Haus Villigst
Tagungsstätte der Evangelischen Kirche von Westfalen
Haus Villigst

Eine besondere Geschichte

Wenn Sie durch die große Toreinfahrt den Innenhof von Haus Villigst betreten, spüren Sie die besondere Geschichte dieses Ortes. Einst stand hier auch eine Ritterburg. Seit 1948 ist das Ev. Studienwerk bereits in Haus Villigst untergebracht.

Erstmals 1170 urkundlich erwähnt, stand unterhalb des heutigen Haupthauses eine Ritterburg, die nach 1815 abgerissen wurde. Das heute unter Denkmalschutz stehende Ensemble wurde durch den Architekten (»Baumeister«) Engelbert Kleinhanz aus Elberfeld entworfen und unter seiner Leitung 1819 erstellt. Der letzte kinderlose Nachfahre der Freiherren von Elverfeldt übertrug Haus Villigst 1889 an eine Verwandten seiner Frau, Victor Freiherr von Rheinbaben. Über dessen Tochter Elisabeth kam Haus Villigst ab 1916 in den Besitz der Familie von Gemmingen. Seit 1948 hat die Ev. Kirche von Westfalen Haus Villigst in Erbpacht übernommen.

Haus Villigst und die Ev. Kirche

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden in vielen evangelischen Landeskirchen neue Ev. Akademien und Bildungszentren. Bereits 1948 beschloss die westfälische Kirchenleitung in Villigst das Ev. Studienwerk und das Sozialamt unterzubringen. Das Ev. Studienwerk e.V. ist noch heute das Institut der ev. Kirchen zur Förderung von Begabten. Das frühere Sozialamt der EKvW, heute ein Teil des Instituts für Kirche und Gesellschaft, hatte die Aufgabe, die Beziehungen zur industriellen Arbeitswelt, besonders im Ruhrgebiet, zu gestalten. Kurze Zeit später kam das Katechetische Amt (die Fortbildung von Religionslehrern) dazu. So entstand Anfang der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts ein neues Bildungszentrum, das mit den Namen Hellmut Keusen für das Studienwerk, Klaus von Bismarck für das Sozialamt und Gertrud Grimme für das Katechetische Amt verbunden ist. Es entfaltete sich im Laufe der Jahrzehnte ein reges kirchliches Bildungs- und Begegnungsleben rund um den Innenhof.

Haus Villigst und die Moderne

Bereits Anfang der fünfziger Jahre war mit dem Ausbau der Gebäude begonnen worden. Zunächst entstand ein neuer Speisesaal, Wohnungen für die Mitarbeiter, neue Gästezimmer und Seminarräume. Mit der Ausweitung der kirchlichen Bildungsarbeit in den sechziger Jahren stellte sich auch die Aufgabe, neue, moderne Räumlichkeiten zu schaffen, um den steigenden Bedarf an Bildungsveranstaltungen bewältigen zu können. Im Herbst 1973 konnten die Bauarbeiten für drei neue Gebäude beginnen: Das Gästehaus mit Einzelzimmern direkt im Anschluss an die historischen Bauten auf der Südseite, das Medienzentrum als neues Veranstaltungszentrum für große Veranstaltungen und zur Unterbringung der Mediothek und zum Abschluss des Geländes ein Verwaltungsgebäude, in dem sich heute das Ev. Studienwerk e.V. befindet.

Haus Villigst heute

Heute ist Haus Villigst die zentrale Bildungs- und Begegnungsstätte der Ev. Kirche von Westfalen. Haus Villigst verfügt jetzt über 86 Zimmer mit 153 Betten. Dabei stehen überwiegend Ein- und Zwei-Bett-Zimmer bereit.

Für die Tagungen stehen 15 Seminarräume unterschiedlicher Größe zur Verfügung. Zwei große Säle sind für jeweils bis zu 200 Personen als Vortrags- und Konferenzsäle geeignet. Die weiteren Räume bieten Platz für Gruppen von 10 bis 35 Personen.
Ergänzt wird dieses Raumangebot durch zwei Räume der Cafeteria im Parterre des Haupthauses und die Freizeiträume im Keller des gleichen Gebäudes. Ebenfalls im Haupthaus steht die bisherige Kapelle als Raum der Stille für die Gäste zur Verfügung.
Gleich neben dem großen Vortragssaal finden Sie die neue Kapelle von Haus Villigst, die als geistiges Zentrum etwa 100 Personen Platz für Gottesdienste und Andachten bietet.

Der Speisesaal im rechten Gebäude des Innenhofes versammelt die Gäste täglich zu den vier Mahlzeiten, die überwiegend in Buffetform angeboten werden. Ergänzt wird das Speisenangebot durch eine Vielfalt an Zwischenmahlzeiten und verschiedene Buffets, die von den Tagungsgruppen noch ihren Bedürfnissen bestellt werden.