeichnete der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. Reinhard Göhner. Seine Begründung: Freie Märkte erforderten freie Menschen; daher fördere die wirtschaftliche in aller Regel auch die kulturelle und politische Entwicklung. Die öffentliche Aufmerksamkeit bringe zudem immer mehr international tätige Unternehmen dazu, ihre soziale Verantwortung vor Ort wahrzunehmen und auf einen verbesserten Menschenrechtsschutz hinzuwirken. Cornelia Füllkrug-Weitzel warnte hingegen, dass das Globalisierungsargument häufig als \"Alibi\" missbraucht werde, um Forderungen nach höheren Sozial- und Umweltstandards abzuweisen. Transnationale Konzerne agierten weitgehend ohne staatliche und überstaatliche Kontrollinstanzen. Auch der Ökumenedezernent der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. Ulrich Möller, vertrat die Auffassung, dass freiwillige Selbstverpflichtungen nicht ausreichten, um die Menschenrechte in der globalisierten Weltwirtschaft zu garantieren. Wo nationales Recht nicht mehr wirksam sei, müssten daher internationale Institutionen geschaffen werden, um private Akteure auf die Einhaltung von Menschenrechten zu verpflichten.
Die Diskussionsveranstaltung \"Menschenrechte - Schlüssel für eine gerechtere Gesellschaft\" war der Auftakt eines einjährigen Schwerpunktprogramms des Instituts für Kirche und Gesellschaft. Es leistet damit seinen Beitrag zur so genannten Hauptvorlage der Evangelischen Kirche von Westfalen, auf deren Grundlage bis Ende 2009 die Konsequenzen der Globalisierung für das staatliche Handeln diskutiert werden sollen. Die Bedeutung solcher Kampagnen hob Cornelia Füllkrug-Weitzel hervor: Es sei wichtig, dass der Menschenrechtsgedanke von breiten gesellschaftlichen Schichten getragen werde. Der Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft, Heinz-Georg Ackermeier, äußerte die Hoffnung, dass die globalen Herausforderungen auf lokaler Ebene mitgestaltet werden könnten. Als Beispiele nannte er die kritische Beobachtung internationaler Konzerne durch kirchliche Initiativen oder die weltweite Vernetzung zivilgesellschaftlicher Organisationen. |
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Aussortiert und abgeschrieben? vom 04.06.2008 ![]() Bildungspolitisches Forum in Haus Villigst Die Schul- und Bildungsverantwortlichen der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) sehen deutliche Anzeichen dafür, dass das gegliederte Schulsystem in Nordrhein-Westfalen Kinder aus sozial schwachen Familien klar benachteiligt. Sollten sich diese Anzeichen zu einem gesicherten Urteil verdichten, dann werde die westfälische Kirche bereit sein, ihre eigenen Schulen umzugestalten, um mehr Bildungsgerechtigkeit zu erreichen, erklärte Schuldezernent Dr. Wolfram von Moritz beim bildungspolitischen Forum der EKvW am 2. Juni in Schwerte. „Von unserem Selbstverständnis her, modellhaft gute Schule zu machen, werden Sie uns bei solch einer schwierigen Umgestaltungsaufgabe eher bei den ersten als bei den letzten finden\", erklärte der Pädagoge vor den 70 Teilnehmern aus Politik, Erziehungswissenschaft, Lehrergewerkschaften sowie Schüler- und Elternvertretern. Die westfälische Landeskirche betreibt selbst zwei Realschulen, vier Gymnasien und eine Gesamtschule. „Gegliedertes Schulsystem ist verfassungswidrig\" In keinem anderen Industrieland sei das Schulsystem so streng und undurchlässig gegliedert wie in Deutschland, sagte von Moritz. „Nirgendwo sonst fallen die faktischen Entscheidungen über künftige Lebenschancen in so jungen Jahren\", zitierte er die sogenannte Armutsdenkschrift (2006) der Evangelischen Kirche in Deutschland – Fakten, auf die bereits die Pisa-Studie 2000 hingewiesen hatte und die von den Erziehungswissenschaftlern Dr. Matthias von Saldern (Lüneburg) und Dr. Wilfried Bos (Dortmund) aktuell bestätigt wurden. Von Saldern bezeichnete das gegliederte Schulsystem sogar als „verfassungswidrig\". Denn: Auf der Grundlage der staatlichen Schulpflicht habe der Staat zu garantieren, dass Schüler „bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit geführt werden. Genau dies sei aber in einem gegliederten, selektiven System, das vom Gymnasium her definiert werde, nicht der Fall. Nicht nur unsozial, sondern auch ökonomisch unsinnig Ute Schäfer, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion in NRW, vertrat das Modell der „Gemeinschaftsschule\", wonach nach der Grundschule mindestens alle Kinder zwei weitere Jahre gemeinsam am Unterricht teilnehmen sollen. Eine grundlegende Änderung des Schulsystems, die sogenannte „äußere Schulreform\", sei auch von der gesellschaftlichen Zustimmung und vom Verschwinden der ideologischen Gräben abhängig. Auch Klaus Kaiser, der die Bildungspolitik der CDU im Landtag repräsentierte, möchte nicht das System ändern, sondern zum Beispiel Hauptschülern eine bessere Perspektive bieten: „Es geht vor allem um Anschlüsse, nicht so sehr um Abschlüsse.\" Für Sigrid Beer von den Grünen ist das jetzige Bildungssystem „sozial ungerecht und leistungsfeindlich\". Es sei geprägt von Sortieren und Selektieren, von der Frage: Passt das Kind zur Schulform? Viel Lehrerenergien würden damit verschwendet, um festzustellen, ob ein Kind in Lerngruppe darf oder nicht: „Die individuelle Förderung stößt an Schulformgrenzen.\" Kinder „abzuhängen\" sei nicht nur unsozial, sondern auch ökonomisch unsinnig. Beer forderte eine Abkehr von Grundschulempfehlung und den schrittweisen Aufbau einer Schule für alle Kinder, eine „integrative Schule\". Denn: „Hohes Leistungsniveau und Chancengleichheit schließen sich nicht aus, sondern sind die beiden Seiten einer Medaille.\" |
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Die beste Schule für unsere Kinder - Bildungspolitisches Forum am 2 Juni in Haus Villigst vom 30.05.2008 ![]() Wie erreichen wir mehr Bildungsgerechtigkeit? Diese Frage stellt die Evangelische Kirche von Westfalen auf einem bildungspolitischen Forum an Experten aus Schule, Erziehungswissenschaft und Politik am 2. Juni im Haus Villigst in Schwerte. Unter dem Motto „Die beste Schule für unsere Kinder\" geht es um eine offene und faire Diskussion des gegliederten Schulsystems in Nordrhein-Westfalen. Stellung beziehen werden die schulpolitischen Sprecher der NRW-Landtagsfraktionen: Klaus Kaiser (CDU), Ute Schäfer (SPD) und Sigrid Beer (Grüne), ebenso Susanne Schneider für die FDP.
An der Diskussion beteiligen sich auch die Lehrergewerkschaften VBE und GEW, die Landeselternkonferenz, die Landesschülervertretung und die Gymnasial-Schulleiter. Eingeladen sind auch das Aktionsbündnis Schule und das Bündnis „Länger gemeinsam lernen\". Die Pädagogik-Professoren Dr. Matthias von Saldern (Lüneburg) und Dr. Wilfried Bos (Dortmund) beleuchten das Thema aus wissenschaftlicher Sicht. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen ist in Deutschland so stark wie in kaum einem anderen Land. Die westfälische Landeskirche „ist sich mit vielen gesellschaftlichen Kräften darin einig, dass dies ein gesellschaftspolitischer Skandal ist, den wir nicht ignorieren können\", hat die Synode als höchstes Leitungsgremium im November 2007 erklärt.
Montag, 2. Juni 2008 Haus Villigst, Iserlohner Str. 25, 58239 Schwerte Die beste Schule für unsere Kinder - Für eine offene und faire Diskussion des gegliederten Schulsystems in NRW * Programm: |
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Glaube und Politik, Kirche und Staat vom 27.05.2008 Predigt von Dr. Hans-Martin Lübking im Gottesdienst in Haus Villigst Im Rahmen des Villigster Kulturfrühlings gibt es auch zwei thematische Gottesdienste am Sonntagvormittag. Am vergangenen Sonntag sprach der Direktor des Pädagogischen Institutes der Ev. Kirche von Westfalen in seiner Predigt zum Thema Kirche und Politik. Hans-Martin Lübling sprach dabei über die Spannung, die die gesamte Geschichte des Christentums durchzieht. Sein Resümee: Christen haben die Aufgabe, ein besonderes Gespür für die Probleme Schwacher, Armer und Benachteiligter zu entwickeln. Sie sind dazu aufgerufen, politische Programme und Entwicklungen darauf zu befragen, wie sie sich mit dem Gebot Gottes vertragen, und sie sollen dafür sorgen, dass politische Gegensätze sachlich und fair ausgetragen werden und im politischen Gegner immer auch der Mensch gesehen wird. Den gesamten Predigttext finden Sie im Anhang. Glaube und Politik, Kirche und Staat (Microsoft Word Dokument, 37KB) |
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Der Villigster Kulturfrühling beginnt! vom 20.05.2008 ![]() Ab Mittwoch gibt es die ersten Veranstaltungen des diesjährigen Villigster Kulturfrühlings Im Innenhof von Haus Villigst wartet die Open-Air-Bühne auf die ersten Besucher. Ab Mittwoch, dem 21.05. gibt es täglich von Mittwoch bis Sonntag ein Kulturprogramm für die Gäste von Haus Villigst und die interessierte Bevölkerung von Schwerte und Umgebung. Regionale und internationale Stars der Musikszene wechseln sich ab. Mittwochs gibt es Filme, die Sie schon immer sehen wollten, bei der Erstaufführung verpasst oder jetzt wiedersehen wollen. Donnerstagsgibt es zwei Auftritte der Band "Jazz Pack" aus Herne, an die sich jeweils ein politisches Abendgebet anschließen wird. Bei den vier Konzerten sind die Band "Soulfood" aus Düsseldorf, das Bohème-Orchester aus Schwerte, das Musiktheater "A journey into the past with janis Joplin" und die Band "Ten Years After" mit neuem Frontmann zu Gast. Die Konzerte beginnen jeweils um 20.00 Uhr. Eintritt zahlen Sie nur zu diesen Konzerten. An den beiden Sonntagen gibt es jeweils einen thematischen Gottesdienst in der neuen Kapelle von Haus Villigst. Anschließend wartet auf Sie ein Brunch im Innenhof. Der Kulturfrühling endet mit dem Kindergipfel des Amt für Jugendarbeit am Wochenende vom 6. - 8. Juni 2008. Schauen Sie doch einmal in unseren Flyer. Dort finden Sie alle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen. Herzlich Willkommen! Wir freuen uns auf Sie! Flyer Villigster Kulturfrühling |
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Pleitgen: Der Star ist der Bürger vom 20.05.2008 ![]() Evangelische Synodenvorsitzende informierten sich über Kulturhauptstadt 2010 Das Ruhrgebiet als bedeutende Kulturlandschaft Europas hat Fritz Pleitgen den Vorsitzenden der Synoden evangelischer Landeskirchen in Deutschland nahegebracht. Der Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH warb am 17. Mai in Bochum bei den evangelischen „Parlamentspräsidenten\" für die Kulturhauptstadt Europas. „Der Star ist der Bürger\", sagte Pleitgen: Das Wesen der Kulturhauptstadt sei nicht ein fertiges Programm, sondern die vielfältige und zahlreiche Beteiligung. Und die ermöglichen auch die Kirchen mit ihrem Evangelischen Kulturbüro Ruhr 2010. Damit wollen die westfälische und die rheinische Landeskirche besondere evangelische Beiträge zur Kulturhauptstadt anstoßen, fördern und begleiten.
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Moderne Kunst zeigt die vielen Namen Gottes vom 29.04.2008
Eine Tagung der Ev. Akademie Villigst befasste sich mit Gerhard Richter und Georg Baselitz Die Vielfalt der Kunst kann als Symbol verstanden werden für die vielen Namen Gottes. Ein gelungenes Beispiel hierfür: das Kölner Dom-Fenster von Gerhard Richter. In diesem Sinne deuteten die beiden Richter-Experten Dr. Dietmar Elger und Hubertus Butin die Wirkung dieses Kunstwerks. Das bunte Glasfenster ist das momentan am meisten diskutierte Werk eines Gegenwartskünstlers im kirchlichen Raum. Es war eines der Themen einer Tagung der Evangelischen Akademie Villigst vom 25. bis zum 27. April. Moderne Kunst in der Kirche hat Konjunktur Die Gestaltung kirchlicher Räume durch hochrangige Gegenwartskünstler hat Konjunktur. Deswegen ist eine Verständigung darüber vonnöten, wie Kirche mit diesem neuen Interesse umgehen kann, erläutere Studienleiter Dr. Rüdiger Sareika den Anlass der Tagung. Als Beispiel für einen misslungenen Verständigungsprozess stellte Kirchenbauprofessor Dr. Horst Schwebel das Gemälde "Tanz ums Kreuz" von Georg Baselitz vor. Das umstrittene Bild konnte nicht in der Kirche bleiben, in der es der Künstler wollte. Es hängt daher jetzt in einem Budapester Museum. Spiritualität: Wichtiges Thema in der Gegenwartskunst Dennoch: Spiritualität ist ein wichtiges und dauerhaftes Thema der Gegenwartskunst, wie Kunstkritiker Dirk Schwarze bestätigte, der seit 1968 die documenta-Ausstellungen in Kassel begleitet. Und Dr. Andreas Mertin vertrat gar die Aufassung, dass moderne Kunst häufig gerade durch die Abwesenheit von religiösen Symbolen spirituelle Themen vermitteln könne. Denn bildende Kunst ermögliche eine neue Lust am Sehen und eröffnet so eine erweiterte Wahrnehmung der Schöpfung, erklärte Mertin, der kirchliche Ausstellungen im Rahmen der documenta als Kurator betreut hat. |
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Haus: Küchenchef mit gutem Geschmack vom 15.04.2008 ![]() Haus Villigst: Küchenchef mit gutem Geschmack von Hilke Schwidder am 14. April 2008 16:52 Uhr
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VILLIGST Der Küchenchef von Haus Villigst verzieht das Gesicht. „Tütensuppe?"
Er schüttelt sich. „Grausam, dass der Mensch sich so was antut." Herbert Hüggenberg sitzt in seinem Büro.
Wedelt mit einem Holzlineal durch die Luft. Als wolle er dirigieren
| "Wir achten auf hohe Qualität". Das lineal schnellt auf die Schreibtischunterlage. Artgerecht gehaltenes Vieh und Bio-Zutaten
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Dr. Ursula Früchtel nach schwerer Krankheit verstorben vom 27.03.2008 ![]() Nachruf von Prof. Dr. Hans-Martin Lübking, Direktor des Pädagogischen Instituts Schwerte (epd). Die langjährige Religionspädagogin am Pädagogischen Institut der westfälischen Kirche, Ursula Früchtel, ist tot. Früchtel sei am Karfreitag im Alter von 72 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben, teilte der Leiter des Pädagogischen Instituts, Hans-Martin Lübking, am Dienstag in Schwerte mit. Als Dozentin für Religionspädagogik sei die promovierte Theologin mehr als zwei Jahrzehnte für die pädagogische Ausbildung der westfälischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Schulvikariat verantwortlich gewesen. Lübking würdigte Früchtels hohen Anspruch in der Ausbildung. Sie habe sich sehr um den theologischen Nachwuchs gekümmert und zahlreiche "Talente" unter den Vikarinnen und Vikaren aufgespürt und gefördert. Die 1935 in Mittelfranken geborene Früchtel besuchte nach dem Theologiestudium in den 1960er Jahren ein spezielles Vikarinnenseminar in Berlin, da Frauen seinerzeit Predigerseminare noch nicht offenstanden. 1966 wurde sie als Pastorin und Dozentin an das Pädagogische Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen nach Schwerte-Villigst berufen, wo sie 1978 die religionspädagogische Ausbildung mit dem Schwerpunkt Schulvikariat übernahm und weiter ausbaute. Die promovierte Theologin hat mehrere Unterrichtswerke zum Religionsunterricht, zur Konfirmandenarbeit und zur Symboldidaktik veröffentlicht. Zuletzt hat sie sich intensiv mit der feministischen Bibelhermeneutik beschäftigt. Im Wortlaut: Nachruf von Professor Hans-Martin Lübking, Leiter des Pädagogischen Instituts der EKvWIm Alter von 72 Jahren ist am Karfreitag, 21. März 2008) Dr. Ursula Früchtel in Schwerte gestorben. Als Dozentin für Religionspädagogik am Pädagogischen Institut war Ursula Früchtel mehr als zwei Jahrzehnte für die pädagogische Ausbildung der westfälischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Schulvikariat verantwortlich. In dieser Zeit haben die meisten der zur Zeit aktiven Pfarrerinnen und Pfarrer in Westfalen bei ihr ihr pädagogisches Rüstzeug erhalten. Ursula Früchtel ist 1935 in Triesdorf/Mittelfranken geboren. Das Theologiestudium schloss sie mit einer Dissertation über Philo von Alexandrien ab. Die promovierte Theologin konnte anfangs der 60er Jahre aber weder ein landeskirchliches Predigerseminar besuchen noch mit der Ordination rechnen. Zur so genannten „Theologinnenfrage" hat die zeitlebens kämpferische Ursula Früchtel schon damals vehement Stellung bezogen. Nach dem Besuch eines speziellen Vikarinnenseminars in Berlin und einer weitgehend von der Erteilung von Religionsunterricht geprägten Vikariatszeit im bayrischen Traunstein wurde sie 1966 als Pastorin und Dozentin an das Pädagogische Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen nach Schwerte-Villigst berufen. Zunächst mit der Katechetenausbildung und mit Vokationskursen betraut, setzte Ursula Früchtel schon bald eigene Akzente. Durch Verhandlungen mit dem Ministerium gelang es ihr, Fernstudienlehrgänge am Pädagogischen Institut zu etablieren. An der Einrichtung und dem Ausbau der Mediothek war sie maßgeblich beteiligt. 1978 hat sie die religionspädagogische Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren mit dem Schwerpunkt Schulvikariat übernommen und mit dem Einsatz von Studieninspektorinnen und der Ausbildung von schulischen Mentoren nicht unerheblich ausgebaut. Mehr als 2000 Vikarinnen und Vikare sind in diesen Jahren „durch die Hände" von Ursula Früchtel gegangen - und haben dabei auch ihren hohen Anspruch und ihre entschiedenen Urteile kennen gelernt. In dieser Zeit hat sich Ursula Früchtel sehr um den theologischen Nachwuchs gekümmert, zahlreiche „Talente" unter den Vikarinnen und Vikaren hat sie aufgespürt und gefördert. Ursula Früchtel hat mehrere Unterrichtswerke zum Religionsunterricht, zur Konfirmandenarbeit und zur Symboldidaktik veröffentlicht. Zuletzt hat sie sich intensiv mit der feministischen Bibelhermeneutik beschäftigt, weitere Veröffentlichungen hat sie durch ihre schwere Erkrankung nicht mehr realisieren können. |
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Gottesdienst - sonntags und werktags vom 07.11.2007 ![]() Gottesdienst ist nach evangelischem Verständnis nicht auf die Feier in der Kirche beschränkt. Er ereignet sich vielmehr überall dort, wo Menschen aus dem Gespräch mit Gott heraus aktiv werden. Diese Auffassung vertrat Dr. Michael Beintker beim Empfang der Evangelischen Kirche von Westfalen zum Reformationstag am 31. Oktober in Haus Villigst in Schwerte. Zum vollständigen Artikel sowie zum Download des Vortrags von Dr. Beintker gelangen sie hier. |
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Festrede zur Wiedereröffnung vom 01.10.2007 Am 31.08.2007 wurde Haus Villigst mit einem Gottesdienst und einer Festveranstaltung nach der einjährigen Bauphase wiedereröffnet. Den Festvortrag hielt die WDR-Intendantin Monika Piel. Den Text des Vortrages können sie unter diesem Link nachlesen. |
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Presse-Links zur Wiedereröffnung vom 03.09.2007 Unter den folgenden Links haben wir für Sie Bilder und Berichte von der Wiedereröffnung von Haus Villigst gesammelt: Ruhr Nachrichten vom 31.08.2007 Ruhr Nachrichten vom 02.09.2007 Wesfälische Rundschau vom 03.09.2007
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Hamburg Blues Band kommt nach Villigst! vom 24.08.2007 ![]() Am Samstag, dem 01.09.2007, laden wir zum Tag der offenen Tür ein. Beschließen werden wir den Tag mit einem besonderen Konzert: die Hamburg Blues Band spielt auf der Bühne im Innenhof von Haus Villigst. Verstärkt wird die Gruppe von den beiden Engländern Chris Farlowe (Gesang) und Dave "Clem" Clempson (Gitarre). Beide gehören zum Stamm der englischen Blues-Rock-Formation Collosseum, die seit dem Ende der 60er Jahre auch in Deutschland sehr bekannt geworden ist. Nähere Informationen zur Hamburg Blues Band gibt es unter folgender PDF-Datei (ca. 4.5 MB). Der Eintritt ist frei, Sie sind herzlich willkommen! |
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Haus Villigst in neuem Glanz vom 24.08.2007 ![]() Haus Villigst in neuem Glanz: Saniert, modernisiert, erweitert - das Tagungszentrum der Evangelischen Kirche von Westfalen in neuem Glanz. Konzentration und Kontinuität: Nach diesem Prinzip hat die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) das Haus Villigst in Schwerte zu einem modernen Tagungs- und Begegnungszentrum ausgebaut. Das benachbarte Haus Ortlohn in Iserlohn wird zum Jahresende geschlossen. Zur Konzentration auf Villigst gehört die Weiterführung der Arbeit des Instituts für Kirche und Gesellschaft mit seiner renommierten Evangelischen Akademie. Anfang 2008 zieht das Institut von Iserlohn nach Schwerte um. Seit April letzten Jahres hatten Bauarbeiter und Bagger das Gelände in Villigst fest im Griff. Das Gebäudeensemble, im Kern eine klassizistische Schlossanlage von 1819, wurde grundlegend saniert, modernisiert und erweitert. Denkmalpflegerische Gesichtspunkte mit den Ansprüchen eines modernen Tagungshauses zu verbinden – das war für Landeskirchenbaudirektor Reinhard Miermeister und sein Team „eine besondere Herausforderung". Zum vollständigen Artikel auf der Webseite der EKvW. |
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Herzlich willkommen zum Tag der offenen Tür am 1.9.2007 vom 26.07.2007 ![]() Haus Villigst, die zentrale Bildungsstätte der Evangelischen Kirche von Westfalen, präsentiert sich nach einem Jahr Bauzeit in neuem Gewand. Das historische Gebäudeensemble, direkt im Schwerter Stadtteil Villigst an der Ruhr gelegen, wurde von Grund auf saniert und modernisiert. Ein neues Foyer wurde errichtet, der große Saal erweitert, das unter Denkmalschutz stehende Haupthaus von 1819 renoviert und somit die gesamte Seminaratmosphäre verbessert. Den Abschluss der Renovierung möchten wir feiern – gemeinsam mit Ihnen! Am Samstag, den 1. September, präsentieren wir unseren ehemaligen und künftigen Gästen, Tagungsteilnehmern, Mitarbeitern und nicht zuletzt der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden das »neue« Haus Villigst. Der Flyer zu Anreise und Programm steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung. |
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Nachhaltigkeitsbericht vom 25.07.2006 ![]() Liebe Gäste und Freunde von Haus Villigst, der Nachhaltigkeitsbericht 2005 ist da! Im Dezember 2005 wurde Haus Villigst gemeinsam mit Haus Ortlohn und anderen kirchlichen Einrichtungen, wie der Katholischen Akademie Bayern, der Ev. Akademie Bad Boll und weiteren kirchlichen Häusern, in einem bundesweiten Nachhaltigkeitsprojekt anerkannt. Das Projekt „Sustainable Churches" wurde von der Deutschen UNESCO-Kommission für den Zeitraum 2005 / 2006 als offizieller Beitrag zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (2004 – 2015) ausgezeichnet. Darauf sind wir besonders stolz. EMASplus, so heißt unser Managementsystem, das der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet ist. Auf der Grundlage von EMAS, validiert durch einen unabhängigen Gutachter, legen wir Ihnen heute den dazugehörigen Bericht vor. Darin finden Sie einen Überblick über die Geschichte von Haus Villigst, unsere Leitlinien zu Umwelt und Nachhaltigkeit, eine Umweltbilanz und die Erwartungen im Rahmen eines Verbesserungsprogramms. Dieser Nachhaltigkeitsbericht ist uns Ansporn in den nächsten Jahren die Qualität unserer Arbeit weiter zu verbessern. Unter dem folgenden Link steht Ihnen der Bericht als Download zur Verfügung. |
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Mit Konzentration in die Zukunft vom 31.03.2006
Die Evangelische Landeskirche von Westfalen fasst Aktivitäten in Haus Villigst zusammen
Am 29. März 2006 stellte die Leitung der Evangelischen Kirche in Westfalen das Konzept des anstehenden Umbaus unserer Tagungsstätte in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor. Neben der Erweiterung und Erneuerung der vorhandenen Bausubstanz wird Haus Villigst um markante Baukörper bereichert. Neben dem Ausbau der profanen Architektur wird der Neubau einer Kapelle verwirklicht, die den geistlichen Mittelpunkt des Standortes Haus Villigst ausfüllt. Sie bietet dann Platz für bis zu hundert Personen. Der Umbau unserer Tagungsstätte geht einher mit der Konzentration weiterer Aktivitäten der Westfälischen Landeskirche auf den Standort Haus Villigst. Dieser Prozess ist Ausdruck einer zukunftsorientierten Handlungsstrategie, die die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung widerspiegelt und so kirchliche Arbeit positioniert. „Beten, geistliches Leben, Spiritualität einerseits – Bildungshandeln und gesellschaftliches Engagement andererseits: Das gehört für eine evangelische Tagungsstätte untrennbar zusammen”, erklärte Landeskirchenrat Friedhelm Wixforth, der verantwortliche Dezernent für Haus Villigst. Und er fuhr fort: „Der notwendige Dialog innerhalb der Kirche und das Gespräch mit den gesellschaftlichen Gruppen können niemals beliebig sein, sondern müssen Positionen erkennbar machen. Die Kirche orientiert ihre Position am Wort Gottes, das im Leben der Kirche Gestalt gewinnt.” Die kirchlichen Mitarbeiter, Pfarrerinnen und Pfarrer, Haupt- und Nebenamtliche, ebenso Lehrer, kirchlich interessierte Personen und gesellschaftliche Gruppen: Sie sollen Haus Villigst als ihren „kirchlichen Ort” in Westfalen erfahren und erleben können. Wixforth: „Dieser Ort ist eine kirchliche Heimat in produktiver Ergänzung der Ortsgemeinden. Und er macht die aktive Gegenwart der Kirche in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit deutlich”, erklärte der Theologe und bezog sich dabei auf das Wort „Beten und Tun des Gerechten”, das Dietrich Bonhoeffer als Leitmotiv über sein Leben stellte. Der Tagungsbetrieb soll sich räumlich und funktional auf das historische Ensemble mit seiner stimmungsvollen Hofanlage konzentrieren. Der Landeskirchenbaudirektor Reinhard Miermeister, der mit seinen Mitarbeitern für die architektonische und technische Seite des Projekts verantwortlich ist erklärte dazu: „Für uns ist es eine besondere Herausforderung, denkmalpflegerische Gesichtspunkte mit den Ansprüchen eines modernen Begegnungszentrums zu verbinden”. Unsere Tagungsstätte wird dann mehr sein: Ein repräsentativer Ort für Veranstaltungen der Landeskirche, das Dialogzentrum Kirche und Gesellschaft, hier treffen sich maßgebliche gesellschaftliche Gruppen zum Gespräch mit Vertretern der Kirche, zu Fachtagungen über theologisch-gesellschaftliche Fragen und Bildungsthemen. Haus Villigst ist ein kirchlich-kulturelles Zentrum, das Raum bietet für Besinnung, Andacht und Gottesdienst, aber auch für Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, offene Veranstaltungen. Und nicht zuletzt ist unser Haus dies: ein Ort der Ruhe, Stille, Meditation, zum seelischen Durchatmen. |
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Grüner Hahn über Haus Villigst vom 29.03.2006
Umweltmanagement für die Tagungsstätte der
Evangelischen Kirche von Westfalen Seit dem 19. Dezember 2005 besitzt unsere Tagungsstätte ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach der Öko-Audit-Verordnung, EMAS II. Die Ersteintragung in das europäische Register validierter Standorte erfolgte am 14. März 2006. Mit dieser Maßnahme macht Haus Villigst Ernst in der Diskussion um Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Dieses Engagement ist ein direkter Ausdruck der kirchlichen Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und eine gerechte Welt. Der Aufbau diese Umweltmanagementsystems erfolgte im Rahmen der kirchlichen Initiative „Der Grüne Hahn – Kirchliches Umweltmanagement“, die u.a. die Europäische Union unterstützt. Das nach dem „Grünen Hahn“ geschaffene System stellt eine Synthese aus ökologischen, sozialen und ökonomischen Entwicklungszielen dar und geht also über die Verwirklichung eines reinen Umweltmanagement hinaus. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung möchten wir zeigen, dass eine wirtschaftliche und eine umweltverträgliche Haushaltsführung keinen Widerspruch darstellen. Mit der Ist-Beschreibung des jetzigen Zustandes der Tagungsstätte in unserer Umwelterklärung, mit dem bisher schon Erreichten zeigen wir den Weg in die Zukunft auf. Seit Jahren ist in Villigst, wie in Haus Ortlohn ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) im Einsatz, so dass wir durch den Einsatz der Kraft-Wärme-Koppelung unseren Elektrizitätsverbrauch weitestgehend selbst erzeugen und den Rest in das Stromnetz einspeisen. Das Villigster BHKW liegt mit einem Ausstoß von 200 g CO² pro kwh deutlich unter dem herkömmlicher Kraftwerkstechnik mit ca. 700 g CO² pro kwh. Ebenso decken wir so einen Großteil unseres Wärmebedarfes. Unsere Küche bezieht ihre Ware vorwiegend aus der Region, wobei auf ökologisch ausgerichtete Produktionsweisen Wert gelegt wird. So können und müssen wir als kirchliche Einrichtung mit gutem Beispiel vorangehen. Die anstehende Umbaumaßnahme für Haus Villigst steht natürlich auch im Zeichen der Verbesserung unserer Umweltbilanz und der Umsetzung eines nachhaltig wirkenden Gebäudekonzeptes. Mit ihm und der weiteren technischen Optimierung möchten wir eine Senkung des Verbrauches von Wärmeenergie um 10% erreichen. Des Weiteren verbessern und optimieren wir unser System der Abfalltrennung in den Bürobereichen der Institute und für die Tagungsräume. Unser Ziel ist, die Abfallmenge bis 2008 um 25 % zu senken. Aktives Umweltmanagement wirkt natürlich auch als Marketinginstrument, um den Kreis unserer Gäste zu erweitern und weitere Nutzerkreise zu erschließen. Dem wird auch durch eine Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit Rechnung getragen, um über unsere Aktivitäten, sowohl Aktivitäten mit uns als auch Aktivitäten bei uns zu informieren. |
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Haus Villigst ändert sein Gesicht vom 08.03.2006
Im Mai geht es los!
Die idyllisch an der Ruhr gelegene Tagungsstätte wird in einer umfangreichen Baumaßnahme renoviert, umgebaut und erweitert. Außen als auch insbesondere innen wird sich viel ändern. Ein neu erbauter Empfangsbereich wird die Tagungsgäste begrüßen. In einem freundlichen und hellen Ambiente können auch größere Gruppen problemlos bei der An- und Abreise sowie während de Aufenthaltes zuvorkommend und effizient bedient werden. Sämtliche Gästezimmer im alten Baubestand werden renoviert oder den gestiegenen Ansprüchen der Tagungsgäste entsprechend neu gestaltet. Alte, in pittoresker Schlichtheit ausgestattete Räume, werden aufgegeben und anderen Nutzungen zugeführt. Der Küchentrakt wird neu konzipiert und die Verwaltung zieht in neu gestaltete Räume um. Die so entstehenden Freiflächen werden in modern und funktionell eingerichtete Gästezimmer umgewandelt. Darüber hinaus wird die gesamte technische Infrastruktur des Hauses auf den neuesten Stand gebracht und genügt so den technischen Anforderungen an Brandschutz und Sicherheit sowie den Erwartungen unserer Besucher und Tagungsgästen. Teile des Geländes werden behindertengerecht ausgestaltet. Im Hauptgebäude sorgt zukünftig ein Fahrstuhl für die Verbindung der einzelnen Etagen, so dass auch die dortigen Tagungsräume für Rollstuhlfahrer zur Verfügung stehen. Ebenso wird in das Haupthaus eine neue Treppe integriert, um den Brandschutzbedingungen Rechnung zu tragen. |
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Aktuelle Themen:
03.09.2010 Lange-Sonntag folgt Helling 03.09.2010 Verantwortung für das Gemeinwesen in der Krise 16.08.2010 Finale begeisterte mit fantastischem Niveau |